Forschung: Automatische Rundumsicht im Stadtbus

MAN entwickelte im Verbundprojekt UR:BAN neuartiges Kamerasystem.
Anja Kiewitt

Ein speziell angepasstes Rundumsicht-System für Stadtbusse hat die Münchener MAN Truck & Bus Deutschland GmbH im Verbundprojekt UR:BAN und im permanenten Dialog mit Busfahrern entwickelt. Im Teilprojekt "Kognitive Assistenz" stellten die UR:BAN-Forscher und der Hersteller nach vierjähriger Projektarbeit kürzlich einen Prototypen des neuen Kamerasystems vor.

Ansicht je nach Situation

Laut MAN erkennt es selbstständig folgende Fahrsituationen und zeigt dem Fahrer automatisch eine speziell auf die jeweilige Situation angepasste Ansicht auf einem Monitor an: Anfahren einer Haltestelle, Stehen an einer Haltestelle, Abfahren aus einer Haltestelle, Rechtsabbiegen und Linksabbiegen. Spezielle Ansichten für Engstellen und Rückwärtsfahren kann der Fahrer über den Touchscreen wählen.

Sechs Einzelbilder

Um die gesamte Fahrzeuglänge inklusive der Einsteigevorgänge an den vorderen und hinteren Bustüren in guter Qualität darzustellen, wurden an den Längsseiten je zwei Kameras vorgesehen, kombiniert mit je einer Kamera an der Front- und Rückseite. Aus diesen sechs Einzelbildern der Kameras wird dann situationsspezifisch ein Bild errechnet, das dem Fahrer auf dem Monitor angezeigt wird.

Das Forschungsprojekt

Im Verbundprojekt UR:BAN haben sich insgesamt 31 Unternehmen, Universitäten, Forschungseinrichtungen und Städte zusammengeschlossen. Sie entwickeln gemeinsam Fahrerassistenz- und Verkehrsmanagementsysteme für den Stadtverkehr. Das Gesamtbudget beträgt 80 Millionen Euro, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) fördert das Projekt zu 50 Prozent.

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