WBO: Landesverkehrsminister Hermann schaut sich Abbiegeassistent im Einsatz an

Abbiegeassistenzsysteme sollen für die bestmögliche Sicherheit im Straßenverkehr besonders für Fußgänger und Radfahrer sorgen - ein Praxistest hat das eindrucksvoll bewiesen.

Dr. Gudrun Zühlke, Landesvorsitzende des ADFC Baden-Württemberg, stellte sich als Testfahrerin bei der Demonstration des Abbiegeassistenten zur Verfügung und war beeindruckt: Der Blinker am Bus erkennt die Radlerin. (Foto: WBO)
Dr. Gudrun Zühlke, Landesvorsitzende des ADFC Baden-Württemberg, stellte sich als Testfahrerin bei der Demonstration des Abbiegeassistenten zur Verfügung und war beeindruckt: Der Blinker am Bus erkennt die Radlerin. (Foto: WBO)
Martina Weyh

Verkehrsminister Winfried Hermann zeigte sich beeindruckt – „So stellen wir uns Linienbusse vor“. Hermann nahm auf Einladung des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer, (WBO) die Leistung von Abbiegeassistenzsystemen bei einem Praxistest in Remseck selbst in Augenschein. Das Busunternehmen Knisel aus Stuttgart beispielsweise hat seine Mild-Hybrid-Linienbusse der Daimlertochter Evobus mit den neuesten Abbiegeassistenzsystemen ausstatten lassen. Dabei konnte das Unternehmen von der Busförderung 2019 des Landes sowie der Bundesförderung 2020 für den Abbiegeassistenten profitieren.

Damit der ÖPNV in Baden-Württemberg flächendeckend weiterentwickelt und modernisiert werden kann, hat das Verkehrsministerium die ÖPNV-Zukunftskommission ins Leben gerufen. Man wolle den ÖPNV bis 2030 ausbauen und neu denken, Ziel sei eine neue Mobilitätskultur, so Hermann.

Neben dem Ausbau emissionsfreier Flotten gehöre in besonderem Maße auch der Einsatz von Abbiegeassistenzen zum Schutz von Radfahrern und Fußgängern dazu.

Baden-Württemberg – Vorreiter für den Abbiegeassistenten

Bereits 2018 habe das Land mit dem Projekt, „Feldversuch zur Erprobung von 500 Lastkraftwagen mit Abbiegeassistenten in Baden-Württemberg“ gemeinsam mit dem Verband Spedition und Logistik Abbiegeassistenten für Lastkraftwagen gefördert und verschiedene Abbiegeassistenzsysteme untersucht. Mit dieser Maßnahme sei es gelungen, Systeme für die Nachrüstung bei Lastkraftwagen zu etablieren.

„Die privaten baden-württembergischen Busunternehmen werden ihrer Verantwortung für einen sicheren und ökologischen ÖPNV gerecht“, betonte WBO-Geschäftsführer Dr. Witgar Weber beim Besuch des Verkehrsministers, „das wollen wir aufzeigen.“

Das anschließende Fachgespräch beleuchtete, welche Rolle Linienbusse bei der Verkehrswende spielen werden. Zentrales Thema – die Finanzierung emissionsfreier Antriebe, bei der eine Kostenexplosion befürchtet wird, da durch EU-Vorgaben bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge ab August 2021 eine verbindliche Quote vorgeschrieben sein wird.

„Aufgrund des Klimawandels führt kein Weg an emissionsfreien Antrieben vorbei. Deren Wirtschaftlichkeit wird früher erreicht sein, als wir uns heute vorstellen können, “ ist der Verkehrsminister überzeugt.

Bis dahin sei jedoch staatliche Förderung unerlässlich.

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