Ladetechnik: Projekt „E-Bus Berlin" nimmt Fahrt auf

Ab Sommer testet die BVG vier E-Busse mit kabellosem Ladesystem.
Anja Kiewitt

Ab dem Sommer will Berlin als erste europäische Hauptstadt auf einer kompletten Innenstadtlinie E-Busse mit einem kabellosen Ladesystem testen. Im Projekt „E-Bus Berlin“ ( siehe busplaner 10/2014, Seite 54) sollen dann vier je zwölf Meter lange E-Busse vom Typ "Urbino 12 electric" des polnischen Herstellers Solaris Bus & Coach S.A. den Betrieb aufnehmen. 

Kontaktlos unterwegs

Aktuell errichtet Bombardier Transportation, Berlin, dafür an drei Endhaltestellen unterirdische Ladestationen mit der induktiven Ladetechnik "Primove". Dank einer Leistung von 200 Kilowatt sollen sie die Batterien der Busse künftig binnen weniger Minuten laden, verspricht der Hersteller. Über ein speziell abgeschirmtes, elektromagnetisches Feld erfolgt die Ladung demnach ohne Kabelkontakt. Sobald der Bus die unterirdische Ladeplatte abdeckt, senkt sich die an der Fahrzeugunterseite montierte Aufnahmespule ab und die induktive Energieübertragung beginnt.

Nachts am Kabel

Zusätzlich installiert die Vossloh Kiepe GmbH, Lieferant der Antriebstechnik, auf dem Omnibus-Betriebshof an der Berliner Indira-Gandhi-Straße, wo die vier E-Busse stationiert sein werden, vier Ladepunkte. An ihnen sollen sich die Batterien der Busse jeweils über Nacht mit Kabelkontakt vollständig aufladen lassen.

260 Tonnen weniger Kohlendioxid

Insgesamt soll die E-Bus-Flotte jährlich rund 260 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Das Bundesverkehrsministerium fördert das Modellprojekt im Rahmen des „Internationalen Schaufensters Elektromobilität Berlin-Brandenburg“ mit insgesamt rund 4,1 Millionen Euro. Die technisch-wirtschaftliche Gesamtbewertung des Projekts übernimmt das Fachgebiet Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik an der Technischen Universität Berlin.

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