Mobility move: Großer Auftritt für eCitaro G fuel cell und eMobiltäts-Services

Auf dem Elektrobus-Kongress mit begleitender Fachmesse des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Anfang März in Berlin, präsentiert Daimler Buses umfassende und nachhaltige Lösungen für die Elektromobilität von heute und morgen.

Der eCitaro G fuel cell fährt in Berlin vor – die Kombination aus High-Performance-Batterien und Brennstoffzelle ermöglicht eine Reichweite von rund 400 km ohne Nachladen. (Foto: Daimler)
Der eCitaro G fuel cell fährt in Berlin vor – die Kombination aus High-Performance-Batterien und Brennstoffzelle ermöglicht eine Reichweite von rund 400 km ohne Nachladen. (Foto: Daimler)
Martina Weyh

Daimler Buses präsentiert auf der diesjährigen mobility move in Berlin vom 5. bis zum 7. März erstmals einen Mercedes-Benz eCitaro G fuel cell aus, einen Elektro-Gelenkbus mit Wasserstoff-Brennstoffzelle als Range Extender. Auf dem Stand in der Convention Hall II des Estrel Hotel Berlin können sich die Fachbesucher außerdem über das umfangreiche digitale Serviceangebot von Omniplus On sowie über die eMobilitäts-Systeme von Daimler Buses Solutions informieren.

Für den 6. März um 14:15 Uhr steht der Vortrag von Nils Richert, Leiter Vertrieb und Projekte eSysteme DACH im Bereich eMobilität und Ladeinfrastruktur bei Daimler Buses Solutions, auf dem Programm. Richert stellt darin ein ganzheitliches Konzept für den Umstieg auf alternative Antriebe vor.

Hohe Fahrgastkapazität und große Reichweite

Im Mittelpunkt des Messestandes von Daimler Buses auf der mobility move 2024 in Berlin steht der Mercedes-Benz eCitaro G fuel cell, der erste batterieelektrische Gelenkbus mit Brennstoffzelle zur Reichweitenverlängerung. Das Ausstellungsfahrzeug besticht durch sein individuelles Design und die elegante Lackierung in Anthrazit-Metallic. 

Bis zu 400 km mit einer Ladung

Der in Berlin ausgestellte dreitürige Elektro-Gelenkbus mit Brennstoffzellen-Range-Extender verfügt über vier Batteriepakete mit Lithium-Ionen-Batterien der neuesten Generation (NMC3) und einer Batteriekapazität von 392 kWh. Eine Version mit drei Batteriepaketen ist ebenfalls verfügbar.

NMC3-Batterien zeichnen sich durch einen sehr hohen Energieinhalt und eine lange Lebensdauer aus. Getankt wird über Ladesteckdosen, die sich rechts und links über dem Vorderrad befinden. Optional ist auch eine Ladesteckdose vorne oder hinten möglich. Die maximale Ladeleistung liegt bei 150 kW.

Die Wasserstoffversorgung der 60-kW-Brennstoffzelle erfolgt über sechs H2-Flaschen (optional sieben) mit je fünf Kilogramm Fassungsvermögen, die auf dem Fahrzeugdach des Vorderwagens installiert sind. Befüllt werden die Wasserstofftanks in Fahrtrichtung rechts über der zweiten Achse. Die Kombination aus High-Performance-Batterien und Brennstoffzelle beim eCitaro G fuel cell ermöglichen nach Angaben von Daimler Buses eine Reichweite von rund 400 km ohne Nachladen.

Angetrieben werden sowohl die Mittel- als auch die Hinterachse des E-Gelenkbusses. Der Antrieb erfolgt serienmäßig über zwei Niederflur-Portalachsen mit radnahen Elektromotoren. Die Elektromotoren leisten pro Rad 141 kW und erreichen ein Drehmoment von 494 Nm. Daraus resultiert durch eine fixe Übersetzung ein herausragendes Drehmoment von 11 000 Nm pro Rad. Das sichert eine hohe Traktion und eine gute Performance auch an anspruchsvollen Steigungen.

Daraus ergibt sich über eine feste Übersetzung ein hervorragendes Drehmoment von 11.000 Nm pro Rad. Das sorgt für eine hohe Traktion und Leistungsfähigkeit – auch bei anspruchsvollen Steigungen.

