Neues Fahrerassistenzsystem für Hybrid-Linienbusreihe

Volvo Busse präsentiert auf dem UITP-Kongress zwei Neuheiten
Askin Bulut
Die Volvo Bus Corporation präsentiert vom 26. bis 29. Mai 2013 auf dem UITP-Kongress in Genf zwei Neuheiten, darunter eine Weltpremiere: Erstmals zu sehen ist das Fahrerassistenzsystem I-Command, das in die neue Fahrerumgebung der Hybrid-Linienbusbaureihe Volvo 7900 H integrierbar ist. In Genf ausgestellt sind auch der erst kürzlich vorgestellte Plug-in-Hybridbus sowie das Modell einer Ladestation. Umrahmt von Informationen über das breit gefächerte Volvo-Telematikservice und Dienstleistungsprogramm, stellt Volvo Busse die beiden Neuheiten auf dem Stand 4A600 in Halle 4 des Genfer Palexpo-Kongresszentrums vor. Der auf dem UITP-Kongress vorgestellte zweiachsige Plug-in-Hybridbus mit 12 m Länge basiert auf dem erfolgreichen Hybrid-Niederflur-Stadtbus Volvo 7900 H. Ausgestaltet ist er im Design des EU-Projekts EBSF (European Bus System of the Future), an dem Volvo Busse mit seinen Technologien als Partner beteiligt ist. Verbrauchen die Euro-5-Parallelhybrid-Fahrzeuge der Baureihe Volvo 7900 H Herstellerangaben zufolge bis zu 39 Prozent weniger Kraftstoff als vergleichbare Linienbusse, die mit herkömmlichem Dieselkraftstoff betrieben werden, senke die Plug-in-Hybridtechnologie den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen um 75 bis 80 Prozent, so Volvo weiter. In Göteborg werden derzeit die ersten Plug-in-Hybridbusse im Rahmen eines Feldversuchs erprobt. Der rein elektrische Fahrbetrieb über eine Strecke von mindestens sieben Kilometern ist emissionsfrei und sei mit einer erheblichen Geräuschreduzierung verbunden. Mit dieser Antriebslösung, verbunden mit einer sauberen Energiequelle, präsentiert Volvo Busse eine nachhaltige Alternative zur Senkung der Emissionsbelastung im innerstädtischen Verkehr. Die Serienfertigung soll bereits in zwei Jahren beginnen. Die Aufladung erfolgt an Ladestationen am Busterminal und entlang der Fahrstrecke. Wie solch eine Ladestation funktioniert und wie sie aussehen kann, wird in Genf an einem Modell beispielhaft demonstriert. Der Ladeprozess dauert maximal zehn Minuten. Ist keine Ladestation vorhanden, wird der Plug-in-Linienbus wie ein „normaler“ Hybridbus betrieben und kann dadurch bereits während des Netzaufbaus ohne Einschränkung im regulären Linienbetrieb eingesetzt werden. Weitere Beispiele für zukunftsorientierte Antriebs- und Speichertechnologien auf dem Weg zum durchgängig elektrischen Fahrbetrieb sind in Genf auf den Ständen der Volvo-Beteiligungsgesellschaften Nova und Sunwin zu sehen. Sunwin stellt drei verschiedene Batterielösungen vor, darunter einen Superkondensator. Darüber hinaus stellt der Hersteller seine Telematiklösungen für Fuhrpark und Fahrer vor: Volvo Bus Telematics, das busspezifische Volvo-Telematiksystem, unterstützt Betreiber und Fahrer bei der Reduzierung der Betriebskosten und des Verwaltungsaufwands in ihrem Reise- oder Linienbus-Fuhrpark. Das modular aufgebaute Baukastensystem verschafft einen effizienten Gesamtüberblick über die aktuellen Fahrzeug- und Leistungsdaten. Es umfasst neben der Datenerfassung auch die Analyse aller betrieblichen Faktoren und ist zudem für die meisten Bustypen anderer Hersteller nachrüstbar. Neu ist das Modul Volvo I-Coaching. Es unterstützt den Fahrer beim Umsetzen einer sicheren, kraftstoffsparenden und für die Fahrgäste komfortablen Fahrweise, indem er ein Echtzeit-Feedback über wichtige Parameter seines Fahrzeugs erhält. Der Fahrer wird sofort hingewiesen auf Gefahrenpotenziale wie ein mögliches Überdrehen des Motors, zu lange Leerlaufphase, zu hohe Drehzahl, Geschwindigkeitsüberschreitungen, zu heftige Bremsmanöver und abrupte Kurvenfahrten. Angebracht wird dieses Telematik-Zusatzmodul an der Instrumententafel im direkten Blickfeld des Fahrers.
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