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Wirtschaftsweise für CO2-Preis

Die Politik sucht dringend ein gutes Konzept zur CO2-Minderung im Verkehrssektor. Jetzt hat sich auch der Deutsche Wirtschaftsrat für den CO2-Preis als Regulierungsinstrument ausgesprochen.

Der Sachverständigenrat der deutschen Wirtschaft ist vom CO2-Preis als Regulierungsinstrument überzeugt. (Foto: pixabay)
Der Sachverständigenrat der deutschen Wirtschaft ist vom CO2-Preis als Regulierungsinstrument überzeugt. (Foto: pixabay)
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Christine Harttmann

Als eine Chance für eine echte Reform der Klimapolitik könnte sich die Bepreisung von CO2 in Deutschland erweisen. Emissionen würden sich damit zu geringen Kosten mindern lassen, steht in einem Sondergutachten des Sachverständigenrats der deutschen Wirtschaft – auch Wirtschaftsweisen genannt –, das die Bundesregierung in Auftrag gegeben hat.

 Ein einheitlicher Preis für den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) würde sicherstellen, dass Emissionen immer dann unterlassen werden, wenn ihre Vermeidung günstiger ist als der Preis, lautet die Einschätzung der Experten. Das gelte nicht nur für CO2, sondern vice versa für alle anderen Treibhausgasemissionen wie Methan oder Lachgas. In kleinteiligen Zielvorgaben, insbesondere solche für einzelne Sektoren innerhalb von Volkswirtschaften, sehen die Experten als Bremser, wenn es um die Suche nach einer effizienten Lösung geht. Sie stellen auch in Frage, ob sich diese Sektorenziele grundsätzlich zur Einhaltung der Klimaziele eignen.

Produktions- und Lebensweisen, die weniger CO2 verursachen, können nur mit neuen Technologien gelinden. Ein CO2-Preis stärke, davon sind die Wirtschaftsweisen überzeugt, die Anreize für Investitionen in emissionsärmere Geräte und Anlagen, fördere entsprechende Geschäftsmodelle und die Suche nach Innovationen.

Auf das in Berlin vorgestellte Gutachten reagierte der ACE Auto Club Europa eigenen, dezidierten Vorstellungen für den Verkehrssektor. Der Autoclub fordert, dass unabhängig davon welcher Ansatz zur CO2-Bepreisung am Ende gewählt werde, dieser sozial gerecht ausgestaltet werden müsse. Der ACE-Vorsitzende Stefan Heimlich appellierte an alle politischen Akteure:

„Um die klimapolitischen Ziele im Verkehrssektor zu erreichen, reicht die Bepreisung von Kohlendioxid als alleiniges Instrument nicht aus. Die Verkehrswende muss endlich mit wirksamen Maßnahmen angegangen werden.“

Dringend notwendig sei dabei der bedarfsgerechte Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, insbesondere der Radwege und Radfahrstreifen, sowie die attraktive Ausgestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Neue Mobilitätsformen, wie Sharing-Angebote und On-Demand-Services, müssten ausgebaut und gut verknüpft werden – vor allem für die letzte Meile. Wichtig sei hier nicht nur die Metropolen und Zentren im Blick zu haben, sondern diese Angebote auch auf die Stadtränder und den ländlichen Raum auszuweiten.

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