Europäischer Markt 2023: E- und Hybridbusse legen stark zu

Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge am Stadtbusmarkt betrug 2023 rund 55,9 %.

E-Bussen gehört die Zukunft – mindestens im Stadt- und Überlandsegment. Das unterstreichen auch die jetzt von Chatrou CME Solutions veröffentlichten Zahlen für 2023. (Foto: Bünnagel)
E-Bussen gehört die Zukunft – mindestens im Stadt- und Überlandsegment. Das unterstreichen auch die jetzt von Chatrou CME Solutions veröffentlichten Zahlen für 2023. (Foto: Bünnagel)
Claus Bünnagel

13.466 Busse (ab 8 t) mit alternativem Antriebsstrang zum Diesel wurden 2023 nach Angaben von Chatrou CME Solutions in den EU-27-Ländern (plus Großbritannien, Island, Norwegen und der Schweiz) zugelassen. Das sind rund 41 % mehr als die 9.543 Einheiten des Vorjahres. Darunter waren 6.354 Elektro-, 4.022 Hybrid-, 2.883 CNG/NGT- und 207 Brennstoffzellenbusse.

62,5 % aller neu zugelassenen Stadtbusse fahren vollelektrisch

Da in den genannten Staaten 2023 insgesamt 31.020 Stadt-, Überland- und Reisebusse auf die Straßen kamen, lag der Anteil der Fahrzeuge mit alternativem Antriebsstrang bei ca. 43,5 %. Da letztere aber bislang zu großen Teilen im Stadtbussegment zum Einsatz gelangten, lohnt sich hier ein besonderer Blick. Denn von 15.098 zugelassenen Citybussen besaßen 11.004 einen alternativen Antrieb, also stolze 72,9 %. Darunter waren 6.154 E-, 2.947 Hybrid-, 1.696 CNG/NGT und 207 Brennstoffzellenbusse. Zum Vergleich: 2020 waren es erst 52,5 %, 2022 ca. 62,5 %. Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge am gesamten Stadtbusmarkt betrug 2023 somit 55,9 %, also mehr als jedes zweite Fahrzeug.

Comeback der Hybridbusse

Stark zulegen konnten Hybridbusse – nach einer starken Delle 2022 aufgrund von gestrichenen Fördermaßnahmen in etlichen Staaten – mit einem satten Plus von 99,3 %. Der Absatz von Brennstoffzellenbussen erreichte ebenfalls ein Allzeithoch mit 207 Einheiten, was aber nur einen Anteil von 1,5 % am Gesamtmarkt alternativ angetriebener Busse in Europa bedeutet. Der Verkauf von CNG/NGT-Bussen sank zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren, von 2022 auf 2023 recht deutlich um fast 12 %. Die Zulassungen vollelektrischer Busse stieg dagegen um 65,4 % – es braucht kein Orakel, um vorauszusagen, dass ihnen die Zukunft im öffentlichen Verkehr Europas gehört.

Krone ging an MAN

Herstellerseitig hat sich einiges getan. Genauso atemberaubend wie der Abstieg von VDL (2023: 1,7 % Marktanteil bei Bussen mit alternativem Antriebsstrang) verlief in den letzten Jahren der Aufstieg des Spätzünders MAN, der sich mit einem Marktanteil von 12,4 % (785 Einheiten) erstmals die Krone im Segment aufsetzen konnte. Auf den weiteren Plätzen folgen Solaris (11,4 %, 725), Yutong (7,6 %, 483), Wrightbus (7,4 %, 469), BYD-ADL (7,0 %, 448) und Mercedes-Benz (7,0 %, 446).

Großbritannien Spitze

Vom Thron gestoßen wurde dagegen Deutschland (11,9 %, 753) von Großbritannien (19,0 %, 1.206) bei den Zulassungen alternativer Busse. Es folgt Norwegen mit einem Anteil 7,8 % (493 Einheiten), der angesichts einer Bevölkerungszahl von knapp 5,5 Mio. Einwohnern (Deutschland: 84,4 Mio., Großbritannien: 68,1 Mio.) umso höher zu bewerten ist. Aber auch das entsprechende Marktsegment in Spanien (7,7 %, 491), Frankreich (6,5 %, 416) und Italien (6,3 %, 400) wächst. Und auch in den einwohnerschwächeren Staaten Rumänien (5,8 %, 368) und Portugal (5,7 %, 364) tut sich einiges in Sachen Antriebswechsel im öffentlichen Verkehr.