Deutsche Bahn stellt ersten autonom fahrenden Busverkehr in Deutschland vor

Testbetrieb in Berlin und Leipzig mit Partnern Local Motors und EasyMile.
Auf dem Gelände des Euref-Campus in Berlin-Schöneberg erprobt die DB gemeinsam mit dem Forschungszentrum InnoZ in den kommenden Monaten einen autonomen Buslinienbetrieb mit dem Prototyp-Fahrzeug des Startups Local Motors. (Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben)
Auf dem Gelände des Euref-Campus in Berlin-Schöneberg erprobt die DB gemeinsam mit dem Forschungszentrum InnoZ in den kommenden Monaten einen autonomen Buslinienbetrieb mit dem Prototyp-Fahrzeug des Startups Local Motors. (Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben)
Anja Kiewitt

In Berlin startet die Deutsche Bahn AG (DB) nach eigenen Angaben ein neues Testfeld für autonome Busverkehre. Auf dem Gelände des Euref-Campus in Berlin-Schöneberg erprobt die DB demnach gemeinsam mit dem Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) GmbH, das mehrheitlich von der DB geführt werde, in den kommenden Monaten einen autonomen Buslinienbetrieb mit dem Prototyp-Fahrzeug des Startups Local Motors (busplaner berichtete). Bereits seit Oktober laufe ein ähnlicher Test in Leipzig auf dem Gelände von DB Schenker mit einem Fahrzeug der Firma EasyMile (busplaner berichtete). In beiden Fällen können Mitarbeiter die Buslinie im Alltag nutzen, so die DB. So sollen Fahrzeugtechnik und Betrieb unter möglichst realen Bedingungen getestet sowie Kundenfeedback eingeholt werden.

DB-Chef Grube sieht großes Marktpotenzial

„Autonome Fahrzeuge werden den Mobilitätsmarkt revolutionieren, weil Kunden damit öffentliche Verkehre genau dann nutzen können, wenn sie das Angebot brauchen. Ein neuer großer Markt für individuelle öffentliche Mobilität entsteht. Jetzt gilt es, wichtige Erfahrungen im Einsatz von autonomen Fahrzeugen im öffentlichen Nahverkehr zu sammeln“, erläutert DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Grube die Ziele des Projekts. „Deutschland muss Leitanbieter für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge sein. Das gilt auch für den öffentlichen Verkehr und den Güterverkehr. Mit der Erprobung des autonomen Bus-Shuttles und des Lkw-Platoonings sammelt die DB wichtige Erkenntnisse für neue, intelligente Geschäftsmodelle", betont auch Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Pilotprojekte im öffentlichen Raum ab 2017

Die Testbetriebe sind der Auftakt verschiedener Projekte zum autonomen Fahren bei der Deutschen Bahn. Schon im Jahr 2017 sind die ersten Pilotprojekte im öffentlichen Raum geplant, heißt es aus der Konzernzentrale in Berlin. Autonomes Fahren ist demnach Teil der Digitalisierung bei der DB, die in drei Feldern angegangen wird: An der Kundenschnittstelle, bei allen unterstützenden internen Prozessen sowie mit der Entwicklung neuer datenbasierter Geschäftsmodelle. Dafür investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben bis 2018 rund eine Milliarde Euro und hält zusätzlich 50 Millionen Euro zur Startup-Förderung bereit.

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