e-troFit-Bus auf Linie in Landshut

Die offizielle Übergabe des Fahrzeugs erfolgte mit Anwesenheit von Oberbürgermeister Alexander Putz und Staatsminister Aiwanger.

V.l. Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz, Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und e-troFit-Geschäftsführer Andreas Hager vor dem Bus. (Foto: e-troFit)
V.l. Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz, Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und e-troFit-Geschäftsführer Andreas Hager vor dem Bus. (Foto: e-troFit)
Claus Bünnagel

Am 24. September 2020 fand in der Messehalle im Messepark Landshut die offizielle Übergabe des ersten e-troFit-Serienbusses an die Stadtwerke Landshut statt. Oberbürgermeister Alexander Putz nahm stellvertretend für die Stadt Landshut das Fahrzeug entgegen. Der ausgemusterte Dieselstadtbus der Stadtwerke Landshut hat im Rahmen eines Pilotprojektes mit der e-troFit GmbH ein zweites Leben erhalten. Seit Mitte September 2020 wird er als Elektrobus im Linienbetrieb eingesetzt. 

Oberbürgermeister Putz erklärte die hohen Anforderungen an Kommunen und Verkehrsbetriebe und die damit verbundenen Beweggründe, auf neue innovative Lösungen zu setzen: 

Die Verkehrswende im ÖPNV stellt uns vor große Herausforderungen. Um die europäischen Ziele der Clean Vehicles Directive im vorgegebenen Zeitrahmen umzusetzen, benötigen Städte und Gemeinden schnell umsetzbare, nachhaltige und dabei technologisch absolut zuverlässige Lösungen. Die e-troFit GmbH hat uns mit ihrem Technologiekonzept überzeugt, und darum haben wir das Pilotprojekt sehr gerne gestartet. 

Reibungslose Testphase

In einer knapp vierwöchigen Testphase im August 2020 zählten der reibungs- und störungsfreie Betrieb mit überdurchschnittlich hohen Reichweiten zu den Pluspunkten. Im nun begonnenen Langzeiteinsatz im Linienbetrieb für rund ein Jahr geht es darum, zusätzliche Erkenntnisse für die Praxistauglichkeit und Leistungsfähigkeit des e-troFit-Umrüstkits zu erlangen. 

Diese Technologie ist vielversprechend und könnte mit der Umrüstung von Diesel-Bestandsfahrzeugen auf Elektroantrieb eine wirtschaftlich effiziente Elektrifizierung von Transport- und Nutzfahrzeugen beschleunigen. Ein spannendes Projekt ‚Made in Bavaria‘, das nachhaltig ist und die Innovationsführerschaft in Bayern untermauert. (Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger)

Was unsere Mannschaft in den letzten Monaten hier geleistet hat, ist überragend. Dadurch bieten wir nun eine schnell umsetzbare und die derzeit kosteneffizienteste Lösung zur nachhaltigen Reduktion der CO2-Emissionen. Mit unseren weltweit anerkannten Zulieferpartnern bieten wir Serienqualität nach den höchsten Automotivestandards für funktionale Sicherheit und können Verfügbarkeit in höheren Stückzahlen kurzfristig gewährleisten. Fuhrparkbetreiber im Öffentlichen Personennahverkehr wie die Stadtwerke Landshut erhalten mit unserem Retrofitting-Kit ein wichtiges Instrument zur Gestaltung ihres emissionsfreien Fuhrparks. (Andreas Hager, Geschäftsführer der e-troFit GmbH)

Probefahrt mit Abgeordneten

Bei der anschließenden Probefahrt konnte der aufgrund der Coronasituation begrenzte Teilnehmerkreis das Fahrzeug selbst erleben. Unter den Fahrgästen waren auch mehrere Bundes- und Landtagsabgeordnete aus der Region, die sich so ihr persönliches Bild vom neuen umgerüsteten Elektrobus machen konnten. 

Eine von allen Beteiligten als maßgebend erachtete Grundvoraussetzung für den Erfolg innovativer Umrüstlösungen ist die Schaffung neuer Förderrichtlinien des Bundes. Der Apell seitens Andreas Hager ist deutlich: 

Wir benötigen dringend eine Gleichstellung bei der Förderung von Umrüstungen und der Anschaffung von Neufahrzeugen sowie eine Neuordnung der Regularien im Betrieb von Bussen wie z.B. das maximal erlaubte Alter der Fahrzeuge. Diese machten in der Vergangenheit mit den Emissionsklassen des Diesels Sinn, sind jedoch bei emissionsfreien Fahrzeugen irrelevant. Nur so wird ein freier Wettbewerb ermöglicht, erhalten Verkehrsbetriebe bei der Umgestaltung ihrer Fuhrparks Entscheidungsfreit und setzen sich letztendlich die effizientesten Lösungen im Markt durch. Und darum muss es doch gehen bei der nachhaltigen und umweltfreundlichen Gestaltung der Mobilität in unserer Gesellschaft.

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