Alternative Antriebe: Steuerermäßigung für Erdgas als Kraftstoff bis 2026

Berliner Verkehrsbetriebe testen CNG-Busse von Daimler und MAN.
Für rund zwei Wochen ist der Bus des Typs Citaro NGT von Mercedes bei der BVG in Berlin zwischen Ostbahnhof und Tempelhof unterwegs. (Foto: BVG, Reinke)
Für rund zwei Wochen ist der Bus des Typs Citaro NGT von Mercedes bei der BVG in Berlin zwischen Ostbahnhof und Tempelhof unterwegs. (Foto: BVG, Reinke)
Anja Kiewitt

Das Bundeskabinett hat die Verlängerung der Steuererleichterung für Erdgas als Kraftstoff (CNG) bis zum Jahr 2026 beschlossen. Das teilt die Brancheninitiative Zukunft Erdgas GmbH, Berlin, mit. Die Steuerermäßigung wird demnach bis 2024 im gleichen Umfang wie bisher fortgesetzt. Für die folgenden Jahre finde eine Degression statt. Die Fortschreibung der bisherigen Steuererleichterung sei bereits im Koalitionsvertrag festgeschrieben, aber erst jetzt beschlossen worden. „Die Verlängerung war überfällig, zuletzt brachte die Verunsicherung schon einen Marktrückgang. Hersteller, Kunden und Tankstellenbetreiber bekommen jetzt Klarheit“, kommentiert Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Erdgas.

Weniger Kohlendioxid, fast kein Feinstaub oder Stickoxide

Laut der Initiative stoßen Erdgasfahrzeuge etwa ein Viertel weniger Kohlendioxid aus als vergleichbare Dieselfahrzeuge. Gegenüber Benzinern werde sogar ein Drittel eingespart. Zudem seien sie leiser und erzeugen fast keinen Feinstaub oder Stickoxide. Ein weiterer Vorteil sei das Potenzial, CNG zu 100 Prozent regenerativ zu erzeugen. Sowohl durch die Nutzung von Biomethan als auch durch die "Power-to-Gas"-Technologie, die aus überschüssigem Ökostrom synthetisches Erdgas erzeugt, lasse sich vollständig CO2-neutrales Erdgas erzeugen. Bereits heute habe CNG bundesweit im Schnitt einen 20-prozentigen Biomethan-Anteil, so die Experten.

BVG-Test in Berlin: CNG als Brückentechnologie?

Aktuell erproben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den ersten von mehreren Test-Bussen mit Erdgasantrieb. „Es geht bei den Tests um die Frage, ob der CNG-Antrieb für die BVG eine geeignete Brückentechnologie bis zur Elektrifizierung der Flotte sein kann“, sagt Torsten Mareck, Bereichsleiter Omnibus der BVG. „Im Mittelpunkt stehen dabei der Kraftstoffverbrauch, der Betankungsvorgang, die Reichweite und die Fahreigenschaften der Busse.“ Die BVG hatte bereits von 2008 bis 2013 testweise Erdgas-Fahrzeuge in ihrer Flotte. „Damals dauerte aber vor allem die Betankung für den anspruchsvollen Linienalltag in Berlin deutlich zu lange“, sagt Bus-Chef Mareck. „Inzwischen hat sich die Technik aber auch in diesem Punkt entscheidend weiterentwickelt und wir sind gespannt, wie sich die modernen Fahrzeuge schlagen.“

Testfahrzeuge von Daimler und MAN

Für die Testreihe in Berlin stellen mehrere Fahrzeugbauer Busse mit CNG-Antrieb und Euro-6-Abgasnorm kostenlos zur Verfügung. Derzeit ist ein "Mercedes-Benz Citaro NGT" der Stuttgarter Daimler AG für rund zwei Wochen auf der Linie 140 zwischen Ostbahnhof und Tempelhof unterwegs. Im März soll auf der gleichen Linie ein Test mit einem Bus der Münchener MAN Truck & Bus AG folgen. Um verlässliche Vergleichswerte zu ermitteln, kommen alle Busse in einer Zwölf-Meter-Variante nach Berlin. Auf der Linie 140 fahren sie in „Konkurrenz“ zu modernen Zwölf-Meter-Dieselbussen, die ebenfalls die aktuell strengste Euro-6-Abgasnorm erfüllen und ein vergleichbares Gewicht haben. Betankt werden sie in der Testphase bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR).

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