Stecker rein und los: Bis zum Jahr 2020 will die deutsche Automobilindustrie insgesamt 40 Milliarden Euro in die Weiterentwicklung der Elektromobilität investieren. (Foto: MAN)
Anja Kiewitt

Bis zum Jahr 2020 will die deutsche Automobilindustrie insgesamt 40 Milliarden Euro in die Weiterentwicklung der Elektromobilität investieren. Das betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA), zum Auftakt des 7. eMobility Summit Mitte Mai in Berlin. Laut dem jüngsten „Electric Vehicle Index" der Düsseldorfer McKinsey & Company, Inc. ist Deutschland bereits jetzt der zweitgrößte Produzent von Elektrofahrzeugen hinter China und vor den USA. Die Berater prognostizieren, dass Deutschland in fünf Jahren der größte Hersteller sein wird – mit 1,3 Millionen E-Autos deutlich vor den USA und China mit jeweils rund 850.000 Fahrzeugen.

Ladeinfrastruktur: Herstellerübergreifende Zusammenarbeit

Heute sind nach VDA-Angaben über 55.000 Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs. Dazu Wissmann: „Wir rechnen damit, dass die Verkäufe von E-Modellen durch den Umweltbonus und die Steuerbefreiungen für Elektrofahrzeuge noch steigen werden. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die fehlende Ladeinfrastruktur bisher ein Hemmschuh für den Erfolg der Elektromobilität ist.“ Derzeit gebe es in Deutschland 7.407 öffentliche Normalladepunkte und 292 Schnellladepunkte. Durch die Förderung der Bundesregierung in Höhe von 300 Millionen Euro können etwa 15.000 öffentliche Ladepunkte und einige Tausend Schnellladestationen aufgestellt werden. Wissmann betonte, dass die Automobilindustrie die Investitionen der Bundesregierung in eine öffentliche Ladeinfrastruktur mit eigenen Maßnahmen an europäischen Verkehrsachsen erweitert. Zusammen mit dem amerikanischen Ford-Konzern werden Daimler, BMW und Volkswagen mit seinen Töchtern Audi und Porsche in Europa ein Schnellladenetz an Autobahnen installieren.

Auch klassische Antriebe bleiben wichtig

Die Elektromobilität sei Teil einer umfassenden Fächerstrategie, die zu den alternativen Antrieben auch die weitere Verbesserung der klassischen Antriebe vorsieht, so der VDA-Präsident: „Wir rechnen damit, dass wir die Effizienz von Benziner und Diesel in den kommenden Jahren noch um mindestens zehn bis 15 Prozent steigern können.“ Erdölunabhängige "e-fuels" könnten in der Zukunft eine Möglichkeit sein, eine CO2-neutrale Mobilität auch beim Verbrenner sicherzustellen.

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