ÖPNV: Vorarlberg startet elektrisch durch

Die E-Mobilität im ÖPNV des kleinen österreichischen Bundelandes nimmt Fahrt auf. Die ersten Stromer sind eingetroffen und auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur hat begonnen. Bis Jahresende sollen 14 neue E-Busse – 9 MAN Lion’s City 12 E, 2 Mercedes-Benz eCitaro und 3 E-Busse von Volvo auf Linie eingesetzt werden –  drei Förderzusagen des Klimaschutzministeriums ermöglichen die Beschaffung von bis zu 130 E-Bussen bis Ende 2025.

v.l.n.r.: Verkehrsverbund Vorarlberg Geschäftsführer Christian Hillbrand, Mobilitätslandesrat Daniel Zadra, Martin Seeberger, Leiter des Geschäftsfelds Versorgung und Dienstleistung der illwerke vkw und dahinter Martin Amann, Geschäftsführer Amann Reisen. (Foto: Verkehrsverbund Vorarlberg)
v.l.n.r.: Verkehrsverbund Vorarlberg Geschäftsführer Christian Hillbrand, Mobilitätslandesrat Daniel Zadra, Martin Seeberger, Leiter des Geschäftsfelds Versorgung und Dienstleistung der illwerke vkw und dahinter Martin Amann, Geschäftsführer Amann Reisen. (Foto: Verkehrsverbund Vorarlberg)
Martina Weyh

Förderungen des Klimaschutzministeriums Im Rahmen des Förderprogramms EBIN (Emissionsfreie Busse und Infrastruktur) machen es möglich. Bis Jahresende sollen 14 neue E-Busse – 9 MAN Lion’s City 12 E, 2 Mercedes-Benz eCitaro und 3 Volvo-Stromer – in Vorarlberg Fahrt aufnehmen. Das kleine österreichische Bundesland hat drei Förderzusagen für die Anschaffung von bis zu 130 E-Bussen inklusive der dazugehörigen Ladeinfrastruktur bis Ende 2025 in Höhe von 49 Mio. Euro erhalten. Das EBIN-Programm fördert 80 % der Mehrkosten der Beschaffung der emissionsfreien Fahrzeuge und 40 % der Investitionskosten für die dazu notwendige Ladeinfrastruktur.

„Vorarlberg ist ein kleines Bundesland, aber einer der größten Umsetzer von Klimaschutzprojekten. Mit dem massiven Ausbau der E-Bus-Flotte in den kommenden Jahren erhöhen wir die Umweltleistung der Öffis und verbessern damit auch die Luftqualität im Land“, freut sich Mobilitätslandesrat Daniel Zadra über die Ankunft der neuen E-Busse in Vorarlberg.

Seit 2020 sind vier Elektrobusse in Vorarlberg im Einsatz, durch die man wertvolle Erkenntnisse sammeln konnte. Insgesamt sind schon 25 weitere Elektrobusse geordert – nachfolgende Fahrzeugbestellungen sind in Planung.

„Das Vorarlberger Busnetz wird von wenigen großen sowie vielen mittleren und kleinen Verkehrsunternehmen betrieben. Für sie ist die Umstellung auf E-Mobilität eine große Herausforderung“, erklärt Verkehrsverbund Vorarlberg Geschäftsführer Christian Hillbrand. „Ohne die Förderungen des Bundes wären die Mehrkosten für den E-Bus-Betrieb kaum zu bewältigen.“

 

E-Bus-Ladeinfrastruktur – Zuschlag für regionalen Anbieter

Den Zuschlag für die Errichtung, Wartung und Instandhaltung der Ladeinfrastruktur sowie die Energielieferung erhielt die illwerke vkw AG nach einem zweistufigen, europaweiten Vergabeverfahren als Bestbieter. Die jeweiligen Gemeinden, Gemeindeverbände, Verkehrsunternehmen oder der Verkehrsverbund als Betreiber der Vorarlberger Buslinien können die benötigte Infrastruktur bzw. Energieleistung individuell aus dem Rahmenvertrag aus einer Hand abrufen. Die Ladesäulen, die vorwiegend in den Busdepots errichtet werden, werden vom jeweiligen Betreiber individuell beauftragt, heißt es in der begleitenden Pressemitteilung.

„Rundum-Sorglos-Paket“ für Busbetreiber

Die illwerke vkw AG bleibt für die Vertragslaufzeit Eigentümerin der Ladeinfrastruktur und übernimmt alle Leistungen von der Planung, über die Errichtung, Inbetriebnahme und Betrieb bis hin zur Energielieferung.

„Als verlässlicher Partner können wir gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Vorarlberg und den Vorarlberger Busunternehmen die nachhaltige Mobilitätswende vorantreiben. Unsere langjährige Erfahrung und unser Know-how erlauben uns, maßgeschneiderte Lösungen für die Standorte zu entwickeln und alle nötigen Leistungen aus einer Hand anzubieten“, so Martin Seeberger, Leiter des Geschäftsfelds Versorgung und Dienstleistung der illwerke vkw.

Gerade für kleinere Busbetreiber ist dieses „Rundum-Sorglos-Paket“ eine große Erleichterung. Ein weiterer großer Vorteil der Rahmenvereinbarung: Für die Verkehrsunternehmen entstehen keine hohen Erstinvestitionskosten, da sämtliche Aufwendungen für die Infrastruktur über eine monatliche Pauschale – aufgeteilt über die Vertragsdauer – abgerechnet werden. Heuer werden insgesamt 30 Ladesäulen an sieben Standorten im oberen Rheintal und im Bregenzerwald errichtet. Die Detailplanungen dazu starteten im Sommer, die ersten Ladesäulen wurden bereits fertiggestellt. In der Rahmenvereinbarung ist die Errichtung von 137 Ladepunkten landesweit vorgesehen, mit der Möglichkeit zur Erweiterung auf bis zu über 300 Ladesäulen.

Abgestimmtes und intelligentes Laden der E-Busse

Die Ladevorgänge der E-Busse erfolgen automatisiert und aufeinander abgestimmt. Das intelligente Lastmanagementsystem sorgt damit für eine optimale Verteilung der Ladeleistung. Der Ladeplan basiert auf dem Fahrplan und den Einsatzzeiten der Busse und wird neu berechnet, wenn es etwa zu einer unplanmäßigen Verkehrsverzögerung kommt.

130 E-Busse leisten Klimaschutz wie ein Buchenwald mit 2.900 Bäumen

Mit der Weiterentwicklung auf E-Mobilität wird die Umweltleistung der Öffis weiter erhöht. Allein in den ersten fünf Betriebsjahren würden die 130 E-Busse rund 41,6 Mio. Kilometer zurücklegen und dabei rund 16,2 Mio. Liter Diesel und 36.600 Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht einem Wald von der Größe der Gemeinde Rankweil mit mehr als 2.900 ausgewachsenen Buchen, die notwendig wären, um diese große Menge an CO2 zu binden, rechnen die Vorarlberger vor.