Eggental: Unsichtbare Bergstation

Das berühmte Rosengarten-Panorama soll so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.

Die neue Kabinenbahn fügt sich dank unsichtbarer Bergstation unauffällig ins Rosengarten-Panorama ein. (Foto/Visualisierung: Carezza Dolomites)
Die neue Kabinenbahn fügt sich dank unsichtbarer Bergstation unauffällig ins Rosengarten-Panorama ein. (Foto/Visualisierung: Carezza Dolomites)
Claus Bünnagel

Um das berühmte Rosengarten-Panorama so wenig wie möglich zu beinträchtigen, beauftragte das Skigebiet Carezza Dolomites im Eggental den renommierten Südtiroler Architekten Werner Tscholl für den Bau der neuen 10er-Kabinenbahn „König Laurin“ samt unsichtbarer Bergstation. Diese bringt ab 19. Dezember Fahrgäste barrierefrei und schnell (6,5 Minuten) von der Frommer Alm 560 Höhenmeter nach oben direkt an den Felsen des Rosengartens auf 2.337 m. Dabei wurden nur die Zufahrtswege der Kabinenbahn und der Ausgang für die Fahrgäste sichtbar in den Hang geschnitten. 

Die Bergstation sollte nicht als eigenständiges architektonisches Objekt sichtbar werden. (Florian Eisath, Geschäftsführer von Carezza Dolomites) 

Darum wurden nur die „Ein- und Ausfahrtshöhlen“, durch die die Kabinen die unterirdisch angelegte Station erreichen sowie der Zugangstunnel für Skifahrer bzw. Wanderer als sichtbare Zeichen in den Hang eingeschnitten. 

Von hier fahren Skifahrer direkt auf die Piste, und Wanderer gelangen auf die bestehenden Wanderwege. (Eisath)

Der für die neue Bergstation vorgesehene Bauplatz war aufgrund seiner delikaten und exponierten Lage nicht geeignet, um eine rein technische Struktur einer Seilbahnstation in herkömmlicher Form in die Landschaft zu setzen. Die vorher bestehende Ansammlung vorhandener Strukturen mit der Sesselliftstation erschien dem wunderbaren Panorama nicht zuträglich. Aus diesen Gründen hatte eine möglichst wenig sichtbare Einfügung in die Umgebung oberste Priorität. (Werner Scholl)

Die Idee von Italiens Architekten des Jahrs 2016: Der Eindruck von Höhleneingängen soll einen Bezug zur Laurin-Sage herstellen. Die Skifahrer und Wanderer kommen sozusagen im unterirdischen Palast von König Laurin am Rosengarten an. 

Sessellifte werden ersetzt

Die 1.807 m lange Bahn ersetzt die zwei Sessellifte Laurin II und Laurin III. Wer Respekt vor den schwarzen Abfahrten hat, die vom höchsten Punkte des Skigebiets (2.337 m) abgehen, der steigt an der neuen Mittelstation aus und kann die restlichen 40 Pistenkilometern von Carezza Dolomites nutzen. Von der Mittelstation aus hat man künftig Anschluss an den Sessellift Tschein, der bis zur Moseralm verlängert wurde. 

Über das Eggental 

Die sieben Orte des Eggentals liegen rund 20 km von der Autobahnausfahrt Bozen-Nord entfernt. Das Gebiet beheimatet gerade mal 9.300 Einwohner und erstreckt sich über 200 km2, davon 70 % Waldfläche. Skifahrer haben im Angesicht des Dolomiten-UNESCO-Welterbes mit Rosengarten und Latemar zwei Dolomiti-Superski-Gebiete zur Auswahl. Das Skigebiet Obereggen-Latemar, das mit dem Fiemme-Tal verbunden ist und auf über 100 gemeinsame Pistenkilometer kommt, ist besonders für sportliche Skifahrer geeignet. Das Klimaskigebiet Carezza positioniert sich als Ort für Familien. Hier gibt es inklusive der Verbindung ins Fassatal insgesamt 154 Abfahrtskilometer. Die rund 5.000 Gästebetten im Eggental verteilen sich auf 17 Hotels im Vier-Sterne- bzw. Vier-Sterne-Superior-Bereich sowie auf weitere 45 Hotels im Drei-Sterne-Bereich. Gut 65 % der Unterkünfte – darunter Apartments für unterschiedliche Ansprüche – sind klein und familiengeführt.

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