 Im Fokus: Sicherheit, Komfort und Umweltfreundlichkeit

Mit der umfangreichen Ausstattung des in Anthrazit-Metallic lackierten Niederflur-Stadtbusses eCitaro G fuel cell will Daimler Buses Maßstäbe setzen: Der Gelenk-Stromer punktet mit einem attraktiven Design außen und innen, Kneeling und Karosserie-Hebeanlage, großflächigen Fahrtzielanzeigen, Reifendruckkontrolle TPM (Tire Pressure Monitoring), Regen-Licht-Sensor sowie LED-Technik bei Abblend- und Fernlicht, Abbiegelicht, Nebelscheinwerfern sowie Tagfahrleuchten, sind dafür Beleg. Serienmäßig dabei ist auch eine Wank-Nick-Regelung des Fahrwerks wegen der Dachaufbauten mit Batteriemodulen, Brennstoffzelle und Wasserstoffsystem.

Die Sicherheitsausstattung im ausgestellten eCitaro G fuel cell Messebus umfasst darüber hinaus auch eine Vielzahl modernster Assistenzsysteme. Neben dem serienmäßigen Elektropneumatischen Bremssystem (EBS) und der Antriebsschlupfregelung (ASR) sorgen der Sideguard Assist und der Preventive Brake Assist (PBA) für ein Plus an Sicherheit.

Der Sideguard Assist unterstützt Fahrerinnen und Fahrer beim Abbiegen und beim Spurwechsel, indem er Fußgänger oder Radfahrer im schwer einsehbaren Bereich neben dem Bus erkennt und warnt. Der Preventive Brake Assist ist laut Daimler der weltweit erste aktive Bremsassistent für Stadtlinienbusse.

Darüber hinaus verfügt der ausgestellte eCitaro G fuel cell über einen akustischen Umgebungsschutz (AVAS), der Fußgänger durch ein Geräusch auf den ansonsten beinahe lautlos fahrenden Daimler-Stromer aufmerksam macht. Zur Sicherheit trägt auch das 270° Kamerasystem bei, mit dem sich beim Rangieren und an engen Passagen der Bereich unmittelbar hinter und neben dem Fahrzeug einsehen lässt.

Das installierte 270°-Kamerasystem trägt ebenfalls zu erhöhter Sicherheit bei: Beim Rangieren und in engen Passagen macht es den Bereich unmittelbar hinter und neben dem Fahrzeug einsehbar.

Drei elektrisch betriebene Innenschwenktüren führen in den Fahrgastraum. Serienmäßig für die vollautomatische Klimatisierung an Bord ist die EvoThermatic basic mit Wärmepumpe und einem Aktivfilter mit Virenschutzfunktion sowie zusätzlichen Filtern für die Gebläseheizgeräte.

Die Fahrgäste nehmen auf 47 Sitzen der Bestuhlung City Star Eco aus eigener Produktion Platz. Komfortable Akzente setzen auch die Haltestangen u.a. aus Evo Steel, orangefarbene Deckenhandläufe sowie die Design-Innendecke mit innovativer Beleuchtung. Informationen erhalten die Passagiere über TFT-Monitore im 29-Zoll-Format. An insgesamt 15 USB-Doppelsteckdosen können mitgebrachte Endgeräte angeschlossen und betrieben werden.

Komfort setzt sich beim Fahrerarbeitsplatz fort

Im „Cockpit City“ nimmt der Fahrer hinter einer Kabinentür mit vollflächig verglaster Trennscheibe Platz auf einem klimatisierten Fahrersitz mit Memory-Funktion und Lendenwirbelunterstützung. Das Cockpit bietet den gewohnten Citaro-Look. Anstelle des Drehzahlmessers zeigt ein Powermeter den Energiefluss des eCitaro G fuel cell an, eine weitere Anzeige den Füllstand der Wasserstofftanks.

