Akasol erweitert Produktionsanlagen

Ab Mitte 2021 werden auf den hochautomatisierten Fertigungslinien der Woll Maschinenbau GmbH Hochenergiebatteriesysteme vom Typ AKASystem AKM CYC gefertigt.

Auf den neuen Anlagen werden in Darmstadt ab Mitte 2021 Hochenergiebatteriesysteme vom Typ AKASystem AKM CYC produziert. (Foto: Akasol AG)
Auf den neuen Anlagen werden in Darmstadt ab Mitte 2021 Hochenergiebatteriesysteme vom Typ AKASystem AKM CYC produziert. (Foto: Akasol AG)
Claus Bünnagel

Akasol hat die Woll Maschinenbau GmbH mit der Entwicklung und Lieferung hochautomatisierter Produktionsanlagen für die Gigafactory 1 an ihrem neuen Standort in Darmstadt beauftragt. Ab Mitte 2021 werden auf den Anlagen die neuen Hochenergiebatteriesysteme vom Typ AKASystem AKM CYC gefertigt. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag und beinhaltet u.a. die Option auf weitere Fertigungslinien in Akasols Gigafactory 2 am US-Standort in Hazel Park, Michigan, sowie auf die spätere Erweiterung der Darmstädter Produktion. 

Produktion vorzeitig erhöht

Aufgrund von Folgeaufträgen langjähriger Serienkunden hatte Akasol bereits im März die Produktionskapazität am Standort in Langen mit der Inbetriebnahme einer zweiten Fertigungslinie auf bis zu 800 MWh weiter erhöht und damit gegenüber 2019 mehr als verdoppelt. Mit dem Bau der Gigafactory 1 am neuen Headquarter in Darmstadt schreitet der Ausbau der Kapazitäten nun weiter voran, um das in den kommenden Jahren erwartete dynamische Wachstum entsprechend bewältigen zu können. Dort wird Akasol dann bereits die dritte Batteriesystemgeneration in Serie herstellen, die im Vergleich zur ersten Generation über die doppelte Energiemenge bei gleichem Bauraum sowie gleichem Gewicht verfügt und damit in vollelektrischen Bussen und Nutzfahrzeugen Reichweitenanforderungen von bis zu 800 km ermöglicht. 

Woll: Jahrzehntelange Expertise

Erst Anfang Februar hatte Akasol die Manz AG aus Reutlingen mit der Entwicklung und Lieferung vollautomatisierter Produktionsanlagen zur Fertigung von Hochenergiebatteriemodulen beauftragte. Die Herstellung übernimmt der Maschinenbauspezialist Woll. Das Unternehmen aus Saarbrücken verfügt über jahrzehntelange Expertise zur Umsetzung von komplexen Anforderungen in automatisierten Produktionsprozessen, seit einigen Jahren auch in der Fertigung von Batteriemodulen und -systemen, und gehört damit zu den deutschen Technologieführern auf diesem Gebiet. 

Um den steigenden Bedarf unserer Kunden an serienreifen Hochenergiebatteriesystemen zu decken, ist die kontinuierliche Erhöhung des Automatisierungsgrads in der Serienproduktion von großer Bedeutung. Mit den neuen Anlagen werden wir in der Lage sein, in der Gigafactory 1 in Darmstadt eine Produktionskapazität von bis zu 5 GWh aufzubauen. (Akasol-CEO Sven Schulz) 

Täglich bis zu 70 Hochenergiebatteriesysteme

Auf der hochautomatisierten Fertigungslinie werden täglich bis zu 70 Hochenergiebatteriesysteme mit jeweils ca. 100 kWh Speicherkapazität produziert. Die vollautomatisierten Arbeitsschritte – von der Einsetzung einzelner Batteriemodule bis hin zur Verschraubung der ca. 500 kg „leichten“ fertigen Batteriesysteme – sind dabei auf der insgesamt 100 m langen Produktionslinie mit Industrie-4.0-tauglichen Mensch-Maschine-Handarbeitsplätzen verknüpft. 

Mit der Möglichkeit der flexiblen Systemfertigung können wir auf derselben Produktionslinie weitere kundenspezifische Produkte des gleichen Batteriesystemtyps fertigen. (Schulz) 

Zudem lasse sich die Taktzeit der bestehenden Linie bei Bedarf durch weitere Investitionen in Automatisierungslösungen auf bis zu zehn Minuten pro Batteriesystem reduzieren. 

Dadurch haben wir das Potenzial, die Ausbringung auf bis zu 126 Systeme täglich zu erhöhen, was einer Speicherkapazität von 12,5 MWh pro Tag entspricht. Damit können elektrische Busse oder Lkw mehr als 8.000 km weit fahren. (Schulz)

Die neue Gigafactory 1 werde über ausreichende Flächen verfügen, um dort eine zweite Linie vom gleichen Typ installieren zu können. Dadurch könne die Produktionskapazität am Darmstädter Standort in der Zukunft noch einmal auf bis zu 5 GWh pro Jahr ausgeweitet werden. 

Mit der Gigafactory 1 in Darmstadt wird Akasol über die mit Abstand größten Produktionskapazitäten für Nfz-Batteriesysteme in Europa verfügen. Von den daraus resultierenden Skalierungseffekten werden sowohl unsere Bestandskunden als auch zukünftige Neukunden in erheblichem Ausmaß profitieren. Akasol wird seine führende Position damit nicht nur technologisch, sondern auch gegenüber dem Wettbewerb deutlich ausbauen können. (Schulz)

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