bdo fordert KMU-Hilfen auch für die Busbranche

Bei Busmittelständlern machen die Ausgaben für Diesel mittlerweile bis zu 30 % der Produktionskosten aus – darauf weist der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) hin und hält Hilfen für mittelständische Busunternehmen für unabdingbar.

Die Politik darf den Busmittelstand nicht alleine lassen – bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard fordert im Namen des Verbandes und seiner Mitgliedsunternehmen, dass die gestiegenen Dieselkosten im Energiekostendämpfungsprogramm berücksichtigt und dem Busmittelstand Hilfen zuteilwerden. (Foto: bdo)
Die Politik darf den Busmittelstand nicht alleine lassen – bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard fordert im Namen des Verbandes und seiner Mitgliedsunternehmen, dass die gestiegenen Dieselkosten im Energiekostendämpfungsprogramm berücksichtigt und dem Busmittelstand Hilfen zuteilwerden. (Foto: bdo)
Martina Weyh

Der Rettungsschirm für kleine und mittelständische Unternehmen KMU darf nicht nur für ihre Erdgas- und Stromkosten aufgespannt werden – wie es beim Energiekostendämpfungsprogramm aktuell der Fall ist. Das fordert der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo).  Auch Diesel müsse bei den Hilfen berücksichtigt werden. Denn trotz aller Anstrengungen bei der Antriebswende seien bis auf wenige Ausnahmen alle Busunternehmen in hohem Maße auf das Tanken fossiler Brennstoffe angewiesen.

Der Branchenverband mahnt die Politik – bei den Busmittelständlern machten die Ausgaben für Diesel mittlerweile bis zu 30 % der Produktionskosten aus. Vor Beginn der russischen Invasion seien es lediglich 10-15 % gewesen. Aufgrund der rasenden Inflation seien Kunden extrem zurückhaltend beim Buchen von Reisen, bei Tages- und Ausflugsfahrten oder beim Nutzen von Fernbussen für längere Reisen.

Die gestiegenen Energiekosten könnten daher nicht im Markt weitergegeben werden. Dies gelte für Betriebe im ÖPNV sowie Mischbetriebe aufgrund sozial- und klimapolitisch festgelegter Tarife in noch größerem Maße, so der bdo.

„Die Bundesregierung muss sich jetzt schnell dafür einsetzen, dass auch den Busunternehmen durch diese schwere Krise geholfen wird und mittelständischen Unternehmen nicht nur für Gas und Strom Hilfen gewährt werden. Auch für die gestiegenen Dieselkosten muss es eine Unterstützung geben“, so bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard. „Nach mehr als zwei desaströsen Corona-Jahren bedeuten die dramatisch gestiegenen Dieselkosten eine gewaltige Herausforderung für den Busmittelstand, bei der sie von der Politik nicht alleine gelassen werden dürfen.“

Nach Angaben des Branchenverbandes sind rund 80 % der rund 3.000 privaten und mittelständischen Busunternehmen Mischbetriebe, die sowohl Busreisen als auch ÖPNV-Verkehre durchführen. Verluste im Reisebusgeschäft haben laut bdo direkte Auswirkungen auf den ÖPNV und die Schülerbeförderung – insbesondere im ländlichen Raum, wo Busse oft die einzige Form der öffentlichen Fortbewegung bieten und gerade Älteren, finanziell Schwachen sowie jungen Menschen gesellschaftliche Teilhabe durch Mobilität ermöglichen.

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