Autonomes Fahren: Projekt LEA abgeschlossen

PTV-Software analysierte Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Verkehrsräumen.

Autonome Kleinbusse könnten laut Studie künftig auch für On-Demand-Verkehre eingesetzt werden. (Foto: PTV)
Autonome Kleinbusse könnten laut Studie künftig auch für On-Demand-Verkehre eingesetzt werden. (Foto: PTV)
Claus Bünnagel

New York, London, HamburgStädte auf der ganzen Welt testen selbstfahrende Kleinbusse und Shuttle-Fahrzeuge. Doch was ist nötig, damit aus diesen noch sehr eingeschränkten Testbetrieben tatsächlich Regelbetriebe im ÖPNV werden? Das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Forschungsprojekt „LEA (Klein-)Bus“ hat sich mit genau dieser Frage beschäftigt. Das Forschungsprojekt untersuchte unter der Leitung der PTV Group die Voraussetzungen für und Einsatzmöglichkeiten von automatisiert und elektrisch fahrenden (Klein-)Bussen im öffentlichen Nahverkehr. 

Drei verschiedene Verkehrsräume

Wichtiger Bestandteil der Studie war eine virtuelle Analyse der unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von vollautomatisierten und vernetzten Fahrzeugen. Wie kann der Regelbetrieb aussehen, wenn alle Hürden erst einmal aus dem Weg geräumt sind? Am konkreten Verkehrsmodell der Region Stuttgart, erstellt mit PTV Visum, betrachteten die Forscher drei verschiedene Verkehrsräume: Wohnquartier am Rande einer Großstadt mit S-Bahnanschluss (Stuttgart-Rohr)Mittelstadt mit Kernbereich und peripheren Stadtteilen (Stadt Göppingen) und Landgemeinde (Oberes Filstal mit fünf kleineren Gemeinden).

Zwei Szenarien

In diesen Räumen wurden je zwei Szenarien durchgespielt. Zum einen die Betriebsform Linienverkehr mit Fahrplan- und Haltestellenbindung, zum anderen nachfrageorientierter, so genannter On-Demand-Verkehr mit Kleinbussen ohne Fahrplan- und Haltestellenbindung – jeweils mit vollautomatisierten und elektrischen Fahrzeugen.

Ergebnisse

Die Simulation unter Berücksichtigung der realen Verkehrsnachfrage konnte zeigen, dass der Einsatz von selbstfahrenden Fahrzeugen im ÖPNV, insbesondere von Kleinbussen, eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für eine flexiblere Angebotsgestaltung und Betriebsorganisation eröffnet und die Betriebskosten unter bestimmten Bedingungen gegenüber dem heutigen ÖPNV deutlich sinken.

„Besonders viel Potenzial ergibt sich für den fahrerlosen On-Demand-Verkehr in nachfrageschwachen Gebieten wie im ländlichen Raum, wo heute nur selten ein Bus fährt. Im städtischen Umfeld können Randgebiete und -zeiten gut bedient werden. Gibt es allerdings eine hohe Nachfrage und nur eingeschränkte Möglichkeiten, um Fahrten zu bündeln, können schnell sehr große Fahrzeugflotten erforderlich sein, die den Betrieb unwirtschaftlich machen. Egal ob Großstadt oder Landgemeinde – es kommt immer auf die konkreten Rahmenbedingungen vor Ort an. Deshalb sind Simulationen, die mögliche Auswirkungen des Fahrzeugeinsatzes zeigen, besonders wichtige Werkzeuge.“ (Prof. Christoph Walther von PTV) 

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts zu den notwendigen und wünschenswerten Rahmenbedingungen flossen in ein White Paper ein, das sich vor allem an Städte Landkreise, Kommunen und Planer richtet. Download unter http://ptv.to/lea.

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