Fahrermangel: bdo startet Kampagne

Der Fachkräftemangel im Busgewerbe ist dramatisch – mit einer offensiven Werbemaßnahme will der Branchenverband jetzt dagegen angehen und hofft auf Unterstützung aus der Politik.

 
Dem bundesweiten Fahrermangel effizient entgegentreten – die Kampagne des bdo zielt auf öffentlichkeitswirksame Außendarstellung und will junge Leute für den Beruf begeistern. (Foto: bdo)
Dem bundesweiten Fahrermangel effizient entgegentreten – die Kampagne des bdo zielt auf öffentlichkeitswirksame Außendarstellung und will junge Leute für den Beruf begeistern. (Foto: bdo)
Martina Weyh

Der Bundesverband der Deutschen Omnibusunternehmer (bdo) sucht Auswege aus dem sich immer weiter verschärfenden Fachkräftemangel in der Branche und geht jetzt in die Offensive. In dieser Woche starten der bdo und seine Landesverbände eine Kampagne zur Gewinnung von Fahrerinnen und Fahrern. Ohne politische Unterstützung wird dies jedoch nicht ausreichen, um die dringend erforderliche Trendwende beim Fahrpersonal zu schaffen, ist der Branchenverband überzeugt.

Die Zahlen sind erschreckend – 85 % der Unternehmen beklagen einen Mangel von Fahrerinnen und Fahrern. Über 95 % der Busmittelständler gehen davon aus, dass sich die Situation sogar noch verschärfen wird. Damit ist die Verkehrswende massiv bedroht, warnt der Branchenverband: Denn nur mit einer massiven Ausweitung des Busangebots werde es gelingen, zeitnah viele Menschen zum Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr zu gewinnen. Der Ausbau des Bahnangebots werde erst mit Beginn der 30er Jahre nennenswerte Verbesserungen im Angebot bringen. Ohne zusätzliches Fahrpersonal sei ein besseres Busangebot undenkbar.

Betroffen sei nicht nur der öffentliche Nahverkehr, sondern auch die Schülerbeförderung, Bustouristik und Fernlinien. Fast 70 % der Busunternehmen geben laut bdo an, dass sie nicht genügend Fahrerinnen und Fahrer beschäftigen, um die vertraglichen Verpflichtungen erfüllen, geschweige denn wachsen zu können.

Vor allem der Busführerschein als Grundvoraussetzung müsse flexibler und finanziell tragbarer gestaltet werden.

„Der bdo sieht insbesondere im digitalen Fahrschulunterricht und bei der Reduzierung der Pflichtstunden die Möglichkeit, die hohen Ausbildungskosten zu senken, um damit mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, etwas zu bewegen und Busfahrer werden zu können“ sagt Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo.

bdo-Mitgliedsunternehmen können über ihre jeweiligen Landesverbände verschiedene Werbemittel abrufen, welche sie individualisiert und individuell für ihr Unternehmen nutzen können. Digitale Basis der Kampagne ist Webseite https://www.diebusunternehmen.de, auf der sich Mitglieder, die freie Stellen oder Ausbildungsplätze zu vergeben haben, mit ihren direkten Kontaktdaten vorstellen können. Interessierte Bewerberinnen und Bewerber können bei der Suche einfach und bequem über eine PLZ-Suchfunktion passende Unternehmen in ihrer Nähe finden.

„Natürlich sind zahlreiche Unternehmen bereits aktiv und setzen bei der Suche nach Fahrkräften auf eigene Einzelmaßnahmen. Damit kann in der Breite betrachtet dem bundesweiten Fahrermangel nicht effizient genug entgegengetreten werden. Mit der jetzt gestarteten, konzertierten Kampagne zur Gewinnung von Fahrerinnen und Fahrern erreichen wir mehr Schlagkraft“, so Leonhard.

Unter der gemeinsamen Dachmarke „Die Busunternehmen“ mit einheitlichen Werbemitteln schaffe man in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit und Mehrwert, ist der bdo überzeugt.

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