Autonomer Karsan e-Atak künftig in Norwegen unterwegs

Der Linieneinsatz in Stavanger wird eine Premiere für Großbusse im europäischen Stadtverkehr sein.

Künftig selbstfahrend bis zu Level 4 in Stavanger unterwegs: der Autonomous e-Atak von Karsan. (Foto: Karsan)
Künftig selbstfahrend bis zu Level 4 in Stavanger unterwegs: der Autonomous e-Atak von Karsan. (Foto: Karsan)
Claus Bünnagel

Der Autonomous e-Atak von Karsan soll künftig in Stavanger unterwegs sein – als erster selbstfahrender Großbus im Linieneinsatz in Europa. Er wird von Adastecs Level-4-Softwareplattform flowride.ai automatisiert. Der 8,3 m lange Bus kann im Selbstfahrmodus bei allen Wetterbedingungen Tag und Nacht eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Stundenkilometern erreichen und autonom Aufgaben übernehmen, die bisher von einem menschlichen Fahrer erledigt wurden, z.B. das Anfahren von Haltestellen auf der Strecke, die Türöffnung zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste, das Befahren von Durchgangsstraßen und das Navigieren durch Kreisverkehre oder über Ampeln.

Dies ist ein weiterer Meilenstein für den Karsan Autonomous e-Atak, da er der erste fahrerlose Großbus sein wird, der unter realen Straßenbedingungen in Europa Fahrgäste befördert. (Karsan-CEO Okan Baş)

Der autonome e-Atak, der bereits auf den Straßen von Stavanger getestet wird, ist die erste Lieferung eines Elektrofahrzeugs von Karsan für den nordeuropäischen Markt. Er wird vom privaten Betreiber Vy Buss eingesetzt.

300 km Reichweite 

Für den Modellprojekt Autonomous e-Atak ist Karsan eine Partnerschaft mit dem türkischen Technologieunternehmen Adastec eingegangen. Dessen Level-4-Software wurde in die elektrisch-elektronische Architektur des Fahrzeugs integriert. Es wird von 220-kWh-Batterien angetrieben, die von BMW entwickelt wurden und eine Leistung von 230 kW erreichen. Mit einer Reichweite von bis zu 300 km kann der Autonomous e-Atak 52 Fahrgäste befördern. Er kann in fünf Stunden mit AC-Ladegeräten und in drei Stunden mit DC-Chargern aufgeladen werden.

Lidar-Sensoren 

Das Fahrzeugmodell istmit weiterentwickelten Lidar-Sensoren ausgestattet. Diese arbeiten auch in den kritischsten Winkeln über Entfernungen von bis zu 120 m hocheffektiv. Sie senden Laserstrahlen aus, die eine zentimetergenaue dreidimensionale Erfassung von Objekten in der Umgebung ermöglichen. Darüber hinaus identifizieren die vom Frontradar ausgesandten Radiowellen bis zu 160 m entfernte bewegte Objekte bei allen Wetterbedingungen. Die selbstfahrende Technologie kann problemlos durch Straßen navigieren sowie den Verkehr analysieren und verfügt über ein Situationsbewusstsein.

Zusätzliche Sicherheit für Fußgänger 

Der autonome e-Atak von Karsan, der sowohl die Entfernung von Objekten messen als auch diese durch die Verarbeitung hochauflösender Bilder mittels sechs an verschiedenen Teilen des Fahrzeugs angebrachten RGB-Kameras identifizieren kann, unterscheidet mühelos zwischen Fahrzeugen, Fußgängern oder anderen Objekten. Andererseits kann der autonome e-Atak dank seiner Wärmebildkameras die Temperaturmuster von Lebewesen in der Umgebung des Fahrzeugs erkennen, ohne von Licht- und Wetterbedingungen beeinflusst zu werden, und bietet so zusätzliche Sicherheit für Fußgänger und Tiere. Das Fahrzeugmodell verfügt zudem über hochauflösende Karten, die hochpräzise Standortinformationen übermitteln, sowie GNSS und Beschleunigungsmesser.

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