Tribus Movitas: Hohe Manövrierfähigkeit dank aktiv gelenkter Hinterachse

Der innovative Kleinbus besitzt das System Ehla Optimal des baden-württembergischen Herstellers Mobil Elektronik.

Claus Bünnagel

Der neue Citybus Movitas von Tribus aus dem niederländischen Utrecht gilt als besonders innovatives Fahrzeug. Neben seinem modularen Aufbau und dem progressiven Thermomanagementsystem sticht besonders die aktiv gelenkte Hinterachse des vollelektrischen Kleinbusses hervor. Denn ein Entwicklungsziel eines solchen Modells fast ohne Hecküberhang war es, das ohnehin schon kompakte Fahrzeug noch manövrierfähiger zu gestalten, um unter beengten räumlichen Bedingungen eingesetzt werden zu können.

Hilfslenkachse aktiv geregelt

Für die Hinterachslenkung wurde das System Ehla Optimal des Familienunternehmens Mobil Elektronik verwendet. Wie bei jedem Ehla-Hilfslenksystem wird auch bei der Optimal der Lenkwinkel der Hilfslenkachse aktiv geregelt, wobei der Sicherheitslenkcomputer (SLC) die zentrale Kernkomponente bildet. Der SLC erfasst alle Informationen, die für die Ehla erforderlich sind und als Eingangssignale (Vorderachslenkwinkel, Fahrzeuggeschwindigkeit, Lenkprogramme) oder Fahrzeugdaten (Abmessungen, maximale Achswinkel, Achsabstände) vorliegen. Zusätzliche Kundenanforderungen können hierbei berücksichtigt werden. Auf Basis dieser Informationen regelt der SLC den Lenkwinkel der Hilfslenkachse. Mobil Elektronik stellt aus einem umfangreichen Komponentenportfolio Sicherheitslenkcomputer, Winkelgeber, Hydraulikeinheiten, Bedienterminals und vieles mehr zur Verfügung.

Hinterachse kann gesperrt werden

Um Gefährdungen im Falle eines Fehlers oder gar Systemausfalls der elektrischen oder hydraulischen Energieversorgung zu verhindern, kann die Hinterachse des Zweiachsers zentriert und gesperrt werden. Sie verhält sich dann wie eine Starrachse und nimmt so zusätzliche Seitenführungskräfte auf. Dafür besitzt sie eine unabhängige, redundante Hydraulikversorgung in Form eines Hydraulikspeichers, die mittels eines speziellen Zentrierzylinders die Hilfslenkachse aktiv in die Geradeausstellung lenkt. Zwar fällt die Manövrierfähigkeit auf das Niveau eines normalen zweiachsigen Fahrzeugs zurück, aber das Fahrzeug bleibt weiterhin voll beherrschbar und fahrfähig.

Schutz durch Bus Stop Automatic

Neben der reinen Hilfslenkung hat Mobil Elektronik noch weitere Features in die Ehla-Hilfslenksysteme integriert. Beim Movitas sorgt die sogenannte Bus Stop Automatic für Schutz der wartenden Personen. Wenn ein Bus von der Haltestelle mit eingeschlagener Vorderachse losfährt, schwenkt das Fahrzeugheck in den Wartebereich der Passagiere hinein, wobei dieser Effekt durch eine Hinterachslenkung noch verstärkt wird und somit eine Gefährdung für die wartenden Passagiere darstellt.

Die Bus Stop Automatik wird durch das Öffnen und Schließen der Türen automatisch aktiviert und führt dazu, dass die Lenkung der Hinterachse des Movitas verzögert aktiviert wird. Als Resultat schwenkt das Fahrzeugheck nur wenige Zentimeter in den Wartebereich hinein. Die Funktion kann über Parameter an unterschiedliche Busgeometrien sehr einfach angepasst werden. Denn auch in anderen Modellen ist die Ehla Optimal mittlerweile verbaut, so auch im futuristischen Alstom Aptis. Dank seines Einparksystems mit vier lenkbaren Rädern passt sich dieser perfekt an den Bürgersteig an.

Über Mobil Elektronik

Mobil Elektronik entwickelt und produziert seit über 45 Jahren komplexe Steuerungssysteme für namhafte Hersteller von mobilen Maschinen, Nutz- und Spezialfahrzeugen weltweit. Mittlerweile beschäftigt der Systemanbieter in Langenbrettach über 130 hochqualifizierte Mitarbeiter. Er gilt als Vorreiter und Weltmarktführer für elektronische Lenksysteme (Steer‑by‑Wire).

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