10.11.2009
Busaussperrung: Bewegung in Straßburg?
RDA und gbk protestieren gegen busunfreundliches Gebaren des früheren Busklassikers
Schon seit zwei Jahren werden Reisebusse aus der Straßburger
Altstadt verbannt. RDA und gbk haben jetzt das Gespräch mit dem örtlichen Verkehrsamt gesucht. Und der Protest der beiden Verbände zeigt erste Erfolge: Die Verantwortlichen der elsässischen Stadt wollen die Parksituation für Busse neu überdenken.
Hintergrund: Seit Straßburg den Austerlitzplatz für Reisebusse sperren ließ, hat die Metropole an der Ill für die Branche an Attraktivität verloren. Zumal es auch keine andere zentrale und fußläufig bequeme Anfahrtsstelle für Reisebusse gibt.
Im Gespräch mit Jean-Jaques Gsell, dem Präsidenten des Straßburger Verkehrsamtes, protestierte RDA-Vorstand Ansgar Zoller gemeinsam mit dem gbk-Beirat gegen eine Politik, mit der sich die ostfranzösische Stadt nur selber schadet: Wie RDA und gbk in einer Presseerklärung mitteilen, habe Straßburg in den letzten Jahren mehr als 30 Prozent seiner Besucher aus Deutschland verloren.
Bedenken, dass Busse das mittelalterliche Flair der Stadt beeinträchtigen würden, kann Ansgar Zoller leicht widerlegen: „Schließlich ersetzt ein Reisebus rund 30 Pkw und trägt deshalb erheblich zur Entlastung von Innenstädten bei.“
Deutsche Reiseveranstalter nutzen Straßburg vor allem als Destination für Tagesfahrten, die nicht von einem Reiseleiter begleitet werden. Deshalb sind Busparkplätze außerhalb der Stadt für Gruppen, die sich meist aus Senioren zusammensetzen, unzumutbar. Die Straßenbahnfahrt vom Zentrum zum Parkplatz nach Elsau dauert beispielsweise 45 Minuten. „Damit verliert eine Reisegruppe auf dem Weg vom Zentrum an die Peripherie und wieder zurück insgesamt eineinhalb Stunden“, gibt Zoller zu bedenken.
Für drei zentrumsnahe Parkplätze können Busunternehmer zwar eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Dafür müssen sie aber den Nachweis erbringen, dass sie Personen mit eingeschränkter Mobilität befördern. Die Vertreter von RDA und gbk kritisierten gegenüber dem Verkehrsamt den bürokratischen Aufwand, der mit diesem Prozedere verbunden ist. Den Vorschlag der beiden Verbände, Reisebussen künftig die kurzfristige Zufahrt zu den touristisch attraktivsten Punkten der Innenstadt zu gewähren, stößt bei Patrice Geny auf positive Resonanz. „Wir werden mit der Stadt über ihre Vorschläge diskutieren“, versichert der Direktor des Verkehrsamtes. Geny und Christine Harter von der Marketingabteilung des Verkehrsamtes versprachen auch weitere Verbesserungen bei der Infrastruktur. So sei für den Parkplatz in Elsau der Bau von Toiletten geplant.