Busworld: Solaris mit Urbino 18 electric und hydrogen vor Ort

Beeindruckende Reichweiten und hohe Betriebsparameter – die diesjährige Markteinführung des Elektrobusses Urbino 18 mit seinem verbesserten Design markiert einen weiteren Schritt in der Entwicklung der E-Bus-Technologie.

Der Elektrobus Solaris Urbino 18 präsentiert sich in Brüssel mit neuer Antriebsarchitektur und neuester Batterietechnologie, die laut Hersteller einen ganztägigen Betrieb sicherstellt. (Foto: Solaris)
Der Elektrobus Solaris Urbino 18 präsentiert sich in Brüssel mit neuer Antriebsarchitektur und neuester Batterietechnologie, die laut Hersteller einen ganztägigen Betrieb sicherstellt. (Foto: Solaris)
Martina Weyh

Der Elektrobus Solaris Urbino 18 fährt in Brüssel mit einer neuen Antriebsarchitektur und neuester Batterietechnologie vor, die laut Hersteller die ganztägige Einsatzfähigkeit sicherstellen.

Der auf der Busworld ausgestellte Solaris-Gelenk-Stromer ist mit einem 240-kW-Asynchronmotor und Solaris-High-Energy-Batterien der neuesten Generation ausgestattet, die sich durch ihr geringeres Gewicht und eine hohe Energiedichte auszeichnen – das sorgt nach Angaben des polnischen Busherstellers für eine größere Reichweite.

Solaris bietet in puncto Batteriekapazität verschiedene Konfigurationen an, die alle auf dem Dach montiert werden können. Mit der maximalen Anzahl von Batterien mit einer Gesamtkapazität von über 800 kWh kann eine Reichweite von 600 km – basierend auf dem Energieverbrauch in e-SORT 2-Tests – erzielt werden. Aufgetankt werden kann der Urbino 18 electric via Stecker oder Pantograf.

Neues Design

Der Bus zeichnet sich durch sein neues Design aus, das ohne konventionellen Motorturm auskommt. Stattdessen wurde der Bus mit einem modularen Antriebsstrang ausgestattet, dessen Komponenten auf dem Dach und im Heck des Fahrzeugs untergebracht sind. Diese Lösung maximiert die Fahrgastkapazität, erleichtert die Wartung und bietet ein hohes Maß an Flexibilität bei der Dachanordnung.

Der Urbino 18 kann maximal 145 Fahrgäste befördern. Laut Hersteller erfüllt er alle Sicherheitsstandards, einschließlich der neuen GSR2- und Cyber-Sicherheitsanforderungen, die ab Juli 2024 für neu zugelassene Fahrzeuge in Kraft treten.

Wasserstoff als Kraftstoff der Zukunft

Das Interesse an wasserstoffbasierten, emissionsfreien Lösungen nimmt in Europa weiter zu, auch in der Busindustrie. Im Auftragsbuch von Solaris stehen nach eigenen Angaben knapp 600 bestellte oder ausgelieferte Wasserstoffbusse. 140 davon sind bereits in rund einem Dutzend europäischer Städte im Einsatz. Parallel zur Entwicklung von Batterielösungen hat der polnische Bushersteller neue Investitionen in den wasserstoffbasierten Antriebsstrang getätigt – eines der jüngsten wasserstoffbezogenen Projekte ist der Bau der Wasserstoffhalle mit einer Fertigungslinie, die ausschließlich für Wasserstoffantriebe bestimmt ist. Die 5500 m2 große Halle wird nach den höchsten Sicherheitsstandards und unter Einsatz modernster Schutzsysteme gebaut.

Solaris Urbino 18 hydrogen

Der Wasserstoffbus von Solaris bietet nach Herstellerangaben ebenfalls eine Reichweite von 600 km mit einer einzigen Tankfüllung – basierend auf dem Energieverbrauch in e-SORT 2-Tests – und ist auch wegen der leichten Wasserstofftanks der neuesten Generation „perfekt für längere Strecken geeignet“. Ungefähr 20 Minuten dauert eine Vollbetankung.

GSR2

Mit der Allgemeinen Fahrzeugsicherheitsverordnung 2019/2144 (GSR2) werden neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, um Fahrgäste, Fahrer, Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer noch besser zu schützen. Die Bestimmungen werden am 7. Juli 2024 in Kraft treten und für alle neu zugelassenen Fahrzeuge gelten. Solaris arbeitet intensiv an der effektiven Umsetzung aller notwendigen Sicherheitssysteme, zu denen u.a. die Überwachung des toten Winkels, die Verkehrszeichenerkennung, die Überwachung der Fahrermüdigkeit und die Reifendrucküberwachung gehören.

Cybersecurity

Als Reaktion auf die wachsende Nachfrage auf dem europäischen Markt nach intelligenten, effektiven und sicheren Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr für Verkehrsunternehmen und Betreiber arbeitet Solaris an der Verbesserung der Cybersicherheit seiner Produkte.

Ein Cyber-Sicherheitssystem für Fahrzeuge (bestehend aus Software, Hardware, Protokollen und Verfahren) wird von Solaris in jeder Phase der Fahrzeugentwicklung implementiert, von der Konstruktion über die Fertigung bis hin zu Betrieb und Wartung.

Die gesamte Kommunikation mit dem Fahrzeug wird durch eine neue Architektur für das Datenmanagement gesichert. Neue Systeme für den Austausch von Busdaten werden dazu beitragen, eine Sicherheits- und Konnektivitätsplattform für andere Modelle zu schaffen und die Produktion und Wartung von Flotten zu erleichtern.