Elektromobilität schlüsselfertig aus einer Hand 

Daimler Buses liefert gemeinsam mit den Experten der Daimler Buses Solutions GmbH auf Wunsch das gesamte eMobility-Ökosystem schlüsselfertig aus einer Hand. Das Spektrum reicht vom individuell konfigurierten Elektrobus über softwaregestützte Machbarkeitsstudien bis hin zur kompletten Elektromobilitätsinfrastruktur für den Betriebshof inklusive der erforderlichen Baumaßnahmen, Elektroinstallationen, Ladegeräte, Batteriespeicher, Lademanagementsysteme und weiterer digitaler Services.

Darüber hinaus umfasst das Portfolio Dienstleistungen rund um die notwendige Infrastruktur für den Betrieb von Bussen mit wasserstoffbasierten Brennstoffzellenantrieben oder Range Extendern. Das Unternehmen ist europaweit für seine Kunden im Einsatz und liefert gemeinsam mit Partnern die komplette Infrastruktur für Elektromobilität aus einer Hand. Eine weitere Besonderheit: Auf Kundenwunsch wird auch der Neu- oder Umbau von elektrifizierten Betriebshöfen markenübergreifend übernommen.

Digitale Serviceleistungen für mehr Flotteneffizienz und Sicherheit

Omniplus, die Servicemarke von Daimler Buses, stellt auf der Mobility move neue und bewährte Servicelösungen vor. Dazu gehören die speziell für Elektrobusse konzipierten eService-Verträge eBasic und ePremium, die neben der Wartung von E-Bus und Hochvoltkomponenten auch unterschiedliche Reparaturumfänge bieten.

Dazu zählen aber auch digitale Services, die für viele Busbetreiber zum unverzichtbaren Instrument für die Verbesserung der Verfügbarkeit und der Wirtschaftlichkeit ihrer Flotte geworden sind und die im Zuge der Umstellung auf Elektromobilität zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Das Portal Omniplus On bietet mit seinen vier Säulen „Omniplus On advance“ zur Auswertung von Fahrzeugdaten und zur Verbesserung der Verfügbarkeit, „Omniplus On monitor“ für die Verbrauchsanalyse und das Flottenmanagement, „Omniplus On drive“ zur Fahrerunterstützung sowie „Omniplus On commerce“ für das Einkaufsmanagement umfassende digitale Services, die entsprechend den Unternehmensanforderungen ausgewählt werden können.

Portfolio an digitalen Services wird kontinuierlich ausgebaut

Die digitalen Dienste baut Omniplus stetig weiter aus, z. B. mit „Omniplus On Uptime pro“, dem neuen Angebot für Betriebe mit eigener Werkstatt, das Ferndiagnosen per Online-Datenschnittstelle ermöglicht und so die Verfügbarkeit der Flotte erhöht.

Mit dem neuen Dienst „Omniplus On Performance Analysis“ lässt sich die wirtschaftliche und sichere Fahrweise des Fahrpersonals optimieren, indem das System typische Fahrvorgänge wie Beschleunigen, Bremsen, gleichmäßiges Fahren und Ausrollen für jeden Fahrer auswertet und Verbesserungspotenziale sichtbar macht.

Ebenfalls neu ist die ferngesteuerte Ladesteuerung Remote Charge Control für Elektrobusse, die die Ladeinfrastruktur entlastet und die Batterien schont, indem sie die Ladung optimal an die Einsatzanforderungen des jeweiligen Busses anpasst.

Für Verkehrsbetriebe mit gemischten Fuhrparks, die das Omniplus On Portal nicht nutzen, bietet Omniplus einzeln buchbare Omniplus On Data Packages an, die die Integration von Fahrzeugdaten in bestehende Flottenmanagement- und Leitsysteme von Drittanbietern ermöglichen.

Als einer der ersten Fahrzeughersteller in Europa bietet Daimler Buses seinen Kunden mit der virtuellen Datenschnittstelle TiGR (Telediagnostic for intelligent Garage in Real-time) eine nach dem international einheitlichen Standard ITxPT zertifizierte Datenschnittstelle für die Bus-Fernüberwachung. Dank der harmonisierten Schnittstelle mit einheitlichem Übertragungsprotokoll können Verkehrsbetriebe ab sofort Fahrzeuganalysen vereinfachen und erhalten eine homogene Datenbasis für die gesamte Flotte.