Autonome Shuttles in Karlsruhe

Die Testläufe im Stadtteil Weiherfeld- Dammerstock beginnen vorerst ohne Passagiere. Die können ab der zweiten Jahreshälfte 2020 mitfahren.

Drei Minibusse von easyMile werden in Karlsruhe eingesetzt. (Foto: FZI Forschungszentrum Informatik)
Drei Minibusse von easyMile werden in Karlsruhe eingesetzt. (Foto: FZI Forschungszentrum Informatik)
Claus Bünnagel

Das Projekt EVA-Shuttle wechselt vom Labor auf die Straße. Dafür haben die Projektpartner um das FZI Forschungszentrum Informatik jetzt Karlsruhe ausgewählt. Ab Februar stellen die autonomen Fahrzeuge – stets mit Sicherheitsfahrer und zunächst ohne Passagiere – dort ihre Fähigkeiten im realen Straßenverkehr unter Beweis. 

Teststrecke im Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock

Für den Entscheid über die passende Strecke hat Projektpartner DB-Tochter ioki das gesamte Karlsruher Stadtgebiet umfassend analysiert. Zusammen mit den Anforderungen der anderen Projektpartner und in Absprache mit dem Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe fiel die Wahl auf den Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock. 

Die Daten von ioki zeigen nicht nur, dass das Gebiet mit Blick auf Bedarf und Nutzen autonomer Shuttles die beste Wahl für das Projekt und die Bevölkerung ist. Es bietet auch genau die richtige, anspruchsvolle Umgebung, in der wir die neu entwickelten Fähigkeiten der Fahrzeuge im Mischverkehr demonstrieren und ein an die Strecke angepasstes Sicherheitskonzept umsetzen können. (KIT-Professor J. Marius Zöllner, Vorstand und Direktor am FZI Forschungszentrum Informatik) 

Minibusse von easyMile

Um für diese Aufgabe gerüstet zu sein, erhielten die drei Basisfahrzeuge der Firma easyMile – Minibusse mit sechs Sitz- und vier Stehplätzen – in den vergangenen Monaten zusätzliche Sensoren und Algorithmen. 

Wir haben die Komponenten in Simulationen und auf abgeschlossenem Gelände intensiv getestet. Jetzt wollen wir die Ergebnisse in realer Umgebung verifizieren. (Zöllner) 

Als Konsortialführer des Projekts EVA-Shuttle leitet das FZI nicht nur die kontinuierliche Verbesserung der Shuttle-Funktionalitäten. Es stellt auch zwei der drei autonomen Fahrzeuge sowie die Expertise und die Algorithmen bereit, mit denen sich das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer sowie die erforderliche Reaktion der Busse darauf vorhersagen lassen. 

Vorbereitungen haben begonnen

Das hinter dem „Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg“ stehende Konsortium hat bereits begonnen, den Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock auf das vernetzte autonome Fahren vorzubereiten. „Dazu wird einerseits hochdetailliertes Kartenmaterial erstellt“, erklärt Zöllner. „Andererseits gilt es auch, die Verkehrsinfrastruktur zu erweitern. Beispielsweise sollen die Shuttles direkt mit Ampeln kommunizieren, sodass sie die Ampelphase auch ohne optische Sensoren erkennen können.“ 

Passagiere ab Sommer 2020

Die Testläufe beginnen vorerst ohne Passagiere. Voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte 2020 sollen die Shuttles dann auch Passagieren im gesamten Gebiet Weiherfeld- Dammerstock für den Weg von der Haustür zur S-Bahn Haltestelle Dammerstock zur Verfügung stehen. 

Über das Projekt EVA-Shuttle 

Im Projekt EVA-Shuttle entwickelt und erprobt das Projektkonsortium um das FZI Mobilitätslösungen für die erste und letzte Meile von der Haltestelle bis zur Haustür. Per App gerufen, sollen autonome Shuttles zukünftig Passagiere nach dem Prinzip von Fahrgemeinschaften aufnehmen und an ihre Ziele bringen. Neben dem FZI sind die Robert Bosch GmbH, die Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH, die TÜV SÜD Auto Service GmbH und die Deutsche Bahn Tochter ioki GmbH an der Entwicklung beteiligt. Die INIT GmbH, die Stadt Karlsruhe und der Karlsruher Verkehrsverbund/Albtal-Verkehrs-Gesellschaft begleiten das Projekt als assoziierte Partner. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert das Vorhaben im Rahmen des Forschungsprogramms Automatisiertes und Vernetztes Fahren mit 2,32 Mio. Euro über eine Laufzeit von 27 Monaten.

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