WSW-Brennstoffzellenbusse fahren im Linienverkehr

Mit insgesamt 6,5 Mio. Euro haben die EU, der Bund, das Land NRW und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr das Vorhaben unterstützt.

In Wuppertal fahren nicht nur Schwebebahnen emissionsfrei, sondern jetzt auch Brennstoffzellenbusse. (Foto: Stefan Tesche-Hasenbach)
In Wuppertal fahren nicht nur Schwebebahnen emissionsfrei, sondern jetzt auch Brennstoffzellenbusse. (Foto: Stefan Tesche-Hasenbach)
Claus Bünnagel

Ab sofort gehören die neuen Wasserstoffbusse der WSW zum Stadtbild. Denn nun beginnt der Linienverkehr der aktuell zehn Fahrzeuge umfassenden Busflotte. Rein optisch unterscheiden sich die 12 m langen WSW-blauen Solobusse vom Typ Van Hool A330 Fuel Cell kaum von ihren dieselbefeuerten Kollegen. Der in der Brennstoffzelle erzeugte Strom treibt einen 210 kW starken Elektromotor an. Wie bei allen Elektrofahrzeugen steht das volle Drehmoment sofort zur Verfügung.

Das macht sich insbesondere auf den Bergstrecken in Barmen, Heckinghausen oder hoch nach Ronsdorf bemerkbar. Zudem emittieren die Busse kein Motorengeräusch, sind also auch bei laufendem Motor an der Haltestelle fast lautlos, während man auf der Strecke nur die Abrollgeräusche hört.

Müll macht mobil

Der eigentliche Clou der Wasserstoffmobilität bei den WSW ist jedoch das sogenannte Wuppertaler Modell. Weltweit einmalig wird unter dem Dach der Wuppertaler Stadtwerke nicht nur der ÖPNV mit Wasserstoff betrieben, sondern auch der Treibstoff produziert. Das erledigt die Abfallwirtschaftsgesellschaft AWG am Standort des Müllheizkraftwerks Korzert in Cronenberg. Im Schatten des Kraftwerks wurde seit dem Winter ein Elektrolyseur inklusive Wasserstofftankstelle errichtet. Bei der Elektrolyse wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespaltet. Die Energie zur Aufspaltung des Wassers kommt aus dem Strom, der bei der Müllverbrennung erzeugt wird.

Im Jahr 120 nach Inbetriebnahme der Schwebebahn bringt Wuppertal erneut eine Verkehrsinnovation europäischen Ranges auf die Strecke. (NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst)

Umfangreiche Förderung

Da es noch keine Serienfertigung von Brennstoffzellenbussen, Elektrolyseuren oder Wasserstofftankstellen gibt, wurde das Projekt umfangreich gefördert. Mit insgesamt 6,5 Mio. Euro haben die EU, der Bund, das Land NRW und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr das Vorhaben unterstützt. Die Gesamtkosten für das Wasserstoffprojekt betragen 12 Mio. Euro. Im kommenden Jahr wird die Wasserstoffbusflotte der WSW mobil auf 20 Fahrzeuge erweitert.

Die Wasserstoffbusse des belgischen Herstellers Van Hool bieten Platz für 75 Fahrgäste. Die 12 m langen Fahrzeuge wiegen 14 t. Sie sind mit einer 85-kW-Brennstoffzelle und einer Lithium-Titanat-Oxyd-Batterie (LTO) ausgerüstet. Die maximale Wechselleistung beträgt 210 kW. Ein Bus kostet rund 650.000 Euro und damit fast dreimal so viel wie ein herkömmlicher Dieselbus.

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