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„Neue Welten“ im Museum Folkwang

Essener Museum präsentiert seine Sammlung jetzt medien- und epochenübergreifend, im Dialog zueinander und zur Gegenwart.

Installationsansicht „Prometheus Bound“ in den „Neuen Welten“ des Museums Folkwang (Foto: Jens Nober/Museum Folkwang)
Installationsansicht „Prometheus Bound“ in den „Neuen Welten“ des Museums Folkwang (Foto: Jens Nober/Museum Folkwang)
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Martina Weyh

Das Essener Museum Folkwang, 1902 vom Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus ursprünglich in Hagen eröffnet, ist Hort einer der bedeutendsten Sammlungen von Werken des Impressionismus, Expressionismus, Surrealismus und weiterer Stilrichtungen der Modernen Kunst. Im Sinne des Museumsgründers Osthaus wurde die Sammlung jetzt aufwendig neu arrangiert und kann ab 21. Juni neu entdeckt werden.

Die 24 Museumsräume wurden unter dem Motto „Neue Welten“ vollständig umgestaltet, die Kunstwerke medien- und epochenübergreifend zueinander gesellt und die Ausstellungssäle – als Anker der thematischen Verknüpfung – jeweils nach einem zentralen Werk der Sammlung benannt.

„Uns geht es darum, die Sammlung zu aktivieren und in immer neuen Konstellationen zu zeigen. Ich möchte den Besucherinnen und Besuchern einen neuen Zugang zum Zusammenhang von Kunst und Leben ermöglichen. Dafür ist die Folkwang-Idee immer noch aktuell: Das Museum soll ein Ort des Austauschs und Erlebens, der Begegnung und Wahrnehmung, des Querdenkens und Verbindens für den Menschen des 21. Jahrhunderts sein“, kommentiert Museumsdirektor Peter Gorschlüter das neue Konzept.

Den „Folkwang-Kosmos“ für den Besucher aus heutiger Perspektive greif- und erfahrbar zu machen, ist die Grundidee des neuen Konzepts. Die chronologische Hängung der Werke wurde deshalb zugunsten einer thematischen Anordnung aufgegeben, in deren Zentrum das Verbindende und Universelle der Künste sowie der Mensch und seine Wahrnehmung der Welt steht. Auch aktuelle gesellschaftspolitische Themen wie Migration, Bilderflut und Fake News in den Sozialen Medien fließen in die Präsentation „Neue Welten“ ein.

Am Anfang der als Rundgang konzipierten Schau steht der Raum „Prometheus Bound“, der die künstlerische Auseinandersetzung mit Schöpfungsmythen aus unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen thematisiert. Neben Barnett Newmans Gemälde sind mythologische Figuren wie Max Beckmanns „Perseus“, Auguste Rodins Bronzeskulptur „Eva“ oder Albert Renger-Patzschs Fotografie „Natterkopf einer Schlange“ zu sehen.

Ein eigener Saal im Altbau ist dem Museumsgründer Osthaus und dem ersten Essener Museumsdirektor Ernst Gosebruch und deren Ankäufen Anfang des 20. Jahrhunderts gewidmet. Zu sehen sind hier die ersten für ein deutsches Museum erworbenen Van Gogh-Gemälde, Werke von Paul Gauguin bis hin zu Paula Modersohn-Beckers „Selbstbildnis mit Kamelienzweig“ oder Max Liebermanns „Papageienmann“.

Im Neubau sind Skulpturen von Wilhelm Lehmbruck und Katharina Fritsch ebenso in Beziehung gesetzt, wie Bilder von Camille Corot und Per Kirkeby. Claude Monet trifft auf Mark Rothko und August Mackes „Frau mit Sonnenschirm vor Hutladen“ (1914) begegnet der legendären Deutsche Bundesbahn-Werbekampagne „Alle reden vom Wetter. Wir nicht“. (1968). Mit der Schaffung immer neuer Bezüge will „Neue Welten“ die Vielfalt einer die Epochen und Medien, Formate und Themen übergreifenden einzigartigen Sammlung herausarbeiten.

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