Waschservice für Nutzfahrzeuge

Redaktion (allg.)

WASCHANLAGEN Wann lohnt sich eine eigene Portalwaschanlage und was gilt es zu beachten, wenn man mit dem Gedanken spielt, eine solche Anlage für den Betriebshof anzuschaffen?

Die hohen Investitionskosten schrecken viele Fuhrparkbesitzer davon ab, sich eine Portalwaschanlage auf den Hof zu stellen. Ein fünfstelliger Betrag muss dafür aufgebracht werden, bei der Einrichtung einer Waschhalle sogar eine sechsstellige Summe. Mancher arbeitet da lieber mit einem mobilen Gerät oder Hochdruckreinigern. Andere wiederum lassen lieber bei öffentlichen Anbietern reinigen. Je nach Anbieter und Rabattstaffelungen sind beispielsweise für die einfache Buswäsche netto in der Regel zwischen 28 und 33 Euro zu veranschlagen.

Möchte man seinen Fuhrpark von beispielsweise zehn Bussen wenigstens einmal pro Woche – das saubere Erscheinungsbild der Fahrzeuge ist schließlich das Aushängeschild des Unternehmens – reinigen lassen, kommen im Jahr schnell Beträge von rund 15.000 bis 20.000 Euro für die Buswäsche zusammen. Da lohnt sich die Überlegung, eine eigene Portalwaschanlage aufzustellen. Die erhöht zwar zunächst die Ausgaben für Investition und laufenden Betrieb, könnte sich aber irgendwann amortisieren.

Doch wann rechnet sich eine solche Anlage und was gilt es bei der Anschaffung zu beachten? Wir haben bei zwei Männern nachgefragt, die es wissen müssen. Reimund und Thomas Neukirchen standen selber vor dieser Frage, als der Familienbetrieb aus räumlichen Gründen einen neuen Standort suchte und schließlich vor knapp 14 Jahren innerhalb von Bad Neuenahr-Ahrweiler im nördlichen Rheinland-Pfalz in das neue Gewerbegebiet Heimersheim umzog. Hier war auf rund 15.000 Quadratmetern Platz für ein größeres Bürogebäude mit Untermietern, ein umfangreiches Lager, eine Werkstatthalle, eine Betriebstankstelle – und eine Waschhalle mit Drei-Bürsten-Portalwaschanlage.

30 ziehende Einheiten der Spedition Neukirchen werden damit gereinigt. „Bei einem Fuhrpark solcher Größe rechnet sich eine solche Anlage“, sind die Geschäftsführer überzeugt. „So viele Fahrzeuge könnten wir auch nicht per Hand waschen.“ Deshalb wurden die mobilen Reinigungsgeräte beim Umzug im Jahr 2000 gegen die beheizbare Waschhalle ausgetauscht.

Die Firma Neukirchen bietet ihren Waschservice auch Kunden aus dem Bus- und Speditionsgewerbe an. „Viele Wettbewerber haben ihre Anlagen im Freien stehen. Wir können dagegen einen uneingeschränkten Winterbetrieb anbieten – in einer Jahreszeit, in der die Fahrzeuge durch nasse, verdreckte Straßen und Schneematsch besonders der Pflege bedürfen“, erklärt Neukirchen.

Ein weiterer Vorteil ist die Nähe zur A 61. Gerade Busunternehmen nutzen die Gelegenheit für die Reinigung ihres Fahrzeugs, wenn es sich ohnehin in der touristisch geprägten Eifel- und Ahrregion bewegt – oft mit kostengünstigem Auftanken an der betriebseigenen Dieseltankstelle, die auf Großhandelspreise zurückgreifen kann. Rund 60 Prozent der Nutzer kommen daher aus dem Bussegment, „nur“ 40 Prozent aus dem Speditionsgewerbe. Unter der Kundschaft sind Unternehmen aus ganz Deutschland und dem Beneluxraum.

