Fachwerkflair im Welfenland

Redaktion (allg.)

Das malerische Celle war über Jahrhunderte Residenz der Welfenherzöge. Heute bezaubert die niedersächsische Stadt mit Fachwerkgebäuden und vielfältigen Gruppenangeboten.

 

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Fachwerkhäuser wohin man schaut, malerische Gassen und Geschäfte, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen: Die Altstadt von Celle in Niedersachsen ist ein wahres Freilichtmuseum, aber ein lebendiges, denn in den Mauern der altehrwürdigen Residenzstadt herrscht noch heute buntes Treiben. Hinter den Fachwerkfassaden haben längst moderne und häufig originelle Geschäfte Einzug gehalten. All dies zusammen macht Celle zu einem attraktiven Städtereiseziel, sei es als Tagesausflug, als Gruppenprogramm für ein Wochenende oder aber auch für eine mehrtägige Reise, da sich die Stadt auch sehr gut als Standort für Ausflüge in die Region anbietet (siehe Tipps auf Seite 30).


Celle war über mehrere Jahrhunderte eine Residenz der Herzöge aus der Dynastie der Welfen. Aus dieser großen Epoche der Stadt stammen das Stadtschloss und die prachtvollen Bürgerhäuser in der Altstadt. Die fast 500 kunstvoll restaurierten und denkmalgeschützten Fachwerkhäuser von Celle bilden das größte, geschlossene Fachwerkensemble Europas. Die ältesten Häuser der Altstadt stammen aus dem 15. Jahrhundert, in den letzten Jahren wurden die Häuser aufwändig restauriert und mit einem farbigen Anstrich versehen, um die Holzkonstruktionen und die kunstvollen Schnitzereien besser hervortreten zu lassen. Am prachtvollsten ist vielleicht das so genannte „Hoppener Haus“, ein sechsgeschossiges Gebäude aus dem Jahr 1532, dessen Fassade zahlreiche Figurenornamente zeigt, darunter Fabelwesen und groteske Fratzen, aber auch Brustbilder, die Vertreter verschiedener Stände charakterisieren sollten.
Um die Altstadt zu entdecken, ist eine der verschiedenen Stadttouren, die in Celle angeboten werden, die beste Möglichkeit. Je nach Gruppe kann man hier die entsprechende thematische Führung ins Programm nehmen. Ein Verzeichnis der angebotenen Stadtführungen kann bei Celle Tourismus angefordert werden. Unter den Angeboten gibt es auch Programme, die speziell auf Schüler oder besondere Zielgruppen wie Architekten zugeschnitten sind. Viele der Touren sind auch für feste Gruppen und Vereine geeignet. So gibt es einen Rundgang mit dem Nachtwächter oder ein Celler Bierdiplom. Bei diesem Programm wird eine Altstadtführung mit einem Bierdiplom inklusive Abendessen kombiniert. Unter dem Motto „Die stinkfeine Gesellschaft gibt sich die Ehre“ lernt die Gruppe mit bis zu elf barock kostümierten Akteuren auf einer szenischen Zeitreise das höfische Leben im Celle des 17. Jahrhunderts kennen – ein echter Augen-, Mund- und Ohrenschmaus.

Kulinarischer Stadtrundgang
Ein so genannter „kulinarischer Rundgang“ beinhaltet neben der Führung durch die Celler Altstadt die Verkostung des Sanddornlikörs „Herzog Georg Wilhelm“, einen Spezialitätenteller im Historischen Ratskeller sowie eine Kaffeeberatung beim Celler Kaffeeröster Huth’s. Eine Visite bei „Huth’s“ sollte man sowieso ins Programm nehmen oder aber der Gruppe den Tipp geben, einmal individuell dort vorbei zu schauen. Das Geschäft befindet sich inmitten der Altstadt und hier wird nicht nur Kaffee geröstet, sondern man kann hier einkaufen wie in einem Kolonialwarengeschäft zu Großmutters Zeiten. Seit über 100 Jahren wird hier in der hauseigenen Rösterei Kaffee geröstet. Generell bietet sich Celle auch zum Shopping an, da die Altstadt eine Reihe origineller Geschäfte beherbergt. Bei der Gestaltung des Programms sollte man daher darauf achten, der Gruppe genügend Zeit zu geben, einmal auch auf eigene Faust durch die Gassen und über die Plätze der Innenstadt streifen zu können.
Die zweite ganz große Attraktion von Celle neben der Altstadt mit ihren Fachwerkgebäuden ist das Residenzschloss, das am Rande der Altstadt liegt. Vom 14. Jahrhundert bis zum Jahr 1705 war Celle ständige Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg und im 19. Jahrhundert hielten sich hier die Könige von Hannover auf.
Im Schloss ist heute das Residenzmuseum eingerichtet, das zu einer informativen Zeitreise in die Epoche der Welfenherzöge einlädt. Besucher können buchstäblich erleben, wie hier im Schloss einst Herzöge, Prinzessinnen und ihr Hofstaat gelebt haben. Im Museum des Schlosses wird die Geschichte dieser Residenz für den Besucher modern inszeniert. Die Gäste haben die Wahl, ob sie einfach nur durch die prachtvollen Räume des Schlosses wandeln und die Gemächer, Möbel und Gemälde bestaunen wollen oder aber ob sie die tiefer gehenden Informationsangebote nutzen wollen. Besonders Gruppen, bei denen die Teilnehmer unterschiedliche Erwartungen an einen Schlossbesuch haben, können auf diese Weise ihren Schlossbesuch ganz individuell gestalten.
Es werden auch Führungen durch das Schloss angeboten, auf Nachfrage können besondere Themen- oder Kostümführungen gebucht werden. Unter den Touren sind Führungen zu Themen des Barock, etwa Möbel oder zur Etikette. Dann gibt es Touren, bei denen das Celler Schlosstheater, das älteste noch ständig bespielte barocke Hoftheater Deutschlands, im Mittelpunkt steht sowie zahlreiche Führungen zu Herrscherpersönlichkeiten, die im Schloss residierten oder sich zumindest dort aufgehalten haben. Spezielle Programme gibt es für Kinder- und Jugendgruppen, die erleben können, wie man sich mit Krone und Königsmantel fühlt. Sie erfahren, wie eine Dame geheime Zeichen mit dem Fächer gibt und können das Schloss bei Geister- und Märchenführungen erkunden.

Moderne Museumslandschaft
Neben dem Residenzmuseum ist das Bomann-Museum Celle der zweite ganz große Museumskomplex in der Stadt. Direkt gegenüber dem Schloss gelegen, präsentiert das Haus Sammlungen zur Volkskunde im östlichen Niedersachsen, zur Stadtgeschichte und zur hannoverschen Landesgeschichte. Gleich nebenan befindet sich mit dem Kunstmuseum Celle das erste 24-Stunden-Kunstmuseum der Welt. Das moderne Museum bietet rund um die Uhr die Möglichkeit zu Begegnungen mit moderner Kunst.

Über Celle berichtete Thomas Burgert.
 

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