Flottenelektrifizierung: Nottingham setzt auch auf China-Stromer

24 Yutong-Elektrobusse hat das örtliche Verkehrsunternehmen Nottingham City Transport geordert – die ersten zwölf sollen nach im Laufe des Januars auf Linie gehen. Die Inbetriebnahme der restlichen zwölf elektrischen Eindecker sollen bis Ende März erfolgen.

In zwei Jahren plant NCT, elektrische Doppeldeckerbusse zu bestellen, um die Flotte weiter auszubauen. Weitere 24 einstöckige E-Busse wurden bereits geordert und sollen 2025 ausgeliefert werden. (Foto: NCT)
In zwei Jahren plant NCT, elektrische Doppeldeckerbusse zu bestellen, um die Flotte weiter auszubauen. Weitere 24 einstöckige E-Busse wurden bereits geordert und sollen 2025 ausgeliefert werden. (Foto: NCT)
Martina Weyh

Das britische Verkehrsunternehmen Nottingham City Transport (NCT) nimmt für die Elektrifizierung seiner Flotte viel Geld in die Hand – die Gesamtkosten, die sowohl die neuen chinesischen E-Busse als auch die Infrastruktur umfassen, belaufen sich auf 34 Mio. Pfund (ca. 40 Mio. Euro). Rund 15,2 Mio. Pfund werden über den ZEBRA-Fonds (Zero Emission Bus Regional Areas) des britischen Verkehrsministeriums finanziert, die restlichen 18,8 Mio. Pfund von NCT.

Flottenumbau ohne Fördergelder nicht möglich

Ohne Förderung geht es nicht – das liegt vor allem an den erheblichen Kosten für die Infrastruktur und die Busse selbst, die jeweils rund 400.000 Pfund (rund 470.000 Euro) kosten.

„Die staatliche Förderung ist ein ‚enormer Anreiz‘, aber die Pläne, die gesamte Flotte auf Elektrobusse umzustellen, sind nur realisierbar, wenn die Förderung fortgesetzt wird, sagt David Astill, geschäftsführender Direktor von NCT.

Man könne ein Dieseläquivalent für die Hälfte des Preises eines Elektrobusses kaufen, so Astill, der Preisaufschlag für Elektrobusse sei enorm.

„Die positive Seite ist, dass die Stromkosten viel niedriger sind als die Kosten für Diesel.“

Details zu den elektrischen Neuzugängen

Zum Einsatz kommen die Yutong-Stromer, die laut NCT mit bis zu 275 Meilen (ca. 442 km) genug Reichweite für einen Tagesumlauf bieten, auf verschiedenen NTC-Linien. Geladen werden sie über Nacht im NTC-Busdepot Trent Bridge Garage.

In den Elektrobussen werden LFP-Batterien (Lithium-Eisen-Phosphat) anstelle von NMC-Batterien (Nickel-Mangan-Kobalt) verwendet, da Bedenken wegen des unethischen Abbaus von Kobalt bestehen, heißt es von NCT-Seite.

Die klimatisierten chinesischen Elektro-Eindecker entsprechen nach Angaben des Nottinghamer Verkehrsunternehmens „unserem gewohnt hohen Standard“, und verfügen zusätzlich u.a. über

  • mehr Beinfreiheit zwischen den Sitzen
  • ein Fahrgastinformationssystem einschließlich eines nach hinten gerichteten Bildschirms, der vom Rollstuhlplatz aus gesehen werden kann
  • einen größeren Kinderwagenplatz
  • eine Hörschleifenanlage
  • USB-C-Ladepunkte
  • vollfarbige Fahrtzielanzeigen, die aus der Entfernung und im Dunkeln besser zu erkennen sind

Weitere Zukunftsplanung

Bis 2034 soll die gesamte NCT-Busflotte, die aktuell auch aus 143 Bussen mit Biogasantrieb besteht, komplett elektrisch werden – bis 2028 ist Austausch aller Dieselbusse vorgesehen. 24 weitere Stromer-Eindecker, die 2025 geliefert werden sollen, sind bereits bestellt. Darüber hinaus will NCT seine Busflotte in zwei Jahren auch mit elektrischen Doppeldeckern weiter ausbauen.