Präsentierten Moia, das neue Unternehmen des Volkswagen-Konzerns, in London: Vorstandsvorsitzender Matthias Müller (r.) und Ole Harms, CEO von Moia (l.). (Foto: Volkswagen)
Anja Kiewitt

Ein neues Unternehmen für Mobilitätsdienste hat die Wolfsburger Volkswagen AG Anfang Dezember vorgestellt: Das Berliner Start-up Moia soll als eigenständiges Unternehmen unter dem Dach des Automobilkonzerns eigene Mobilitätsdienstleistungen selbständig oder partnerschaftlich mit Städten und den bestehenden Verkehrssystemen entwickeln und vermarkten. Das neue Unternehmen, das als Volkswagen New Mobility Operations GmbH firmiert, soll seinen Sitz weiter in Berlin haben. Dort arbeitet in der Startphase ein 50-köpfiges Team, das bis Ende 2017 auf 200 Mitarbeiter anwachsen soll, teilt der Automobilhersteller mit. VW stellt der neuen Tochter für die kommenden zwei Jahre einen höheren dreistelligen Millionenbetrag zur Verfügung, berichten Medien.

Neue VW-Strategie bis 2025: Teilen statt Besitzen

Bis 2025 möchte der Konzern einen substanziellen Teil seines Umsatzes mit dem neuen Geschäftsbereich erzielen, heißt es weiter aus Wolfsburg. Bis dahin soll Moia eine der größten fahrerlosen Autoflotten der Welt betreiben. „Mit den Kundenbedürfnissen verändert sich auch das automobile Geschäftsmodell. In den großen Ballungsräumen auf der Welt gibt es einen immer stärkeren Trend weg vom reinen Besitzen hin zum ‚Teilen‘ von Mobilität sowie zu ‚Mobilität auf Abruf‘. In seinem Zukunftsprogramm ‚Together – Strategie 2025‘ hat der Volkswagen Konzern deshalb neue Mobilitätslösungen und Digital Services als Kernelemente verankert, um auch in diesem Bereich weltweit führender Anbieter zu werden", erläutert Thomas Sedran, Leiter Konzernstrategie der Volkswagen AG. Ein wichtiger Standort des neuen Unternehmens soll neben der Moia-Zentrale in Berlin Hamburg sein. Wie busplaner berichtete, hat VW mit der Hansestadt im Herbst eine strategische Mobilitätspartnerschaft für die kommenden drei Jahre vereinbart.

Fahrerlose Minibusse mit Elektroantrieb

Ein Ziel der neuen VW-Tochter ist es, weltweit eigene Pooling-Services auf Abruf via App zu schaffen – auch connected commuting genannt. Dieser Ansatz fokussiert sich auf den Stadtgrenzen-überschreitenden Verkehr. Erste Shuttle-Services sollen noch im Jahr 2017 in zwei europäischen Städten starten. Das Prinzip: Über eine App bestellen Passagiere eigens entwickelte Moia-Minibusse zu Sammelpunkten, die sie dann in der Nähe der gewünschten Zielpunkte absetzen. Die Fußwege sollen dabei nicht zu weit sein und die Preise sich an denen von Bustickets orientieren, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Die Minibusse sollen laut dem SZ-Bericht Elektroantrieb haben, Technik aus dem VW-Konzern verwenden und in dessen Fabriken gebaut werden. 2018 sollen mehrere Hundert von ihnen in den beiden Pilotstädten fahren. Ab 2019 will Moia zusätzlich Versuche mit fahrerlosen Minibussen starten.

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