bdo sieht erheblichen Verbesserungsbedarf beim Reisesicherungsfonds

Die jetzige Planungsvorlage kommt aus Sicht des Branchenverbandes einem gesetzlich verordnetem Busreise-Aus gleich.

(Foto: bdo)
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Martina Weyh

Nachdrücklich hat der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) bei der gestrigen (21.4.2021) Anhörung des Bundestagsausschusses für Recht und Verbraucherschutz auf Fehlkonstruktionen beim geplanten Insolvenzschutzfonds für Pauschalreisen hingewiesen.

Kostenexplosion droht

Der vorliegende Entwurf für die Ausgestaltung des Reisesicherungsfonds zum Schutz von Kundengeldern bei Pauschalreisen sieht derzeit vor, dass kleinen und mittleren Anbietern horrende Zusatzkosten auferlegt werden sollen. Mit diesen müssten sie für die großen Ausfallrisiken von Reisekonzernen einstehen.  

Der bdo befürchtet, dass als Folge mittelständische Unternehmen aus dem Markt gedrängt würden. Dadurch litten zum einen die Angebotsvielfalt für Verbraucher, zum anderen würden sich Pauschalreisen deutlich verteuern, ist der Branchenverband überzeugt.

Was not tut

Der bdo fordert, eine Umsatzgrenze von 20 Mio Euro für Busreiseveranstalter für eine zwingende Aufnahme in den Fonds anzusetzen. Die vorgesehene 7-prozentige Sicherheitsleistung werde die Busunternehmen aus dem Markt drängen, denn sie stelle nicht auf die tatsächliche Bonität und Risiken dieser Unternehmen ab.

„Wir lehnen den Reiseischerungsfond in der jetzigen Form als unfair ab. Wir fordern, dass die tatsächlichen Haftungsrisiken der Unternehmen berücksichtigt werden, statt alle über einen Kamm zu scheren. Der bdo unterstützt den berechtigen Wunsch, die Verbraucherinnen und Verbraucher vor Insolvenzen in der Reisebranche zu schützen und ihre Rückreise zu garantieren. Die familiengeführten Busunternehmen haben dieses Ziel aber stets erreicht und werden dies auch in Zukunft tun. Es gibt einfach keine Fälle, in denen unsere Reisegäste teuer aus dem Ausland zurückgeholt werden mussten, wie das bei großen Konzernpleiten zu beobachten war“, so bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard zur geplanten Einführung eines Reisesicherungsfonds. 

Der Busmittelstand habe im Vergleich zu den Konzernen eine hohe Eigenkapitalquote, keine Repatriierungsrisiken und biete durch seine zumeist im Eigentum befindlichen Betriebsmittel – in Form der Reisebusse – hohe Sicherheiten. Infolge der Pandemie und nach Marktaustritten von Versicherern seien die Sicherheitsleistungen und Entgelte bereits massiv – auf bis zu 4 % bzw. 0,2 % - erhöht worden. Dies könne der Busmittelstand gerade noch so stemmen, weitere Zusatzbelastungen seien aber einfach nicht zu schaffen.  

Hier die offizielle Stellungnahme des bdo zum Reisesicherungsfonds »

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