Elektromobilität: Projekt „E-Bus Berlin" stockt

Wegen defekter Batterien sind zwei der vier E-Busse zurück bei Solaris.
Anja Kiewitt

Der Testbetrieb mit Elektrobussen im Projekt „E-Bus Berlin“ stockt. Wie busplaner berichtete, testet Berlin seit dem Sommer als erste europäische Hauptstadt auf einer kompletten Innenstadtlinie E-Busse mit einem kabellosen Ladesystem. Wegen Schäden an den Batterien können derzeit aber zwei der vier je zwölf Meter langen E-Busse vom Typ "Urbino 12 electric" des polnischen Herstellers Solaris Bus & Coach S.A. nicht eingesetzt werden.

Zurück zum Diesel

Laut einem Bericht der Tageszeitung "Der Tagesspiegel" sind sie deshalb beim Hersteller, während die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wieder Dieselbusse einsetzt. In zwei bis drei Wochen sollen wieder alle vier E-Busse auf der Linie 204 fahren, zitiert das Blatt eine BVG-Sprecherin. Um die gesamte Flotte umzustellen, müsse die Technik aber zuverlässig funktionieren und der Preis der Fahrzeuge stimmen. Laut dem Bericht sind E-Busse mit berührungslos nachladbaren Batterien mit rund 700.000 Euro derzeit etwa doppelt so teuer wie vergleichbare Dieselfahrzeuge.

Mannheim läuft besser

Deutlich besser als in Berlin läuft dem Bericht zufolge ein vergleichbares Projekt in Mannheim (busplaner berichtete). Seit Anfang Juli laufen die zwei zwölf Meter langen E-Busse vom Schweizer Fahrzeugbauer Carrosserie Hess AG, Bellach, mit einer Verfügbarkeitsrate von 85 Prozent, sagte ein Sprecher der Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN) gegenüber dem Tagesspiegel. Sie hätten bereits insgesamt rund 17 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Zum Vergleich: Laut der Live-Karte der BVG sind es beim Projekt E-Bus Berlin mit der ursprünglich doppelten Anzahl an Fahrzeugen bislang nur 12,6 Tonnen.

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