BayWa AG steigt bei der Hy2B Wasserstoff GmbH ein

Ab 2023 wird grüner Wasserstoff für den Öffentlichen Personennahverkehr in Bayern erzeugt.

Im Landkreis Landshut könnten ab 2023 Brennstoffzellenbusse mit regional erzeugtem Wasserstoff unterwegs sein. (Foto: iStock)
Im Landkreis Landshut könnten ab 2023 Brennstoffzellenbusse mit regional erzeugtem Wasserstoff unterwegs sein. (Foto: iStock)
Claus Bünnagel

Die BayWa AG wird Teil der grünen Wasserstoffmodellregion HyBayern. Neben dem Industriegasexperten Tyczka Hydrogen GmbH sowie den drei Bürger-Energiegenossenschaften Bürger-Energie-Unterhaching eG, Bürgerenergie Isar eG und BürgerEnergie Niederbayern eG steigt das Unternehmen als Mitgesellschafterin in die Betreibergesellschaft Hy2B Wasserstoff GmbH ein. Ab 2023 wollen die Partner gemeinsam mit dem Landkreis Landshut grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien erzeugen und in den Partnerlandkreisen der Modellregion und Umgebung verteilen und nutzen. Die BayWa übernimmt in diesem Rahmen die Logistik, den kaufmännischen Betrieb einer geplanten Wasserstofftankstelle in Hofolding und organisiert den Treibhausgasquotenhandel.

Gemeinsam mit einem Strom- und Gasnetzbetreiber hat die BayWa bereits in den Niederlanden erfolgreich ein grünes Wasserstoffprojekt initiiert. Als erfahrener Betreiber von Tankstellen und Lieferant von Kraftstoffen in Süddeutschland können wir auch hier bei uns zuhause einen wichtigen Beitrag für mehr CO2-optimierte Mobilität leisten. (Prof. Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG)

Einsparungen von 4.500 t CO2

Der Wasserstoff soll hauptsächlich im Öffentlichen Personennahverkehr als Treibstoff für Busse genutzt, aber auch an Drittkunden verkauft werden. 4.500 t CO2 können jährlich durch die Wasserstofferzeugung und -nutzung in der Region eingespart werden. Die Beteiligung der Bürger-Energiegenossenschaften an der Betreibergesellschaft bietet zudem ihren Mitgliedern eine unmittelbare Teilhabe an der Energiewende. 

Über die Hy2B Wasserstoff GmbH 

Die Hy2B Wasserstoff GmbH wurde im Oktober 2020 gegründet. Sie ist die Betreibergesellschaft für den Wasserstoffelektrolyseur sowie die Verteilung des grünen Wasserstoffs in der Modellregion HyBayern, bestehend aus den Landkreisen Landshut, Ebersberg und München. Die Initiative ist als „HyPerformer“-Projekt des Bundesverkehrsministeriums mit 20 Mio. Euro Förderung ausgezeichnet. 

Es ist geplant, ab 2023 am Standort Pfeffenhausen, südlich der Schmatzhausener Straße, Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Dieser soll hauptsächlich für den Öffentlichen Personennahverkehr der Landkreise sowie weitere Kunden bereitgestellt werden. Von Pfeffenhausen aus wird der grüne Wasserstoff an Tankstellen in einem Umkreis von bis zu 200 km verteilt. 

5-MW-Elektrolyseur

Mit einer nominalen Anfangsleistung von knapp 5 MW pro Jahr wird der Hy2B-Elektrolyseur etwa 400 bis 700 t grünen Wasserstoff erzeugen. Er kann im angeschlossenen Verdichter- und Verteilzentrum in Trailer abgefüllt werden und als Druckgas mit bis zu 400 bar an Tankstellen für Busse, Lkw und Pkw sowie Industriekunden verteilt werden. Jeder Druckgastrailer kann dabei mehr als eine Tonne grünen Wasserstoff transportieren, genug Wasserstoff für den Betrieb von 25 bis 30 Lkw oder Regionalbussen mit jeweils 400 km Reichweite. Für den Transport zu den Tankstellen und Kunden stehen sechs Abfüllstationen bereit, an denen jeweils maximal ein Trailer pro Tag befüllt und abtransportiert werden kann. In unmittelbarer Nähe wird auch das Technologie- und Anwendungszentrum Wasserstoff (WTAZ) entstehen, mit dem sich ein bayerisches Konsortium im Wettbewerb um das kommende nationale Innovations- und Technologiezentrum Wasserstoff (ITZ) beworben hat.

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