Askin Bulut

Die Busflotte der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wird weiter modernisiert und erweitert: Die Stadtwerke München (SWM) haben 22 neue Fahrzeuge bestellt, die bereits 2013 ausgeliefert und eingesetzt werden sollen.

Erstmals werden zehn sogenannte Buszüge beschafft. Diese rund 23 Meter langen Gespanne bestehen aus einem herkömmlichen 12-Meter-Solobus als Zugfahrzeug und einem Personenanhänger mit rund 11 Metern. Mit Anhänger bietet dieser rund 130 Fahrgästen Platz. Es hat damit mehr Kapazität als ein herkömmlicher 18-Meter-Gelenkbus. Die Bestellung beinhaltet außerdem einen zusätzlichen Solobus mit Anhängerkupplung sowie elf normale Gelenk-busse (18 Meter). Lieferant der neuen Fahrzeuge ist der Bushersteller Solaris.

Die MVG reagiert mit dem Kauf von Anhänger-Bussen auf zunehmende Engpässe durch stetig steigende Fahrgastzahlen in ihrem Busnetz. MVG-Chef Herbert König: „Buszüge bieten eine gute Möglichkeit, das Platzangebot durch Abkuppeln des Anhängers ohne großen Aufwand flexibel, bedarfsgerecht und damit besonders wirtschaftlich auf die Nachfragesituation auszurichten. Sie zahlen sich auch deswegen aus, weil sich das Angebot für die Fahrgäste im Idealfall gleich zweimal verbessert: Zum einen profitieren unsere Kunden von mehr Platz durch das größere Fahrzeug an sich. Zum anderen können wir dank Anhänger – je nach Einsatz-konzept – auf den bisher üblichen Verstärkerwagen mit zusätzlichem Fahrer verzichten und diesen dann für Angebotsverdichtungen an anderen Stellen einsetzen, ohne weitere Kosten zu verursachen.“

Die MVG hatte im Vorfeld der aktuellen Bestellung auch Testfahrten mit Anhänger-Bussen im Münchner Netz durchgeführt. So gab es im Sommer 2011 auf der MetroBus-Linie 60 einen mehrwöchigen Probebetrieb mit einem Gespann der infra fürth verkehr GmbH (Foto). Dabei wurde die Alltagstauglichkeit des Buszugs im Fahrgastbetrieb unter Beweis gestellt. Das Fahrzeug lief stabil, war insbesondere auch wendig genug und kam bei Fahrgästen und Fahrern gleichermaßen gut an. 83 Prozent der Kunden hatten bei einer repräsentativen Befragung während des Probe-betriebs einen guten oder sogar sehr guten ersten Eindruck vom Anhänger-Bus, 93 Prozent fühlten sich sicher oder sehr sicher. 55 Prozent lobten von sich aus das großzügige Platzangebot im Anhänger, unter anderem für Kinderwagen und Rollstühle.

Omnibusse mit Anhänger sind vielfach praxiserprobt und europaweit im Einsatz. „Wir sind nicht die ersten, die auf diese Lösung zur Erweiterung ihrer Platzkapazitäten setzen, aber die erste Metropole in Deutschland“, so König. „Aktuell setzen in Deutschland über 20 Verkehrsunternehmen solche Fahrzeuge im regulären Linienbetrieb ein, unter anderem in Fürth, Ludwigsburg, Osnabrück, Reutlingen und Wolfsburg, außerdem viele Städte in der Schweiz.“

Mit Blick auf weiter steigende Fahrgastzahlen sei für 2014 oder 2015 die Beschaffung einer zweiten Fahrzeugserie denkbar.

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