Meilenstein der Wasserstoffstrategie

Zulieferer Schaeffler schließt Kooperationsvertrag mit Hydrogenious LOHC Technologies und Helmholtz-Institut Erlangen und will Anwendung einer Fuel Cell mit flüssigem Wasserstoffträger näher kommen.

Breites Spektrum: Gemeinsam mit den Partnern entwickelt Schaeffler eine Brennstoffzelle, die den direkten CO2-freien Betrieb mit im LOHC gebundenen Wasserstoff ermöglichen soll. | Foto: Schaeffler
Breites Spektrum: Gemeinsam mit den Partnern entwickelt Schaeffler eine Brennstoffzelle, die den direkten CO2-freien Betrieb mit im LOHC gebundenen Wasserstoff ermöglichen soll. | Foto: Schaeffler
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler sieht einen wichtigen Meilenstein in seiner Wasserstoffstrategie erreicht: Mit der Kooperationsvereinbarung mit der Hydrogenious LOHC Technologies GmbH sowie dem Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HIERN) komme man dem, Ziel der Entwicklung einer Wasserstoff-Brennstoffzelle, die mit einem flüssigen organischen Wasserstoffträger, sogenanntem LOHC (Liquid Organic Hydrogen Carrier), betrieben wird, näher.

Die Wasserstofftechnologie spielt für eine CO2-neutrale, nachhaltige Mobilität inklusive Energieversorgung eine entscheidende Rolle und ist für Schaeffler von strategisch wichtiger Bedeutung. (Uwe Wagner, Vorstand Forschung und Entwicklung der Schaeffler AG)

Mit der Partnerschaft werde man einen wichtigen Beitrag zur Anwendung der LOHC-Technologie in Brennstoffzellen leisten, verspricht Wagner. Dabei nutze man die Industrialisierungskompetenz und das Know-how in den Bereichen Material-, Umformungs- und Oberflächentechnologie.

Die direkte Nutzung von LOHC in Brennstoffzellen zur Stromerzeugung macht die Handhabung von Wasserstoff als Gas unnötig und erlaubt eine besonders günstige und sichere Versorgung von mobilen und stationären Energieverbraucher. (Daniel Teichmann, CEO und Gründer von Hydrogenious)

LOHC für mehr Sicherheit und Kosteneffizienz

Wasserstoff wird in der Regel gasförmig bei hohem Druck oder in flüssiger Form bei extremen Minusgraden in Spezialbehältern gespeichert und transportiert. Eine Alternative bieten flüssig-organische Wasserstoffträger, sogenannte LOHC. Im proprietären Verfahren von Hydrogenious kommt dabei Benzyltoluol zum Einsatz, skizziert der Zulieferkonzern weiter. Dabei handelt es sich um eine ölartige, organische Substanz, die den Wasserstoff chemisch bindet und diesen bei normalen Umgebungsbedingungen transportieren lässt. Anders als in der klassischen Ausführung würde in einer LOHC-Brennstoffzelle sowie in der Versorgungskette kein molekularer Wasserstoff vorhanden sein. Das flüssige Trägermaterial könne mehrfach genutzt werden und ist dadurch besonders nachhaltig.

Mit seinen Eigenschaften ermöglicht die auf Benzyltoluol setzende LOHC-Technologie eine sichere und kostengünstige Wasserstoffinfrastruktur – von der Speicherung über den Transport bis zur Nutzung. (Prof. Dr.-Ing. Tim Hosenfeldt, Leiter Forschung & Innovation und Zentrale Technologien der Schaeffler AG)

Man sehe die Nutzung von LOHC in Brennstoffzellen komplementär zu klassischen Wasserstofftechnologien, so Hosenfeldt weiter. Das Projekt baut auf den umfangreichen Pionierleistungen von Hydrogenious und HIERN in Forschung und Entwicklung im Bereich LOHC sowie entsprechendem Know-how und Patenten auf. Schaeffler entwickelt gemeinsam mit dem Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg die entsprechende Brennstoffzellentechnologie für den direkten Einsatz von im LOHC gebundenen Wasserstoff.

Hierfür müssten Adaptionen beim Aufbau der Brennstoffzellen vorgenommen werden. Schaeffler fertigt die Bipolarplatten, wobei das Unternehmen Synergien nutzt und auf Know-how aus bisher entwickelter Brennstoffzellentechnologie zurückgreift. Die für diese Technologie notwendigen Katalysatoren und Membranen werden am Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg speziell für diese Anwendung entwickelt, schilder der Konzern weiter.

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