Trotz Sehbehinderung selbstständig den Bus nutzen

Schweizer Mobilitätsapp Intros will Sehbehinderten eigenständiges Busfahren ermöglichen.

Mit der App Intros soll selbstständiges Fahren für sehbehinderte und blinde Menschen möglich werden. (Foto: SBV)
Mit der App Intros soll selbstständiges Fahren für sehbehinderte und blinde Menschen möglich werden. (Foto: SBV)
Martina Weyh

Intros steht für Individual Travelling Assistant und wurde von der Fachstelle Technologie & Innovation des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbands (SBV) in Partnerschaft mit dem Lions-Club Schweiz-Liechtenstein sowie in Kooperation mit der deutschen Softwarefirma Visor Apps entwickelt, um blinden und sehbehinderten Personen, insbesondere an mehrfachbelegten Stationen, das richtige Fahrzeug zu vermitteln. Aktuell wird die App bei den Zugerland Verkehrsbetrieben (ZVB) auf der Linie 36 Baar–Steinhausen und der Baselland Transport AG getestet. Fünf Busse sind mit der speziellen Installation ausgerüstet.

Wie die App funktioniert

Grundlegend - die Busse müssen über akustisch identifizierbare Türen, die mit dem Intros-Fahrzeug-und-Audiomodul ausgerüstet sind, verfügen und sich per Knopfdruck öffnen lassen. Auf dem Smartphone werden Liniennummer und Endhaltestelle angezeigt. Im Bus werden auf der App die laufend aktualisierten Haltestellen angezeigt, die sich als Ausstiegspunkte markieren lassen. Der Fahrgast drückt beim Eintreffen des richtigen Busses auf „Einsteigen“ in seiner App, wartet auf das Türöffnungssignal, steigt ein und fährt bis zur gewünschten Haltestelle. Dort drückt er „Aussteigen“, worauf sich die speziell ausgerüsteten Türen öffnen.

Auch in Deutschland wurden ähnliche Apps bereits getestet, bislang konnte sich jedoch kein System etablieren.

Aktuell läuft die App nur auf dem Betriebssystem iOS 11.3 und höher.  

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