Fuhrpark: Kfz-Versicherung soll preiswerter werden

KPMG rechnet mit Rückgang des Prämienvolumens bis 45 Prozent bis 2030.
Anja Kiewitt

Der rasante Fortschritt bei den Fahrerassistenzsystemen von Kraftfahrzeugen bis hin zum Autonomen Fahren wird die Anzahl und Höhe von Kfz-Kollisionsschäden bis zum Jahr 2030 um bis zu 50 Prozent reduzieren. Für Busunternehmer mit eigenen Fahrzeugen dürfte es infolgedessen in den kommenden 15 Jahren zu Prämiensenkungen bei der Kfz-Versicherung um bis zu 45 Prozent kommen. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Gibt es eine Zukunft für die Kraftfahrt-Versicherung?“ der Berliner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG.

Umbruch in der Kfz-Versicherung

Kfz-Versicherer müssen demnach damit rechnen, dass sich das Prämienvolumen in der Schaden- und Unfallversicherung von heute 24,3 Milliarden Euro bis 2030 im gleichen Maße verringern wird. Einen Teil des Prämienrückgangs werden die Versicherer nach Überzeugung von KPMG durch neue Angebote wie Cyberpolicen, Produkthaftung und Rückrufdeckungen zumindest teilweise ausgleichen können. Es entstehe zudem ein neues Feld für Versicherungsdienstleistungen.

Neue Vertriebskanäle, neue Produkte

Künftig werden den Experten zufolge Fahrzeughersteller und Direktvertriebskanäle, wie zum Beispiel Vergleichsplattformen im Internet, die dominanten Vertriebskanäle für die Kfz-Versicherer sein. Das Design und die Funktionsweise von Kfz-Versicherungsprodukten werden sich in den nächsten Jahren demnach erheblich verändern und als eigener Vertrag teilweise nicht mehr wahrnehmbar sein. Bündelprodukte, etwa mit einer Finanzierung oder einer Mobilitätsdienstleistung oder auch Garantiezusagen, werden laut KPMG zum Massenphänomen.

2016 aber Erhöhung in Sicht

Zum kommenden Jahreswechsel rechnet die Würzburger Dittmeier Versicherungsmakler GmbH allerdings noch mit einer Steigerung der Versicherungsbeiträge für Omnibusse um gut fünf Prozent. Wer noch dazu eine negative Schadensquote hatte, muss mit Aufschlägen von einem Drittel bis zur Hälfte rechnen, teilen die Experten mit. "Keinesfalls sollte eine Beitragserhöhung von zehn Prozent und mehr vorschnell unterschrieben werden", rät Oliver Guth, Prokurist von Dittmeier. Der Fachmann empfiehlt, rechtzeitig Vergleichsangebote anzufordern, bevor die Erhöhungsmittelung der Versicherung kommt.

Stellschrauben für Unternehmer

Für Busbetriebe hat Guth zwei Tipps, um Schadenkosten zu reduzieren: Reserven für offene Schadensfälle mit der Versicherung besprechen und auf eine Absenkung hinwirken und auffällige Fahrer hinsichtlich ihrer Unfallschwerpunkte schulen. Laut Dittmeier läuft die Kündigungsfrist der meisten Versicherer zwar zum 30. November ab. Busunternehmer können den Experten zufolge aber die Aussetzung dieser Frist beantragen. Danach können sie demnach noch bis Weihnachten nachverhandeln oder Alternativen suchen.

Einen umfassenden Bericht zum Thema Kfz-Versicherung lesen Sie in der Oktober-Ausgabe von busplaner 10/2015 auf Seite 14.

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