Gelbes Netz soll deutsche Städte verbinden

ADAC und Post erwarten harten Preiskampf auf dem Fernbusmarkt
Thomas Burgert

Bereits Ende 2012 hatten die gelben Riesen ADAC und Deutsche Post Ende bekannt gegeben, dass man sich gemeinsam im liberalisierten Fernbusmarkt engagieren will. Nun sieht es so aus, als ob noch in diesem Jahr die ersten Busse auf die Strecke geschickt werden sollen. ADAC-Präsident Peter Meyer hat in der „Welt“ erste Details über zu der gemeinsamen Unternehmung von ADAC und Deutscher Post erläutert. So rechnet er damit, dass die ersten Strecken des gemeinsamen Fernbusnetzes von ADAC und Post schon Ende 2013 eröffnet werden könnten.

Dann soll ein „Gelbes Netz“ deutschlandweit Städte miteinander verbinden, insbesondere sollen fast alle deutschen Städte über 150.000 Einwohner an dieses Netz angebunden werden. Laut der Tageszeitung „Die Welt“ wollen die beiden Partner Deutsche Post und ADAC bis zu 500 Busse anschaffen. Die Fahrkarten sollen unter anderem über die Postfilialen und ADAC-Geschäftsstellen vertrieben werden. Die beiden Unternehmen stellen sich auf einen harten Preiskampf ein, so zitiert „Die Welt“ den ADAC-Präsidenten Peter Meyer: „Wir rechnen damit, dass es einen ordentlichen Preiskampf geben wird. Aber das dürfte unsere künftigen Kunden ja eher freuen.“

Der bdo und seine Landesverbände sehen das geplante Fernbus-Engagement von Post und ADAC sehr kritisch. Es gehöre nicht zu den originären Aufgaben - weder des ADAC noch der Post - als Omnibusunternehmen aufzutreten und die Marktchancen der privaten mittelständischen Verkehrsunternehmen durch einen ruinösen Wettbewerb am Fernbusmarkt dramatisch zu verschlechtern, betont der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmer (LBO).

„Es ist Aufgabe der Politik, ADAC und Post an die Leine zu nehmen“, so LBO-Präsident Heino Brodschelm (Burghausen). Des Weiteren müssten die Rahmenbedingungen für den umweltfreundlichen Busverkehr auch aus Wettbewerbsgründen deutlich verbessert werden. Der LBO erinnert auch daran, dass nach den politischen Vorstellungen mit der Liberalisierung des Fernbusmarktes auch der Mittelstand gestärkt werden sollte. In Verbindung mit einem möglichen Engagement von ADAC und Post hatte der bdo damals schon öffentlich die Frage gestellt: „Briefmarken bald mit Fernbus-Aufschlag? – Und wo bleibt der Mittelstand?“

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