Elektrifizierung: Interesse im Ländle steigt

Baden-Württemberg bewilligte seit Januar 2019 die Förderung von 105 Elektro- und Hybridbussen. Weitere Förderlinien können beantragt werden.

In zahlreichen baden-württembergischen Kommunen wie hier in Heidelberg sind bereits Elektro- und Hybridbusse unterwegs. (Foto: Daimler AG)
In zahlreichen baden-württembergischen Kommunen wie hier in Heidelberg sind bereits Elektro- und Hybridbusse unterwegs. (Foto: Daimler AG)
Claus Bünnagel

Busunternehmen im Ländle setzen zunehmend auf klimafreundliche Antriebsformen. Zu diesem Ergebnis kommt das baden-württembergische Verkehrsministerium angesichts der zahlreichen Anträge aufFörderung für Elektro- und Hybridbusseseit Anfang des Jahrs. Über das Förderprogramm „Landesinitiative III Marktwachstum Elektromobilität BW“ unterstützt das Land seit 2014 Unternehmen, Institutionen und Körperschaften dabei, in die Elektromobilität einzusteigen – so auch Busunternehmen. Diese rufen das Förderprogramm besonders stark ab. Seit Januar 2019 bewilligte das Ministerium insgesamt 17 Anträge über insgesamt 105 Elektro- und Hybridbusse.

50 Hybridbusse für LVL Jäger

Förderbescheide gingen z.B. an das Ludwigsburger Unternehmen LVL Jäger GmbH für 50 Hybridbusse. Auch das Unternehmen Pflieger Reise- und Verkehrs GmbH aus Böblingen investiert mit acht Hybridbussen deutlich in die Umrüstung seiner Flotte. In gleicher Anzahl beantragten die Stadtwerke Tübingen Fördermittel für Hybridbusse. Weitere Bescheide gingen u.a. an Omnibusverkehr Göppingen Bliederhäuser GmbH, Friedrich Wöhrle GmbH (Oberderdingen) und Omnibus Katz (Freudenstadt).

Mehrkosten für Hybridbusse sinken

Laut dem Amtschef des Landesverkehrsministeriums, Ministerialdirektor Dr. Uwe Lahl, sinken die Mehrkosten für Hybridbusse im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen weiterhin. Hatten diese für Vollhybridbusse 2012 noch 85.000 Euro betragen, so liegen sie aktuell nur noch bei 45.000 Euro. Deswegen fördert das Ministerium seit dem 1. Mai 2019 nur noch Busse mit Elektromotor als vorwiegende Antriebsquelle – also vollelektrische Busse, Plug-In-Hybride und Hybride. Das Förderprogramm bezuschusst 50 % der Mehrkosten. Sogenannte Mildhybride, also Busse, bei denen der Dieselmotor nur beim Anfahren kurz elektrisch unterstützt wird, sind hingegen nicht mehr förderfähig.

Weitere Fördermöglichkeiten 

Busunternehmen in Baden-Württemberg, die einen Antrag für E-Busse bei einem Förderprogramm des Bunds erfolgreich gestellt haben, können zusätzlich in den Genuss einer Landesförderung kommen: Neben dem eingangs genannten Zuschuss zur Anschaffung von Hybridbussen können Verkehrsunternehmen eineLandesförderung für Betriebs- und Unterhaltungskostenbeantragen. Das Land fördert hier bis zu 10.000 Euro. Zusätzlich winkt eine sogenannteEarly-Bird-Prämiein Höhe von 5.000 Euro. Diese erhalten Antragsteller, die besonders schnell dem nächsten Programmaufruf der Bundesregierung folgen. Zudem stellt das Verkehrsministerium einenBeratungsgutscheinim Wert von 2.500 Euro zur Verfügung. Damit unterstützt es Unternehmen, die bei der Integration von E-Bussen in den laufenden Betrieb beratende Unterstützung benötigen. Bisher konnten bereits vier Unternehmen von dieser Förderung profitieren. Detaillierte Informationen zu den Förderkriterien für Elektro- und Hybridbusse sowie zur Antragstellung unter https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/politik-zukunft/elektromobilitaet/foerderung-elektromobilitaet/e-bus/.

Printer Friendly, PDF & Email