Volvo und Daimler: Gemeinsame Brennstoffzellenproduktion

Ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts sollen schwere Brennstoffzellennutzfahrzeuge für den Fernverkehr in Serie angeboten werden.

Entwicklungstests an der Antriebseinheit des Mercedes-Benz GLC F-Cell in Kirchheim-Nabern. (Foto: Daimler AG)
Entwicklungstests an der Antriebseinheit des Mercedes-Benz GLC F-Cell in Kirchheim-Nabern. (Foto: Daimler AG)
Claus Bünnagel

Die Daimler Truck AG und die Volvo Group wollen künftig zusammen Brennstoffzellen entwickeln und produzieren. Die beiden Konzerne haben dazu eine vorläufige, nicht bindende Absichtserklärung zur Gründung eines Joint Ventures unterzeichnet. Eine endgültige Vereinbarung wird bis zum 3. Quartal erwartet und soll noch vor Jahresende 2020 abgeschlossen werden. Ziel ist die serienreife Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Brennstoffzellensystemen für den Einsatz in schweren Nutzfahrzeugen und anderen Anwendungsfeldern. Daimler wird alle seine derzeitigen Brennstoffzellenaktivitäten in der Unternehmenkooperation zusammenführen. Die Volvo Group wird 50 % des Joint Ventures für die Summe von etwa 0,6 Mrd. Euro auf einer barmittel- und schuldenfreien Basis erwerben. 

Die Erfahrung beider Unternehmen auf diesem Gebiet wird die Entwicklung beschleunigen. Dies ist sowohl für unsere Kunden als auch für die Gesellschaft von Vorteil. Mit der Gründung dieses Joint Ventures zeigen wir deutlich, dass wir an die mit Wasserstoff angetriebene Brennstoffzelle für Nutzfahrzeuge glauben. Damit diese Vision jedoch Wirklichkeit werden kann, müssen auch andere Unternehmen und Institutionen diese Entwicklung unterstützen, nicht zuletzt, um die erforderliche Kraftstoffinfrastruktur aufzubauen. (Martin Lundstedt, Präsident und CEO der Volvo Group) 

Bis 2030 auf der Straße

Die Bündelung der Kräfte wird die Entwicklungskosten für beide Unternehmen senken und die Markteinführung von Brennstoffzellensystemen in Produkten für anspruchsvolle Langstreckeneinsätze beschleunigen. Im Kontext des gegenwärtigen wirtschaftlichen Abschwungs ist eine Zusammenarbeit noch notwendiger geworden, um die Ziele des Green Deal in einem realistischen Zeitrahmen zu erreichen. 

Das gemeinsame Ziel beider Unternehmen ist, in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts schwere Brennstoffzellennutzfahrzeuge für den Fernverkehr in Serie anzubieten. Darüber hinaus befasst sich das Joint Venture auch mit anderen Anwendungsfällen.

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