Michelin präsentiert Strategien für nachhaltige Mobilität

Reifenhersteller will bis 2030 rund 30 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermeiden.
Anja Kiewitt

Bis 2050 soll sich das weltweite Verkehrsaufkommen vervierfachen. Gleichzeitig sollen sich 70 Prozent der Gesamtbevölkerung auf die Städte konzentrieren, was gewaltige Veränderungen für die urbane Mobilität mit sich bringe. Das betonte Jean-Dominique Senard, Vorstandsvorsitzender des französischen Reifenherstellers Michelin mit Sitz in Clermont-Ferrand, anlässlich des 18. Technischen Kongresses des Berliner Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA) Mitte März in Ludwigsburg.

Rollwiderstand seit 1991 halbiert

Wichtiger Parameter, um die CO2-Emissionen spürbar zu verringern, sei die Reduzierung des Rollwiderstandes von Reifen. Michelin sei es in den vergangenen 25 Jahren bereits gelungen, ihn zu halbieren. Bis 2030 will das Unternehmen weitere rund 30 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermeiden, ohne bei Laufleistung oder Sicherheit der Reifen Kompromisse einzugehen.

Mehr Reichweite für Elektrobusse

Ein geringerer Rollwiderstand trage dabei auch zu einem geringeren Kraftstoffbedarf bei. Bei Fahrzeugen mit alternativem, insbesondere hybridelektrischem oder rein elektrischem Antrieb wirke sich das unmittelbar positiv auf die Reichweite aus. Laut Senard müssen sich daher auch die Reifen wandeln: Dem Manager zufolge werden sie leichter, schmaler und noch energieeffizienter.

Innovationszyklen werden kürzer

Dank neuer Materialien, der flexibleren Modellierung sowie neuer Arbeitsmethoden werden sich auch die Innovationszyklen bei der Reifenentwicklung weiter verkürzen, so der Experte. Um die verfügbaren Rohstoffe noch effizienter zu nutzen sowie neue Ressourcen zu erschließen, ohne dass dies zulasten der Umwelt gehe, verfolge Michelin die 4R-Strategie: Reduce (Reduzieren), Reuse (Wiederverwenden), Recycle (Wiederverwerten), Renewable (erneuerbar).

Nachhaltigkeit im Visier

Sie soll einen deutlich längeren Reifen-Lebenszyklus ermöglichen. Bausteine des Konzepts sind das Nachschneiden und Runderneuern von Nutzfahrzeug-Reifen sowie das TREC-Projekt, bei dem Michelin gemeinsam mit Partnern innovative Lösungen zur Altreifen-Verwertung entwickelt.

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