Wiener Linien setzen erneut auf Mercedes-Benz

Bis 2019 soll Fuhrpark fast komplett auf Citaro-Busse umgestellt sein.
Wien fährt weiter unter einem guten Stern: 62 Mercedes-Benz CapaCity Großraum-Gelenkbusse gehen an die Wiener Linien. (Foto: Daimler)
Wien fährt weiter unter einem guten Stern: 62 Mercedes-Benz CapaCity Großraum-Gelenkbusse gehen an die Wiener Linien. (Foto: Daimler)
Anja Kiewitt

Bis Ende 2019 will die Wiener Linien GmbH & Co KG ihren Bus-Fuhrpark nahezu komplett auf Fahrzeuge des Typs "Mercedes-Benz Citaro" umstellen. Das teilt die Stuttgarter Daimler AG mit. Schon heute trägt von den mehr als 450 eingesetzten Omnibussen etwa die Hälfte den Stern, so der Hersteller.

Künftig sollen nach Daimler-Angaben unter anderem 132 Solo- und 226 Gelenkbusse der Marke in der österreichischen Landeshauptstadt unterwegs sein. Hinzu kamen kürzlich 62 Großraum-Gelenkbusse "Mercedes-Benz CapaCity" in einer neuen Variante. Mit 19,73 Meter Länge ist sie zwischen dem Gelenkbus "Citaro G" und dem nochmals längeren Großraumbus "CapaCity L" angesiedelt. Im Vergleich zum 21 Meter langen CapaCity L entfällt laut Daimler jeweils ein Karosserieelement vor und nach dem Gelenk.

Insgesamt 168 Fahrgastplätze

Für einen schnellen Fahrgastfluss sei der neue CapaCity serienmäßig mit vier Außenschwenkschiebetüren ausgestattet. In Serienausführung biete der vierachsige CapaCity mit 48 Sitz- und 120 Stehplätzen das Fassungsvermögen eines Großraumbusses, heißt es weiter aus Stuttgart. Das neue Modell eigne sich zum einen für Stadtverkehre mit hohen Fahrgastzahlen, zum anderen für BRT-Systeme (Bus Rapid Transit).

Überschaubarer Wendekreis

Mit einem Wendekreis von nur 22,93 Meter sei der CapaCity annähernd so handlich wie ein Gelenkbus. Dafür sorge seine elektrohydraulisch gelenkte vierte Achse mit Einzelradaufhängung, die aus dem CapaCity L stamme. Wie im CapaCity L kommt serienmäßig die Knickschutzregelung ATC zum Einsatz (Articulation Turntable Controller), die annähernd den Effekt einer elektronischen Stabilitätsregelung ESP erzielen soll.

Elektrische Schwenkschiebetüren

Weitere Merkmale der Fahrzeuge in Wien sind unter anderem elektrisch angetriebene Schwenkschiebetüren an den Einstiegen 1, 2, 3 und 4, doppelt verglaste Seitenscheiben, Klimatisierung von Fahrerplatz und Fahrgastraum, Bestuhlung mit stoffüberzogenen Sitzschalen sowie zwei TFT-Monitore zur Fahrgastinformation im Format 29 Zoll. Gegenüber der Tür 2 sowie in Fahrtrichtung rechts vor der Tür 2 sind Sondernutzungsflächen für Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühle angeordnet. Zwischen der dritten und vierten Türe wird eine vergrößerte Stehfläche mit zusätzlichen Anlehnflächen angeboten.

Videoüberwachung soll Fahrer entlasten

Bei den Türen 2 bis 4 handelt es sich um vollautomatische Türen mit Reversiereinrichtung und horizontaler Türraumüberwachung. Zur Entlastung des Fahrers verfügen die Türinnenräume 2 bis 4 über eine zusätzliche Videoüberwachung. Über Videokameras links und rechts am Heck kann der Fahrer bei der Abfahrt von der Haltestelle sowie im Verkehr den jeweiligen Ausschwenkbereich kontrollieren. Der CapaCity für die Wiener Linien verfügt über zwei zusätzliche Seitenkameras direkt hinter dem Gelenk, zur Überwachung des Hinterwagens.

360 Pferdestärken und ZF-Getriebe

Den Antrieb des neuen CapaCity übernimmt der Reihensechszylinder "Mercedes-Benz OM 470" mit 10,7 Liter Hubraum nach Abgasstufe Euro VI. Die Wiener Linien haben sich für eine Kombination aus 265 kW (360 PS) und einem Wandler-Automatikgetriebe der ZF Friedrichshafen AG entschieden. Optional stehen bei dem neuen Modell auch ein 290 kW (394 PS)-Motor und ein Getriebe der Heidenheimer Voith GmbH zur Wahl.

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