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Robust und langlebig

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Ein größerer eigener Fuhrpark und eine gute Lage sind also zwei wichtige Aspekte, vor allem dann, wenn man ein Nebengeschäft mit Fremdkunden generieren will. Doch auch die Hardware spielt eine zentrale Rolle. Die Spedition Neukirchen schwört auf ihre Anlage von Steinbrückner aus dem nahen Sinzig. Das 1986 gegründete Unternehmen ist auf stationäre Nutzfahrzeugwaschanlagen spezialisiert und ist auch in Belgien sowie den Niederlanden stark vertreten.

Seine Modelle, wie die DBA 4200 L der Firma Neukirchen mit großer Durchfahrbreite von 3,3 Metern, gelten auch dank des Einsatzes von Edelstahl als robust und äußerst langlebig. Sie werden mit kleineren Modifikationen bereits seit rund 20 Jahren gebaut. Angetrieben werden sie von bewusst überdimensionierten Getriebemotoren von Flender-Siemens mit solidem Gehäuse aus Guss, das sich gegenüber dem sonst meist verwendeten Material Aluminium als widerstandsfähiger erwiesen hat. Die ganze Hebemechanik für die Dachbürste liegt nicht offen, sondern befindet sich hinter einer Gummiabdeckung in den Säulen und ist dadurch nicht korrosionsgefährdet. Zudem besitzen die rund 4,5 Meter langen Seitenbürsten nicht nur oben, sondern auch unten Halterungen.

Alle Lager bestehen aus Kunststoff oder Teflon. Die Maschine wird zudem ausschließlich über Zahnriemen verfahren. „Wir haben mit keinem einzigen Kunden einen Wartungsvertrag abgeschlossen – weil es einfach nicht nötig ist“, berichtet Geschäftsführer Hans Steinbrückner. Zudem gebe sein Unternehmen eine ungewöhnlich lange Garantiezeit von 36 Monaten auf seine Produkte.

Doch nicht nur Anschaffungs- und Wartungskosten, sondern auch die Ausgaben für den Betrieb muss man einberechnen. Nicht unerheblich sind die Heizkosten für die Halle, hinzu kommen Aufwendungen für Strom und Reinigungsmittel sowie die Entsorgung von Schlamm und Sand. Alle fünf Jahre ist eine Dichtigkeitsprüfung fürs gesamte Abscheidungssystem fällig.

 

Gründliche Reinigung

Die Wasserkosten halten sich für Neukirchen bei den Waschgängen in erträglichem Rahmen, da 90 Prozent aufbereitetes Wasser und nur 10 Prozent Frischwasser verwendet wird. Letzteres ist unter anderem für die Hochdruckreinigung nötig, denn ansonsten können sich unschöne Flecken auf den Windschutzscheiben bilden – gerade bei Omnibussen. Auch die Felgen lassen sich mit dem Gerät gründlich reinigen. Trotz Sonderbehandlung kalkuliert die Firma Neukirchen beispielsweise nur sechs Minuten für die Wäsche von Zwölf-Meter-Bussen und zehn Minuten für Gelenkbusse ein.

Ein wesentlicher Faktor bei einer Portalanlage sind die nicht zu unterschätzenden Personalkosten. Das rheinische Unternehmen hat sie reduziert, indem es an Fahrer von Stammkunden einen Touchbutton ausgibt. Mit seiner Hilfe stellt sich nicht nur das Waschprogramm automatisch ein, sondern es erfolgt gleichzeitig auch eine elektronische Waschdatenerfassung mit Verarbeitung für die monatliche detaillierte Rechnungsstellung.

Personal ist an der Waschanlage und an der ebenfalls automatisierten Dieseltankstelle mit Ölzapfanlage nur bei Gelegenheitskunden nötig – oder bei der Reinigung von Fahrzeugen mit Sonderaufbauten wie Feuerwehr oder Technisches Hilfswerk oder ausladenden Spiegelsystemen. Dann wird von Hand gesteuert. cb

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