Emissionsfreier ÖPNV in der Uckermark: Aus Diesel- wird Wasserstoffbus

Die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft setzt beim umweltfreundlichen Umbau ihrer Flotte im Rahmen eines Pilotprojekts auch auf zwei von Clean Logistics auf Wasserstoffantrieb umgerüstete Mercedes-Benz Citaro.

Die Nachfrage steigt rasant: Derzeit verhandelt Clean Logistics mit weiteren Verkehrsverbünden zur Umrüstung von Dieselfahrzeugen auf Wasserstoffbetrieb. (Foto: Clean Logistics)
Die Nachfrage steigt rasant: Derzeit verhandelt Clean Logistics mit weiteren Verkehrsverbünden zur Umrüstung von Dieselfahrzeugen auf Wasserstoffbetrieb. (Foto: Clean Logistics)
Martina Weyh

Zweites Leben – früher Diesel- jetzt Wasserstoffbus: Die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft (UVG) geht in Sachen umweltfreundlicher ÖPNV neue Wege. Zwei Mercedes-Benz Citaro Dieselbusse wurden von Clean Logistics mit Sitz in Winsen (Metropolregion Hamburg) auf Wasserstoffantrieb umgerüstet und heißen jetzt HyBatt-Busse – einer wurde bereits an die UVG ausgeliefert und soll ab Ende September auf der PlusBus-Linie zwischen Prenzlau und Schwedt sowie auf der Nationalparklinie 468 zwischen Angermünde und Schwedt zum Einsatz kommen.

Ab Angermünde können Besucher gleich vom Zug aus mit den umgerüsteten Wasserstoffbussen in das Natur-Großschutzgebiet weiterfahren. Zudem werden sie unterwegs mit Informationen über Landschaft, Land und Leute versorgt. Über Bildschirme in den Bussen werden kurze Filmclips über Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke ausgespielt.

Das Pilotprojekt wird vom Land Brandenburg über den Zukunftsinvestitionsfonds in Höhe von rund 1 Mio. Euro gefördert.

„Der Umbau von gebrauchten Bussen mit Verbrennungsmotor zu einem klimaschonenden Antriebssystem, die im Liniennetz eingesetzt werden, ist so ein Beispiel, das hoffentlich bald Schule machen wird. Deshalb fördern wir dieses Pilotprojekt über den Zukunftsinvestitionsfonds des Landes.“ (Axel Vogel, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg)

Clean-Vehicle- Richtlinie muss umgesetzt werden

Die Richtlinie gibt vor, dass 45 % der Busse im regionalen ÖPNV Deutschlands bis Ende 2025 emissionsarm unterwegs sein müssen, mindestens die Hälfte davon soll sogar über einen komplett emissionsfreien Antrieb verfügen. Möglich ist dabei aber auch die Umrüstung von Bussen aus der bestehenden Flotte – so wie die UVG es jetzt im Rahmen des brandenburgischen Pilotprojekts vorgemacht hat.

Umgerüstet wurden die Busse aus UVG-Bestand bei Clean Logistics in Winsen an der Luhe. Das leistungsfähige Energiesystem der HyBatt-Busse soll nach Angaben von Clean Logistics für über 300 km Reichweite sorgen. Betankt werden sie mit grünem Wasserstoff, des brandenburgischen Energiekonzerns Enertrag, der mit Windenergie aus der Uckermark erzeugt wird.

Signifikante Reduktion der CO2-Emissionen

Der Umrüstspezialist Clean Logistics wirbt damit, dass die Konversionstechnologie verglichen mit der Produktion eines neuen Busses zu einer signifikanten Reduktion der CO2-Emissionen führt. Zum Aufbau einer klimaneutralen und zukunftsfähigen Fahrzeugflotte müssten Verkehrsverbünde keine Neuanschaffungen mehr tätigen, wodurch eine erhebliche CO2-Belastung entfällt. So werde ein klimabelastender Dieselbus von der Straße genommen und mit einer klimagerechten Zukunftstechnologie ausgestattet. Ein weiterer bedenkenswerter Faktor: Busfahrer müssten sich nicht auf einen neuen Fahrzeugtyp einstellen.

„Wir gehen einen konsequenten Weg in Richtung nachhaltige Mobilität und verzeichnen eine sehr gute Nachfrage nach unseren konvertierten Bus- und LKW-Typen. Mit Blick auf den durch Nachhaltigkeit und Klimaschutz getriebenen Wandel des Transportsektors bietet der Markt hohe Wachstumschancen. Mit unseren Produkten sind wir bestens positioniert, um zusammen mit den Verkehrsverbünden pragmatische und schnell umsetzbare Lösungen zu finden.“ (Dirk Graszt, CEO von Clean Logistics)

Erhöhte Nachfrage

Aktuell baut Clean Logistics die bestehenden Konvertierungsressourcen deutlich aus, denn die Nachfrage seitens der Flottenbetreiber zieht stark an und liegt nach Angaben des Unternehmens im hohen dreistelligen Bereich.

Die Aufnahme der Serienkonvertierung von herkömmlichen Bussen und LKW-Zugmaschinen zu wasserstoffgetriebenen Fahrzeugen ist für 2022 geplant. 

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