Museen: Hutmuseum Lindenberg ausgezeichnet

Ehemalige Hutfabrik im Allgäu erhielt Bayerischen Museumspreis 2015.

Anja Kiewitt

Das Deutsche Hutmuseum Lindenberg hat kürzlich den mit 20.000 Euro dotierten Bayerischen Museumspreis 2015 in der Kategorie der haupt- oder nebenamtlich-wissenschaftlich geleiteten Museen erhalten. In der ehemaligen Hutfabrik Otto Reich im Westallgäu macht das Museum seit Ende 2014 auf einer Ausstellungsfläche von 1.000 Quadratmetern das Handwerk der Hutmacher für Besucher erlebbar.

250 Hut-Modelle aus 300 Jahren

Eine Dauerausstellung zeigt die Entstehung verschiedener Hüte und Kopfbedeckungen im Wandel der Zeit und der Mode. Sie umfasst circa 250 verschiedene Hut-Modelle, eine Vielzahl an Hut-Nähmaschinen sowie weitere Werkzeuge und Materialien der Hutmacher. Gemälde, Zeichnungen und Fotografien spiegeln die Entwicklung von 300 Jahren Hutindustrie in Lindenberg wieder, das in seiner Blütezeit als „Klein-Paris“ galt.

Gastronomie, Saal und Kino

Zwei Installationen, umgeben von Themeninseln mit Mitmach- und Medienstationen sowie ein „Fabrik-Kino“ erwecken die Exponate zu neuem Leben. Die Grundbeleuchtung und das Ausstellungslicht konzipierte die Hamburger Amptown System Company GmbH. Im Erdgeschoß befinden sich das Foyer und die Gastronomie im ehemaligen Kesselhaus. Ein Veranstaltungssaal bietet im Dachgeschoss Platz für 200 Gäste.

Preisvergabe alle zwei Jahre

Seit 1991 verleiht die Versicherungskammer Bayern, München, den Bayerischen Museumspreis. Ziel der bisher mit 20.000 Euro dotierten und alle zwei Jahre an ein nichtstaatliches Museum in Bayern vergebenen Auszeichnung ist es, die Kulturarbeit der bayerischen Museen zu würdigen und zu fördern. Seit diesem Jahr wird der Preis von der neu gegründeten Versicherungskammer Kulturstiftung ausgelobt.

Zweiter Preis für Augustiner-Chorherren-Museum

Neu ist auch, dass es nun zwei Kategorien des auf 30.000 Euro erhöhten Preises gibt. In der Kategorie der ehrenamtlich geführten Museen, dotiert mit 10.000 Euro, erhielt das Augustiner-Chorherren-Museum in Markt Indersdorf die begehrte Trophäe.

 

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