Brücke und Blauer Reiter

Eine gemeinsame Ausstellung von Buchheim Museum (Bernried am Starnberger See), Kunstsammlungen Chemnitz und Von der Heydt-Museum Wuppertal.

Wassily Kandinsky: Murnau-Untermarkt, 1908. (Quelle: Privatsammlung Deutschland)
Wassily Kandinsky: Murnau-Untermarkt, 1908. (Quelle: Privatsammlung Deutschland)
Claus Bünnagel

Am kommenden Sonntag, 21. November, startet die große Ausstellung „Brücke und Blauer Reiter“, die erstmalig seit 25 Jahren die Meisterwerke der wegweisenden Künstlergruppen wieder zusammenbringt. Das Von der Heydt-Museum kooperiert hierbei erstmals mit den Kunstsammlungen Chemnitz und dem Buchheim-Museum in Bernried am Starnberger See. Zu sehen sind mehr als 160 farbenprächtige Werke. Die Ausstellung dauert bis 27. Februar 2022.

Synonym für den deutschen Expressionismus

Sie kannten einander, besuchten sich, schätzten und verachteten sich auch bisweilen. Sie stellten miteinander aus, waren in denselben Verbänden, hatten dieselben Galeristen und Sammler. Die Künstler von „Brücke“ und „Blauem Reiter“ stehen synonym für den deutschen Expressionismus. Sie gelten als Schlüsselfiguren der klassischen Moderne. Und ihre Werke sind aktuell bis auf den heutigen Tag aufgrund ihres direkten und frischen Ansatzes, des Gefühls von Freiheit und Aufbruch, das sie vermitteln. 

Hochrangige Gemälde und Papierarbeiten

Erstmals seit vielen Jahren führt die Ausstellung die Künstlergruppen „Brücke“ und „Blauen Reiter“ wieder zum Vergleich zusammen. Anhand ausgewählter Hauptwerke bietet sie einen neuen Blick auf die Bedeutung dieser beiden bahnbrechenden Formationen, auf ihr Zusammenwirken und ihre Konkurrenz. Gezeigt werden hochrangige Gemälde und Arbeiten auf Papier der jeweils zentralen Künstler: Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Max Pechstein, Emil Nolde und Otto Mueller für die „Brücke“ sowie Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin und Paul Klee für den „Blauen Reiter“. 

Basis: Sammlung des Von der Heydt-Museums

Die Ausstellung fußt auf der reichen Sammlung des Von der Heydt-Museums zum Expressionismus, die erstmals mit den bedeutenden Beständen des Buchheim Museums und der Kunstsammlungen Chemnitz zusammengeführt wird. Mit ihrer in dieser Form einzigartigen Kooperation und engen Partnerschaft verfolgen die drei Häuser einen nachhaltigen Ansatz, der überdies neue und überraschende Perspektiven eröffnet. Wichtige Werke von nationalen und internationalen Leihgebern etwa aus dem Stedelijk Museum Amsterdam ergänzen die Bestände der drei Museen und erlauben es, das künstlerische Spektrum von „Brücke“ und „Blauem Reiter“ umfassend abzubilden. Im Fokus steht dabei die revolutionäre Kernzeit des Expressionismus von 1905 bis 1914, also von der Gründung der „Brücke“ 1905 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914, der nicht nur dem „Blauen Reiter“ ein Ende setzte, sondern auch insgesamt eine Epochenschwelle markiert. 

Korrespondenzen und Kontraste

In der Ausstellung „Brücke und Blauer Reiter“ werden die schlagenden formalen Korrespondenzen zwischen den künstlerischen Positionen der beiden Künstlergruppen sinnfällig. Auch ihre gemeinsamen Bezugspunkte werden erkennbar – etwa die Auseinandersetzung mit Impressionismus und Jugendstil, mit Fauvismus, Kubismus und Futurismus oder mit prägenden Vorbildern wie Cézanne, Gauguin und van Gogh. Zugleich handelt sie von den teils erheblichen Kontrasten, die zwischen „Brücke“ und „Blauem Reiter“ bestehen, und beleuchtet die Konflikte, die zwischen ihnen ausgetragen wurden.

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