Türkei: Weitere Reiseveranstalter reagieren

Auswärtiges Amt sieht aber weiter keine Auswirkungen auf Ferienregionen.
Anja Kiewitt

Aktuell gibt es nach wie vor Hinweise auf mögliche Anschläge auf die U-Bahn- und Bushaltestellen in Istanbul. Darauf weist das Auswärtige Amt in Berlin weiter hin. Auch bei Türkei-Reisen über Land raten die Experten weiterhin zu besonderer Vorsicht. Im ganzen Land könne es zu verstärkter Anschlagstätigkeit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) kommen.

Wie Reiseanbieter reagieren

Infolge der aktuellen Ereignisse hat der deutsche Reiseanbieter Studiosus Reisen München GmbH kürzlich einige Rundreisen in die Osttürkei abgesagt (busplaner berichtete). Laut einem Bericht der Hamburger Spiegel Online GmbH hat nun auch der Kieler Veranstalter Gebeco GmbH & Co KG reagiert und Studienreisen ans Schwarze Meer und nach Ostanatolien bis Jahresende gecancelt. Der Hamburger Türkei-Spezialist Öger Tours GmbH, der zur Thomas Cook AG in Oberursel gehört, streicht dem Spiegel-Bericht zufolge ebenfalls eine Rundreise, die unter anderem nach Ostanatolien führen sollte. Darüber hinaus habe der Kreuzfahrtanbieter Aida Cruises, Rostock, Istanbul bei einer Kreuzfahrt im August aus dem Programm genommen. Die italienische Mutter-Reederei Costa Crociere S.p.A., Genua, habe sich entschieden, bis auf weiteres alle Anläufe in Istanbul und Izmir durch Hafenanläufe in Griechenland, Italien und Malta zu ersetzen.

Bisher keine Ferienregionen betroffen

Dass die türkische Luftwaffe seit Ende Juli Luftangriffe gegen PKK- und ISIS-Stellungen in Syrien und im Irak fliegt, habe aber bisher keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Ferienregionen, betont das Auswärtige Amt. Die Experten empfehlen jedoch, sich nicht in der Nähe der Grenzen zu Syrien und Irak aufzuhalten. Hier bestehe die Gefahr terroristischer Anschläge und Entführungen von ausländischen Staatsangehörigen. Ein erhöhtes Risiko für Reisende sehen die Fachleute in den türkischen Provinzen Hatay, Kilis, Gaziantep, Sanliurfa, Diyarbakir, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, Mus, Tunceli, Sirnak, Hakkari und Van.

Gewaltsame Auseinandersetzungen

Seit dem jüngsten Anschlag in der türkischen Grenzstadt Suruc (Südostanatolien) Mitte Juli komme es wiederholt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen türkischen Sicherheitskräften und der PKK. In der Nähe der syrischen Stadt Kobani/ Ain al-Arab und an anderen Orten gingen nach Angaben des Auswärtigen Amtes in letzter Zeit mehrere Granaten aus Syrien auf türkischem Gebiet nieder.

 

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