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Equipmake zeigt auf der Busworld ein E-Niederflurchassis

Konzipiert ist die EBus-Plattform für Doppeldeckeranwendungen.

Die Antriebskomponenten sind komplett im Doppeldeckerchassis untergebracht (Foto: Equipmake)
Die Antriebskomponenten sind komplett im Doppeldeckerchassis untergebracht (Foto: Equipmake)
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Claus Bünnagel

Equipmake hat die neueste Version seiner EBus-Plattform vorgestellt: ein Niederflurfahrgestell, mit dem emissionsfreie Doppeldecker kostengünstig und effizient hergestellt werden können. Es knüpft an den Low-Entry-E-Bus-Antriebsstrang für Single-Decker an, der seit zwölf Monaten in der Entwicklung ist und nächstes Jahr in die Felderprobung geht.

Formel-1-Antriebskomponenten

Die beiden verwendeten APM200-Motoren mit Speichenarchitektur basieren auf Formel-1-Technologie und gelten als weltweit leistungsstärkste sowie drehmomentstärkste Serienelektromotoren für Nutzfahrzeuge. Sie besitzen eine Leistung von jeweils 220 kW und ein Drehmoment von je 450 Nm, verbunden mit einem Zweiganggetriebe. Semikron-Skai-Wechselrichter und Lithium-Ionen-Batteriezellen der neuesten Generation vervollständigen den vollständig im Chassis integrierten Antrieb.

Hohe Reichweite durch Effizienz

Der Antriebsstrang bietet eine Reihe neuartiger Innovationen, die nicht nur die Reichweite verbessern, sondern auch die Kapitalkosten senken. Durch die Optimierung von Heizung und Kühlung des Fahrzeugs und die Maximierung der Gesamtenergieeffizienz ermöglicht die Antriebsplattform große Tagesumläufe bei relativ kleinere Batteriekapazität. Equipmake schätzt, dass die EBus-Plattform innerhalb einer Fahrzeuglaufzeit von acht bis zehn Jahren kostengünstiger zu betreiben sein wird als eine konventionelle Dieselversion. Per dreiphasiger Standardversorgung lässt sich das Fahrzeug in etwa fünf Stunden vollständig aufladen. Für Schnellladen verfügt die Plattform zudem über ein integriertes Ladegerät.

Letzte Testphase

Bei der LE-Plattform für Single Decker ist Equipmake bereits in die letzte Testphase hinsichtlich Leistung und Haltbarkeit eingetreten. Sie soll Ende des Jahres abgeschlossen sein. Der brasilianische Nutzfahrzeughersteller Agrale wird im ersten Quartal 2020 mit den Testfahrten des Fahrzeugs beginnen. Eingeführt werden soll der Elektrobus erstmals 2021 in Buenos Aires. Equipmake wird zudem im Laufe dieses Jahres mit Versuchen mit dem Doppeldeckerfahrgestell beginnen.

Elektrobusse sind eine der effektivsten Möglichkeiten, um die Umweltverschmutzung in den Städten zu verringern. Bisher waren sie jedoch unerschwinglich teuer. Die EBus-Plattform von Equipmake ändert dies. Sie bietet ein kostengünstiges, hocheffizientes und vollständig integriertes Fahrgestell, mit dem jeder Karosseriebauer zum Hersteller von Elektrobussen werden kann – unabhängig davon, wie viel E-Bus-Wissen er besitzt. (Equipmake-Geschäftsführer Ian Foley)

Weltmarkt für E-Busse: 300.000 Einheiten

Laut Foley gibt eine erhebliche Nachfrage nach sauberen, bezahlbaren Elektrobussen – der Weltmarkt umfasst demnach rund 300.000 Einheiten pro Jahr – mit steigender Tendenz. Die Produktion der EBus-Antriebe von Equipmake soll in den nächsten Jahren deutlich ansteigen. Bereits im November werde das Unternehmen in ein neues, maßgeschneidertes Werk im ostenglichen Norfolk umziehen. 

Wir gehen davon aus, im ersten Produktionsjahr 700 EBus-Antriebe für Sigle Decker von Agrale zu bauen, sehen jedoch bereits eine große Nachfrage auf den Märkten weltweit, so dass unser neues Werk für die Erfüllung der Nachfrage sowohl bei Single-Decker- als auch Doppeldeckeranwendungen von entscheidender Bedeutung ist. (Ian Foley)

Quereinsteiger mit mehr als 20 Jahre Erfahrung

Equipmake ist eher ein Quereinsteiger im Busgeschäft, verfügt aber über mehr als 20-jährige Erfahrung in der Entwicklung und Integration von Elektroantrieben. Das Unternehmen ist ein führender Hersteller von Ultrahochleistungs-Elektromotoren und leistungselektronischen Systemen. Geschäftsführer Ian Foley war weltweit im Motorsport von Le Mans bis zur Formel 1 tätig. Sein kleines Team von erfahrenen Ingenieuren kann ein Projekt von den ersten Spezifikationen über Modellierung, Simulation, Design, Prototyping, Tests in kurzen Zeiträumen umsetzen, wie der Fall von Ariels 880 kW starkem Hochleistungs-Elektro-Sportwagen Hipercar gezeigt hat.

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