E-Bus-Zulassungen: Deutschland im unteren Mittelfeld

Mehr als zwei Drittel der Buszulassungen in Dänemark, Luxemburg und den Niederlanden waren 2019 lokal emissionsfreie Fahrzeuge.

Deutschland hinkt bei den E-Bus-Zulassungen im europäischen Vergleich weit hinterher. (Grafik: Transport & Environment auf Datengrundlage von Chatrou – CME Solutions)
Deutschland hinkt bei den E-Bus-Zulassungen im europäischen Vergleich weit hinterher. (Grafik: Transport & Environment auf Datengrundlage von Chatrou – CME Solutions)
Claus Bünnagel

Dänemark, Luxemburg, Niederlande sind führend bei der Zulassung emissionsfreier Busse. Transport & Environment hat ein Diagramm erstellt, das auf Daten von Chatrou – CME Solutions basiert und den Anteil der 2019 in den europäischen Ländern registrierten lokal emissionsfreien Busse zeigt. In dem Jahr gab es über 1.600 E-Bus-Zulassungen, mehr als dreimal so viele wie 2018. Demnach ist Dänemark führend auf diesem Gebiet: 78 % der Neufahrzeuge sind vollelektrisch. In Luxemburg und den Niederlanden waren rund zwei Drittel der neuen Busse lokal emissionsfrei. Es folgen mit weitem Abstand Schweden (26 %), Norwegen (24 %) und Finnland (23 %). Italien, Polen, Deutschland, Großbritannien, Spanien und Frankreich, deren Anteil zusammen rund 70 % der in Europa verkauften Stadtbusse ausmacht, liegen weit abgeschlagen zurück. 

Fortschritte in Polen und Deutschland

Allerdings konstatiert T & E auch, dass Deutschland im Jahr 2020 einen bedeutenden Schritt nach vorne bei der Förderung der Elektromobilität im ÖPNV-Sektor gemacht habe. Polen kündigte seinerseits an, dass in Städten mit 100.000 oder mehr Einwohnern bis 2030 alle öffentlichen Verkehrsmittel vollelektrisch sein sollen und stellte als ersten Schritt 290 Mio. Euro zur Finanzierung bereit.

Die gegenwärtige Pandemie ist laut T & E für die anderen EU-Länder sogar eine Chance, hier aufzuholen, indem sie nämlich emissionsfreie Busse in ihre Investitionspläne im Rahmen der Corona-Bekämpfung aufnehmen, die sie der Europäischen Kommission bis Ende April vorlegen müssen. Im 750 Mrd. Euro schweren Wiederaufbau-Fonds der EU seien auch Mittel für die E-Bus-Finanzierung vorgesehen.

Stadtbusflotten legen jedes Jahr Millionen von Kilometern zurück. Wenn wir unsere Städte dekarbonisieren wollen, müssen diese Fahrzeuge so schnell wie möglich emissionsfrei werden. Die nordischen Staaten, Luxemburg und die Niederlande zeigen, wie man E-Busse auf die Straße bringt. Andere Länder, insbesondere diejenigen, die viele Busse kaufen wie etwa Italien, Spanien und Frankreich, sowie diejenigen, die erst am Beginn der Verkehrswende stehen wie etwa Österreich, müssen ihre Aktivitäten diesbezüglich verstärken. Die EU-Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass die derzeit von ihnen erstellten Corona-Wiederaufbaupläne den Ersatz fossil betriebener durch emissionsfreie Busse finanzieren. (T & E-Manager James Nix)

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