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Buslinienfernverkehr: FlixBus aus München

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Redaktion (allg.)

Im kommenden Jahr mischt ein neuer Fernbuslinienanbieter auf dem deutschen Fernbusmarkt mit – FlixBus aus München. Mit seiner Strategie will das Unternehmen den Markt entscheidend mitgestalten.Für uns ist der Bus ganz klar eine Alternative zur Bahn, Mitfahrgelegenheit und zum Pkw“, erklärt Jochen Engert, einer der Geschäftsführer von FlixBus. Zumal der Bus ein anderes Publikum als zum Beispiel ICE-Kunden anspreche. Auf ihrer Website wird diese Aussage auch aufgegriffen: „Keine teuren Bahntickets mehr, kein Ärger mit unzuverlässigen Mitfahrgelegenheiten oder Stress auf unbequemen Autofahrten, sondern einfach Busfahren.“ Damit zielt das Angebot des Start-up-Unternehmens insbesondere auf preissensible und zeitlich flexible Menschen ab – konkret, Studenten und Senioren.
Gerade weil der Bus eine gute Alternative darstellt, will FlixBus nicht nur die „Nischenstrecken“ bedienen, die zum Beispiel die Bahn nicht anfahren kann, sondern ein flächendeckendes Netz anbieten. Im Fokus des Fahrplans stehen die Großstädte und „ergänzende Städte“ in Deutschland. Vorerst will sich das Unternehmen ausschließlich auf den nationalen Markt konzentrieren, doch zukünftig schließt Engert die Internationalisierung nicht aus. Konkrete Angaben zu Netzplänen oder auch zu Partnerunternehmen möchte Engert derzeit nicht machen. Das Geheimnis wird wohl erst Anfang des Jahres gelüftet werden, wenn das Münchener Unternehmen dann an den Start geht.
FlixBus ist eine Marke des 2011 gegründeten Unternehmens GoBus aus München. Die ehemaligen Unternehmensberater und heutigen Geschäftsführer von FlixBus Jochen Engert, Daniel Krauß und André Schwämmlein haben vor drei Jahren angefangen, sich mit dem Thema Fernbusse auseinander zu setzen. Nach intensiven Gesprächen entwickelten sie vor zwei Jahren ein Konzept, mit dem sie dann an Busunternehmen heran traten. Die Reaktion sei positiv gewesen, allerdings stellten die jungen Unternehmer schnell fest, „viele sind sehr vorsichtig, was das Thema angeht.“ Doch das Konzept von FlixBus scheint einige Busunternehmen überzeugt zu haben, denn wie sonst könnte man die Flotte von 1.000 Bussen erklären, über die die FlixBus-Partner insgesamt verfügen sollen? Zudem sollen die bestehenden Fernbuslinien der Partner bereits heute mehr als 250.000 Kilometer im Monat umfassen, weitere Partner würden gesucht.
Bei den meisten Partnerunternehmen handele es sich um private, mittelständische Busunternehmen mit über 50 Bussen im Fuhrpark. Dass es private Busunternehmen sind, ist für Engert von großer Bedeutung, denn „für uns ist es notwendig, schnelle Entscheidungen treffen zu können, da die Reaktionsgeschwindigkeit im Markt enorm wichtig ist“, unterstreicht er. Neben der Größe des Fuhrparks spiele im Fernbusgeschäft außerdem ein großer Fahrerpool eine wichtige Rolle. „Wir arbeiten mit Partnern zusammen, die Ahnung haben von Fahrerplanung, Fahrplan und Kosten – und wie man diese optimiert“, bemerkt Engert. Dabei sei Kraftstoffeffizienz beispielsweise ein großes Thema.

Vorteile für Busunternehmer
FlixBus sieht sich als wichtiger Partner für mittelständische Unternehmer, weil „finanzkräftige und namhafte Investoren unseren Markteintritt im Marketing und Vertrieb absichern“, erklärte André Schwämmlein und fuhr fort: „So wird das Risiko für die Busunternehmer durch die starke Plattform von FlixBus deutlich verringert.“
Ein weiterer Vorteil für den Busunternehmer sei, dass er nicht als Subunternehmer fungiere, sondern als Kooperationspartner. Bei FlixBus zählt man auf das partnerschaftliche Modell. „Am Ende muss man sehen, dass sich der Markt für den Busunternehmer lohnt“, erklärt er ausdrücklich.

Gute Chance für den Bus
Im Hinblick auf den Fernbuslinienmarkt würden insbesondere die steigenden Dieselpreise die Busunternehmen sehr verunsichern, aber Engert betrachtet die Entwicklung eher als eine Chance für den Bus und ist überzeugt, Autofahrer würden dann erst recht auf den Bus umsteigen, wenn die Spritpreise weiter steigen. Als eine weitere Chance für den Bus sieht Engert außerdem die Entwicklung unter den Jugendlichen, die er ganz klar als Busfahrgäste von Morgen ausmacht. Denn hier gehe die Tendenz eher in Richtung „kein Führerschein“. „Stattdessen ist es wichtiger ein cooles Handy zu haben“, stellt Engert fest.
Im Mittelpunkt des Angebots von FlixBus steht ein preiswertes, aber gleichzeitig komfortables Reiseerlebnis. Dafür werden moderne Reisebusse eingesetzt, die der Partner in das operative Geschäft mit einbringen muss. Ein einheitliches Markenerlebnis und Qualitätsstandards sind das Bestreben von FlixBus. Diesbezüglich werden Qualitätsstandards definiert, sowohl was den Bus angeht, als auch die Ausstattung.
Im Gegenzug übernimmt FlixBus das komplette Marketing, den Ticket-Vertrieb, Kostenkalkulation sowie den Kundenservice und unterstützt die Unternehmen in der Linienplanung. „Alles, was mit dem Busunternehmen nicht zu tun hat, übernehmen wir im fairen Rahmen einer Partnerschaft“, erläutert Engert. Die Busunternehmen fahren die Kunden. Und über die Online-Plattform Flixbus.de sollen die Tickets unter der gemeinsamen Dachmarke vertrieben werden.
Das Ziel von FlixBus ist, bei den Marktführern dabei zu sein. Gute Voraussetzungen dafür habe man mit den Partnern und dem Streckennetz bereits geschaffen. Zu Beginn der Liberalisierung sei im gesamten Markt mit einer anspruchsvollen Anlaufphase zu rechnen, führt das Start-up Unternehmen aus. Gehe man aber nach den Erfahrungen im Ausland, werde sich der Fernbus jedoch als Alternative im Fernverkehr etablieren, ist man sich bei FlixBus sicher. Das bedeute trotz anfänglich nötiger Investitionen auf lange Sicht sehr gute Chancen für eine starke Partnerschaft.

Über das Unternehmen FlixBus berichtete Askin Bulut.

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