WSW erhält ersten Wasserstoffbus

Die komplette elektrische Busflotte und die Wasserstoffanlage sollen im Februar einsatzbereit sein.

Zehn Brennstoffzellenbusse vom Typ Van Hool A330 setzen die WSW im kommenden Jahr im Linienverkehr ein. (Foto: WSW)
Zehn Brennstoffzellenbusse vom Typ Van Hool A330 setzen die WSW im kommenden Jahr im Linienverkehr ein. (Foto: WSW)
Claus Bünnagel

Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) haben den ersten von zehn Brennstoffzellenbussen erhalten. Die nächsten fünf wasserstoffbetriebenen Fahrzeuge von Van Hool erwarten die WSW bis Ende Januar, die restlichen im Februar. Im laufenden Jahr werden sie dann auch im Linienverkehr eingesetzt. Auf welchen Strecken sie unterwegs sein werden, steht noch nicht fest. Durch den Einsatz der zehn Brennstoffzellen-Busse können fast 700 t CO2 pro Jahr im Vergleich zu Dieselbussen eingespart werden.

Wasserstoff per Elektrolyse

Die zweiachsigen Busse sind auf dem Busbetriebshof Nächstebreck stationiert. Dort haben die WSW die Werkstätten für die Wartung der elektrischen Fahrzeuge nachgerüstet und das Werkstattpersonal entsprechend geschult. Die Betankungsanlage wird zurzeit am Müllheizkraftwerk der AWG Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH Wuppertalerrichtet. Dort stellen WSW und AWG den Wasserstoff in einem Elektrolyseur mit Strom aus der Müllverbrennung selbst her. Die Anlage soll im Februar in Betrieb gehen. Zwischenzeitlich können die WSW eine Betankungsmöglichkeit in Düsseldorf nutzen. Das gesamte Projekt „H2-W“ wird von der EU gefördert. Für das Projekt, das Abfallentsorgung, Stromerzeugung und ÖPNV verknüpft, sind AWG und WSW in diesem Jahr mit dem Stadtwerke-Award ausgezeichnet worden.

Auf Stippvisite

Der erste neue Bus war im September schon einmal in Wuppertal auf Stippvisite. Anlass war ein Treffen von Vertretern von Städten und Regionen, die an europäischen Programmen zum Einsatz von Wasserstoffbussen im öffentlichen Nahverkehr teilnehmen. Danach ging er noch einmal für mehrere Wochen ins belgische Werk von Van Hool, um Ausstattung und Technik an die Wünsche der WSW anzupassen. Dabei ist er bereits 800 km gefahren. Bei den WSW wird er nun zunächst zur Schulung der rund 270 Busfahrer des Betriebshofs Nächstebreck eingesetzt.

650.000 Euro pro Fahrzeug

Die Brennstoffzellenbusse bieten Platz für 75 Fahrgäste. Die 12-m-Solos wiegen rund 14 t. Sie sind mit einer 85-kW-Brennstoffzelle von Ballard Power Systems und einer Lithium-Titanat-Oxyd-Batterie (LTO) ausgerüstet. Die maximale Wechselleistung beträgt 210 kW. Die Kosten pro Fahrzeug liegen bei rund 650.000 Euro.

Die Anlage für die Wasserstoffproduktion hat eine Leistung von 1 MW. Mit einer Speichermenge von 425 kg Wasserstoff ist sie für die Betankung der zehn Brennstoffzellenbusse ausgelegt. Dabei nutzen WSW und AWG preiswerten Strom aus dem eigenen Müllheizkraftwerk, um die Brennstoffkosten für die elektrische Busflotte niedrig zu halten. Die Wasserstoffproduktion soll vor allem dann laufen, wenn für den Strom aus der Müllverbrennung keine hohen Marktpreise erzielt werden können. Dann ist der Eigenverbrauch wirtschaftlicher. Die Arbeiten an der Infrastruktur für Wasserstoffproduktion und Betankung schreiten schnell voran. Alle Komponenten bis auf die Verdichter sind bereits geliefert und werden zurzeit montiert. Auch erste Lasttests des Elektrolyseurs können schon stattfinden.

Kosten: 12 Mio. Euro

Die Gesamtkosten für das Wasserstoffprojekt betragen 12 Mio. Euro, davon entfallen 5,5 Mio. Euro auf die Errichtung der Wasserstoffproduktionsanlage und 6,5 Mio. Euro auf die Anschaffung der Fahrzeuge. Das Wasserstoffprojekt „H2W" wird durch die EU-Förderprogramme Jive, Mehrlin und Jive2, das Förderprogramm des Bundes NIP2 sowie durch das Land NRW mit VRR-Mitteln unterstützt. Die Fördersumme beträgt insgesamt 6,5 Mio. Euro.

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