Allianz Partners Studie: Wohin im Urlaub 2020?

Welches Ziel ist in diesem Jahr das attraktivste und wie hat sich das Reiseverhalten der Deutschen angesichts von Corona verändert – darauf will die repräsentative Studie Antworten liefern.

Vor allem hat das Thema Sicherheit Vorfahrt – im ersten Urlaub nach Corona. (Foto: pixabay/Myriam Zilles)
Vor allem hat das Thema Sicherheit Vorfahrt – im ersten Urlaub nach Corona. (Foto: pixabay/Myriam Zilles)
Martina Weyh

Deutschland ist im Zeichen der Pandemie mit Abstand das attraktivste Reiseziel in diesem Jahr – zu diesem Ergebnis kommt die Allianz Partners Studie „Reisen nach dem Ausbruch von Covid-19“. Die Befragung von je 250 Männern und Frauen, quer über alle Altersschichten fand vom 1. bis zum 7. Juli statt. Gegenstand der Untersuchung: Wie hat sich das Reiseverhalten der Deutschen 2020 verändert?

Daheim bleiben ist der Trend 2020

Vor Corona verbrachten drei von zehn Deutschen (29,8 %) ihre Ferien im eigenen Land, nun planen sechs von zehn Befragten (61,0 %) Urlaub in der Heimat. Jeder vierte will in den Ferien nach Bayern (23,6 %), knapp jeder fünfte nach Mecklenburg-Vorpommern (18,8 %) und jeder zehnte nach Baden-Württemberg (10,6 %). Knapp die Hälfte aller Befragten (49,4 %) bevorzugt einen kurzen Urlaub mit kurzer Anreise (vor Covid-19: 29,8 %). Nur noch jeder siebte (14,8 %) plant eine längere Reise und nimmt auch eine längere Anreise in Kauf (vor Corona: 34,8 %).

Drei von zehn Deutschen (35,4 %) wollen 2020 weniger Geld für Urlaub ausgeben. Bei den jungen Urlaubern zwischen 18 und 29 Jahren plant sogar jeder zweite (54,2 %), in den diesjährigen Ferien auf die Kostenbremse zu drücken. Drei von zehn Befragten (31,0 %) gaben an, 2020 gar kein Geld für Urlaub auszugeben. Und jeder vierte Deutsche (26,4 %) plant 2020 erst gar keinen Urlaub.

Die Ferne lockt nicht mehr

Verbrachte vor der Pandemie noch jeder zweite (48,0 %) seinen Urlaub in einem EU-Staat, ist es jetzt nur noch jeder dritte (33,0 %). Eindeutiges Ergebnis der Studie von Allianz Partners: Die Deutschen verzichten nach dem Ausbruch von Covid-19 auf Fernreisen. Flog 2019 noch jeder fünfte (22,2 %) in ein Urlaubsland außerhalb der EU, so ist es 2020 nur noch einer von 16 (6,0 %). Übrigens: Corona-Verlierer Nummer eins bei den deutschen Urlaubern sind die USA. In der Studie „Reisen 2020“ von Allianz Partners (die vor der Corona-Krise veröffentlicht wurde) waren die Vereinigten Staaten noch das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Nun sind die USA nur noch für 4,2 Prozent der Befragten ein aktuell attraktives Reiseziel – und von Platz 1 auf Platz 10 abgestürzt.

Lieber Auto statt Flugzeug

Auch jetzt, wo der Flugbetrieb wieder Fahrt aufnimmt, bevorzugen die Befragten angesichts der Pandemie die Fahrt mit dem Auto. Lagen PKW und Flugzeug vor der Pandemie noch gleichauf (35,6 % vs. 32,0 %), sieht es nun komplett anders aus: Jeder zweite Deutsche fährt nun mit dem Auto in Urlaub (53,6 %), aber nur noch jeder zehnte (10,8 %) fliegt.

Sicherheit ist die Nummer eins

Das Thema Sicherheit läuft früheren Urlaubsthemen wie Kulinarik, Genuss und Kultur eindeutig den Rang ab. Vor Corona war jedem fünften der Befragten (21,8 %) Sicherheit im Urlaub wichtig, nun jedem dritten (33,8 %). Ähnlich verhält es sich beim Thema medizinische Versorgung: Das Bedürfnis nach guter medizinischer Versorgung stieg durch die Pandemie von 17,8 auf 31,0 Prozent. Jeder vierte (23,4 %) will im Urlaub die Möglichkeit haben, andere Touristen und große Gruppen zu meiden. Vor Covid-19 war es nur jeder achte (12,8 %). Auch interessant: fast jeder vierte Deutsche (22,8 %) hat vor dem Ausbruch von Covid-19 keine Reiserücktritts- und Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, möchte dies aber bei zukünftigen Reisen machen.

Über die Studie:

  • Insgesamt 500 Deutsche ab 18 Jahren nahmen an der Studie teil, die Allianz Partners in Zusammenarbeit mit Marketagent.com durchgeführt hat:
  • Methode: Online-Befragung
  • Erhebungszeitraum: 01.07.2020 – 07.07.2020
  • Umfang: 20 geschlossene und offene Fragen
  • Geschlecht: 250 Männer, 250 Frauen
  • Altersstruktur: 18-29 Jahre (14,4 Prozent), 30-39 Jahre (18,0 Prozent), 40-49 Jahre (22,6 Prozent), 50-59 Jahre (20,4 Prozent), 60-69 Jahre (14,8 Prozent), älter als 69 Jahre (9,8 Prozent)
  • Bildung: 44,4 Prozent mit Abitur, 55,6 Prozent ohne Abitur
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