Ungezügelte Energie: Hengstauftrieb im Brixental

Am 26. Juni findet das archaische Schauspiel das nächste Mal statt.

Sie geben alles: Rangkämpfe beim Hengstauftrieb im Brixental. (Foto: Mathäus Gartner)
Sie geben alles: Rangkämpfe beim Hengstauftrieb im Brixental. (Foto: Mathäus Gartner)
Claus Bünnagel

Wenn die Deckhengste des Tiroler Norikerpferdezuchtverbands aus ihren Boxen kommen und in freier Natur auf der Stallbachkaralm erstmals aufeinandertreffen, knistert die Luft. Die Rangkämpfe können über Stunden gehen. Erst danach dürfen die Kraftpakete raus aus dem Gatter, um ihre Sommerfrische auf der Alm zu verbringen – friedlich und in geordneten Verhältnissen.

Der Kampf beginnt

Wer dem archaischen Schauspiel zuschauen möchte, kommt am 26. Juni zum Hengstauftrieb ins Tiroler Brixental. 1,5 Stunden dauert die Wanderung vom Parkplatz durchs abgeschiedene Spertental hinauf zur Stallbachkaralm. Wenn hier um 10 Uhr der Frühschoppen beginnt, sind die ersten Hengste schon da, andere reisen noch im Hänger an. Um 11 Uhr werden die Kraftpakete gewogen und dem Publikum präsentiert. Dann geht’s ins Gatter – der Kampf beginnt. Am Zaun stehen Züchter mit angehaltenem Atem und Zuschauer, die das Spektakel hautnah miterleben möchten.

Fast ausgestorben

Übrigens: Noriker wurden einst als Säumerpferde eingesetzt und waren nach dem Zweiten Weltkrieg fast ausgestorben. Dank des Tiroler Norikerpferdezuchtverbands hat sich die Rasse wieder erholt. Kleines Detail: Gearbeitet wird nicht mit künstlicher Befruchtung, nur mit „Natursprung“. Nach dem Almsommer dann wieder.

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